Grüne, SPD und UBG für mehr Wassersparen in Kronberg

Kronberg. – Der nächste Wassermangel ist da. Bereits im Juni letzten Jahres haben die Stadtverordneten beschlossen, statt einer Wasserampel am Bauhof künftig bis zu drei Wasserampeln aufzustellen und dass Anzeigen im Kronberger Boten geschaltet werden sollen. Grüne, SPD und UBG sammeln nun Ideen für wirksame Maßnahmen – diese sollen deutlich mehr bieten als die bloße Information über eine aktuelle Wasser-Knappheit in Kronberg.

„Wasserampeln schaffen Aufmerksamkeit – bei denen, die zufällig an einer Wasserampel vorbeikommen oder die Zeitungsanzeige wahrnehmen. Das ist schön, hilft aber nicht unbedingt, denn die Information und das Wissen allein führt nicht automatisch zum Handeln“, sagt Anja Weinhold vom Ortsverband von Bündnis 90 / Die Grünen. Gabriela Roßbach von der SPD ergänzt: „Manche Leute werden übervorsichtig, gießen nur noch ihre Topfpflanzen und fragen sich, ob sie noch täglich duschen dürfen – ja, dürfen sie! Es geht vor allem um Großverbraucherinnen und Großverbraucher, die unverändert ihre Pools befüllen, Gärten dauerbewässern oder sogar Wasser aus Bächen abpumpen, als ginge es nur um das Wasser, das aus der Leitung kommt!“

Und: Je heißer und trockener es wird, desto größer ist auch die Brandgefahr, sei es bei einem Wiesen- oder Waldbrand oder sogar einem neuerlichen Brand im Stadtgebiet. Kronberg muss stets eine Löschwasserreserve vorhalten, die im Brandfall bei Bedarf genutzt werden kann, erläutern Grüne, SPD und UBG. Diese sei unabhängig vom Trinkwasser, müsse jedoch auch bereitgestellt werden.

Alexandra Sauber von der UBG weist darüber hinaus auf den überörtlichen Zusammenhang hin: „Es gibt zwar gelegentlich eine ,Kronberger Wasserknappheit‘, aber angesichts des Klimawandels kommt es nicht vorrangig darauf an, ob Wasser in unserer Gemarkung gewonnen oder teuer zugekauft werden kann. Wir müssen vielmehr die Frage stellen, wie der Umgang mit Wasser bei gelber oder roter Wasserampel überprüft wird und welche Möglichkeit besteht, übermäßigen Verbrauch in diesen Fällen zu ahnden.“ Übereinstimmend plädieren die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker für ein Umdenken mit dem Ergebnis, dass der verantwortungsvolle Umgang mit Trinkwasser eine Selbstverständlichkeit wird, aus der Erkenntnis, dass es sich dabei um ein Lebensmittel handelt. „Das Wasser, das wir z.B. aus hessischen Quellgebieten (Vogelsberg, Hessisches Ried) zukaufen, fehlt dann in einer anderen Region. Am Hünerbergstollen hingegen läuft Trinkwasser in einem Brunnen nutzlos ab“, stellen sie fest und fragen in diesem Zusammenhang: „Ist dies technisch bedingt – oder Verschwendung eines knappen Gutes?“

Bereits 2007 gründeten Bundestagsabgeordnete die fraktionsübergreifende Initiative ZOES (Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit): Das Netzwerk aus Politikern und Experten entwickelt Lösungsvorschläge mit einer Mischung aus Prävention, Aktion und Reaktion. „Auch wir in Kronberg müssen dringend Ideen und Maßnahmen entwickeln, die wirken, um so unseren Stollen und Quellen mehr Wasser zuzuführen und gleichzeitig mehr Hintergrund zu vermitteln, wie mit dem kostbaren Nass verantwortungsvoll umzugehen ist“, argumentiert Wolfgang Haas seitens der SPD. Als „gelinde gesagt Gedankenlosigkeit“ bezeichnet die Grünen-Stadtverordnete Anja Weinhold die Argumentation einiger Großverbraucher, die in schöner Offenheit sagen: ,Ich bezahle doch mein Wassergeld. Ich würde auch mehr bezahlen, wenn es teurer würde. Mir ist es das wert!‘“ Inzwischen sei aber, so Weinhold, zumindest zu „Ampel-Zeiten“, Wasser nun einmal ein knappes Gut, „und zwar für alle, für reich und arm!“

Übrigens: Alle drei Absender – Grüne, SPD und UBG – nehmen Anregungen, was konkret in Kronberg geschehen sollte, gern entgegen, als persönliche Zuschrift oder als Leserbrief! (mw)



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