Kronberg (kb) – Die Wählergemeinschaft KfB (Kronberg für die Bürger) ist besorgt über die aktuellen Pläne zur Bebauung des sogenannten Baufelds 3 zwischen der oberen und unteren Bahnhofstraße. Nach derzeitiger Planung sollen über 100 Bäume gefällt werden für zusätzliche Bushaltestellen und eine Garage für 100 Fahrräder, die allein mit 1,5 Millionen Euro Baukosten zu Buche schlägt und aufwendig in den Hang gebaut werden soll.
Diese Maßnahme wird nicht zuletzt von den Grünen im Stadtparlament ausdrücklich unterstützt – im Namen der sogenannten „Verkehrswende“. Offenbar gilt hier das Motto: Für die Verkehrswende dürfen auch Baumopfer gebracht werden. Aus Sicht der KfB ist das ein ökologisch widersprüchliches Signal, das dem Anspruch nachhaltiger Stadtentwicklung diametral entgegensteht.
Darüber hinaus werden für das fast 14 Millionen Euro teure Gesamtprojekt 8,5 Millionen Euro Fördermittel eingesetzt – Mittel, die aus öffentlichen Haushalten stammen und somit Steuergelder sind. Die KfB Kronberg ist überzeugt: Mit dieser Summe ließen sich deutlich sinnvollere und bürgernähere Projekte realisieren. Die geplante Fahrradgarage ist nicht nur überdimensioniert, sondern mit rund 15.000 Euro pro Stellplatz (ohne Stützmauer) auch überteuert. Sie geht am tatsächlichen Bedarf vorbei und ignoriert die topografischen und infrastrukturellen Gegebenheiten vor Ort. Statt pragmatischer Lösungen für den Radverkehr wird ein Prestigeprojekt durchgesetzt – auf Kosten der Natur und der Steuerzahler.
Die KfB Kronberg fordert daher, den Bau der Fahrradgarage im Hang aufzugeben und stattdessen zunächst 30 bis 40 und bei Bedarf erweiterbare Abstellmöglichkeiten entlang der Gleise zu errichten. Dies entspricht außerdem dem Beschluss, auf dieses Bauteil zu verzichten, wenn die Fördermittelquote von 75 Prozent oder 9 Millionen Euro nicht erreicht wird.
„Wir stehen für eine Stadtentwicklung, die ökologisch und ökonomisch ausgewogen ist – und nicht für Symbolpolitik auf dem Rücken unserer Bäume und Bürger,“ betont Detlef Tinzmann, der die KfB im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vertritt.