Der letzte Sommer der Tauben

Buchtipp

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Roman von Abbas Khider, Hanser 2026, 24 Euro.

Der 14-jährige Noah züchtet Tauben auf dem Dach des Elternhauses, ebenso wie viele seiner Nachbarn. Als eines Tages Helikopter mit ohrenbetäubendem Lärm über der Stadt auftauchen, kehrt der Schwarm verschreckt zurück, am Horizont steigt schwarzer Rauch auf. Mit dieser kleinen Szene beginnt der neue Roman von Abbas Khider. Es liegt etwas Bedrohliches in der Luft; die Gotteskrieger haben das Kalifat ausgerufen. Noah eilt zum Bekleidungsgeschäft seines Vaters. Dort brennt ein großes Feuer, in dem alles, was nicht mehr erlaubt ist, verbrannt wird: Zigaretten, westliche Kleidung, Bücher, Parfum. Der Mann der Schwester, die jetzt wieder bei den Eltern wohnt, ist verschwunden, Noahs Bruder hat sich den Glaubenswächtern angeschlossen. Die Welt, in der sie leben, wird immer kleiner und enger. Doch die Menschen lassen sich ihre Freiheit nicht so leicht nehmen. So schimpft Noahs Cousine über den Zwang einen Niqab zu tragen: „Verdammt, ich fühle mich mit dem Ding wie ein Mehlsack,“ sagt sie und deutet auf ihre Brüste und ihren Hintern. „All das hier – geschaffen von Gott, und trotzdem soll es niemand sehen dürfen. Was für ein Unsinn!“ Und auch bei seinem Onkel trifft der Junge auf Verständnis. Oder ist der sogar im Widerstand? Ein wunderschöner, poetischer Roman, der noch lange nachklingt. Sehr empfehlenswert!



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