Kronberg (eh) – Es war mehr als nur ein Treffen engagierter Bürgerinnen und Bürger – es war der Beginn eines neuen Kapitels für den Klimaschutz in Kronberg. In einer Zeit, in der das Thema Klimawandel in der öffentlichen Wahrnehmung leiser geworden ist, sandte die frisch gegründete Klimainitiative Kronberg ein klares und kraftvolles Signal: „Lust machen auf Klimaschutz“. Daneben will die Klimainitiative die Vernetzung fördern und Klimaschutzprojekte in Kronberg anstoßen, umsetzen und unterstützen. Auch der Name der neuen Initiative ließ aufhorchen: „KliK – Klimainitiative Kronberg“. Und tatsächlich: Es machte KliK – im Kopf, im Herzen und im Miteinander.
Vom Reden ins Handeln kommen
Die Initiative ist aus einem wachsenden Bedürfnis heraus entstanden: Klimaschutz in Kronberg wieder sichtbarer und greifbarer zu machen – über den politischen Rahmen hinaus, getragen von den Menschen vor Ort. Nach der Auflösung des städtischen Klimabeirats war für viele klar: Ein „Weiter so“ kann keine Option sein. Das Thema Klimaschutz sei in den Medien und der Öffentlichkeit in den letzten Monaten etwas in den Hintergrund getreten. Doch sei es dadurch nicht weniger drängend. Ganz im Gegenteil: Die Folgen der Klimaerwärmung seien überall bereits deutlich zu spüren. Andrea Poerschke betonte die Dringlichkeit, jetzt aktiv zu werden. „Wenn wir beim bisherigen Tempo bleiben, erreichen wir in Kronberg bei den aktuellen CO2-Einsparungen Klimaneutralität erst im Jahr 2119“, warnte sie. Das wolle – und dürfe – niemand ernsthaft wollen. Also ruft Poerschke dazu auf: „Tue Gutes und rede darüber!“ „Der Bedarf an Austausch und Kommunikation ist groß“, so Poerschke.
Zu langsam, zu verstreut, zu wenig
Wirkung
Neben politischen und unternehmerischen Entscheidungen sei mehr denn je gesellschaftliches Engagement gefragt. Deshalb setzen die Initiatoren Andrea Poerschke, Vorsitzende des Vereins Aktives Kronberg, Julia Kitzinger, Lehrerin und Umweltbeauftragte an der Ältkönigschule, Claudia Kipka, Sprecherin der Ortsgruppe Kronberg des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC und Florian Bienias, Kommunalbetreuer der Süwag-Tochter Syna, nun auf bürgerschaftliches Engagement, auf das Miteinander statt Nebeneinander. „Klimaschutz hat mit den Menschen zu tun“, betonte Poerschke. Und genau deshalb sei Vernetzung so entscheidend. Denn Kronberg hat bereits zahlreiche engagierte Akteure, tolle Projekte – nur fehlte bislang das verbindende Element.
Dieses Element soll nun die Klimainitiative sein: Ideen bündeln, Menschen zusammenbringen, Projekte initiieren und mit Begeisterung ins Rollen bringen. Die Energie im Raum war greifbar, der Wille zur Veränderung spürbar. Julia Kitzinger brachte es auf den Punkt: „Wir wollen Lust machen auf Klimaschutz – und Lust auf Veränderung.“
Viel Schwung, viele Ideen
Unter der lebendigen Moderation von Udo Güngerich ging es bei kurzweiligen Networking-Übungen dann auch direkt in den Austausch. Mit zwei scheinbar einfachen, aber tiefgehenden Fragen wurde die Grundlage gelegt: Was ist deine größte persönliche Herausforderung für den Klimaschutz? Und: Was erwartest du von der Klimainitiative?
Die Antworten waren so vielfältig wie inspirierend. Vom Wunsch nach konkreten Projekten wie Balkonkraftwerken, gemeinschaftlichen Solaranlagen oder veganen Kochkursen über Bildungsangeboten an Schulen bis hin zu mehr öffentlicher Präsenz – die Themenvielfalt spiegelte das breite Interesse und die kreative Energie der Teilnehmenden wider.
Im Mittelpunkt des Abends standen neben dem Kennenlernen auch konkrete Ideen: Wie können erfolgreiche Projekte aus Kronberg fortgeführt, neue initiiert und Menschen zusammengebracht werden, die sich bereits fürs Klima einsetzen? Von gemeinschaftlichen Solarprojekten, Niedrigenergiehäusern und Balkonkraftwerken über Bildungsangebote für Schulen bis hin zu Energiesparen und Müllvermeidung – die Vielfalt der Vorschläge spiegelte die Begeisterung wider. Schnell war klar: Die Initiative soll nicht nur mahnen, sondern vor allem machen.
Vier bis sechs Treffen der Klimainitiative sind pro Jahr geplant – ergänzt durch flexible Arbeits- oder Projektgruppen. Auch neue Formate wie Wohnzimmergespräche oder Solarpartys an Schulen sind im Gespräch.
Einladung an alle Kronberger
Schade, dass beim Auftakttreffen keine Vertreter heimischer Vereine, Kirchen oder Unternehmen anwesend waren – denn gerade sie könnten wichtige Impulsgeber und Multiplikatoren sein. Aber: Die Türen der Initiative stehen allen offen. Alle Kronbergerinnen und Kronberger, denen das Klima am Herzen liegt, sind eingeladen, mitzuwirken. „Klimaschutz lebt vom Mitmachen“, so eine Teilnehmerin. Oder wie es ein anderer ausdrückte: „Nicht meckern – machen.“ Die Initiatoren – Andrea Poerschke, Julia Kitzinger, Claudia Kipka und Florian Bienias – freuen sich über alle, die mit anpacken wollen. Denn eines ist ihnen wichtig: Klimaschutz ist keine Aufgabe für andere – sondern für uns alle.
Die nächste Gelegenheit zum Mitmachen bietet sich am Dienstag, 13. Mai, um 19 Uhr in der Stadthalle Kronberg (Raum Feldberg). Wer sich für die Klimainitiative interessiert oder sogar direkt einsteigen möchte, kann sich auch per E-Mail melden: klimainitiative-kronberg-verteiler[at]e.mail[dot]de
