Grüne suchen nach mehrheitsfähigen Lösungen für das Klimaquartier

Kronberg (kb) – Die Grünen stehen zum Klimaquartier am Bahnhof und zeigen sich enttäuscht über die jüngste Stadtverordnetenversammlung, die eine Entscheidung in die nächste Sitzungsrunde im September verschoben hat. Ein zukunftsweisendes und nachhaltiges Klimaquartier, das den Menschen, die Kronberg dringend braucht, Wohnraum zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung stellt – dies in einem städtebaulich richtigen Maßstab – keine kleine Aufgabe, die sich die Kronberger Politik gestellt habe und für die die Kronberger Grünen sich in den vergangenen Jahren immer wieder stark gemacht und bei den anderen Fraktionen erfolgreich um Zustimmung geworben hätten, wie aus einer entsprechenden Presseerklärung hervorgeht.

Nun sei man diesem Schritt mit dem Architektenwettbewerb, dessen Ergebnisse im April auch für die Kronberger Bürger und Bürgerinnen ausgestellt waren, einen großen Schritt näher gekommen. Dem auf Platz 1 gewählten Entwurf bescheinigte das hochrangig und kompetent besetzte Preisgericht kompakte Proportionen, die sich wie selbstverständlich in das bauliche Umfeld einfügen, die einen Wechsel aus privaten Gärten, Gemeinschaftsgärten und offenem Quartiersanger bieten, über offene und einladende Hauseingänge verfügen und geringe Treibhausgasemissionen sowohl in der Herstellung wie im gesamten Lebenszyklus aufweisen. Es entsteht ein Quartiersbild mit hohem Wiedererkennungswert und sozialer Identität.

Auf dieser vielversprechenden Grundlage hätten sich die Grünen in der aktuellen Stadtverordnetenversammlung gewünscht, dass alle Fraktionen dem im Wettbewerbsverfahren vorgesehenen Verhandlungsverfahren zustimmen und damit den Weg frei machen für weitere Untersuchungen, wie das für Kronberg so wichtige Projekt umgesetzt werden kann und welche der zahlreichen möglichen Stellschrauben gedreht werden können, um die wirtschaftlichen Risiken für die Stadt zu minimieren. Einen entsprechenden Änderungsantrag hatten sie daher gemeinsam mit FDP, SPD und UBG eingebracht. Nötig wurde dieser Änderungsantrag, weil der Magistrat einen eigenen Antrag einbrachte, mit dem er sich von dem Projekt verabschieden wollte. In den Augen der Grünen-Fraktion keine gute Idee, weswegen sie sich mit ihrem gemeinsamen Änderungsantrag für eine Fortführung des Verfahrens einsetzen.

Obwohl alle Fraktionen stets betonen, bezahlbaren Wohnraum schaffen zu wollen, standen aus Sicht der Grünen mögliche Hindernisse zu stark im Vordergrund, sodass es einigen Beteiligten an Mut zu einem Ermöglichungsschritt mangelte. „Die Grünen-Fraktion bedauert außerordentlich, dass in der Stadtverordnetenversammlung kein klares Zeichen gesetzt wurde für ein zukunftsweisendes Klimaquartier, dass Menschen, die angesichts explodierender Mieten auf dem ,normalen‘ Wohnungsmarkt kaum noch etwas finden, eine Wohnung zu bezahlbaren Preisen bietet.“

Durch die nicht getroffenen Beschlüsse in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung sei dieser Weg in den Augen der Grünen nun erneut unnötig ausgebremst worden, aber, so Fraktionsvorsitzende Mechthild Schwetje: „Wir werden nicht müde, für das Projekt Klimaquartier am Bahnhof zu kämpfen und werden in der Sommerpause auf alle Fraktionen zugehen, um gemeinsam nach mehrheitsfähigen Lösungen zur Umsetzung des Projektes zu suchen. Wir Grüne bleiben optimistisch, dass das tolle Wettbewerbsergebnis realisiert werden kann.“ Und der neue stellvertretende Fraktionsvorsitzende Alexander Zock ergänzt: „Ich war in meiner ersten Stadtverordnetenversammlung überrascht über die Mutlosigkeit und Unentschlossenheit der Mehrzahl der Fraktionen, aber wir bleiben natürlich weiterhin offen für konstruktive Gespräche, um das Wohnen am Bahnhof zu ermöglichen.“



X