Nachhaltige Projekte an der AKS: Umweltscoutsund ein Insektenhotel am Busbahnhof

Stefan, der Baumeister, und sein Kollektiv „Insektenhotel“ vor ihrem realisierten Bauprojekt. Foto: privat

Kronberg (kb) – In der Altkönigschule haben sich die Lehrerin Lilly Heil und Arbeitslehre-Pädagoge Stefan Zürn engagiert, um zwei nachhaltige Umweltschutzprojekte in ihren Lerngruppen anzustoßen und zu realisieren.

Vom Umweltscout-Projekt an der AKS berichten Hanno Raitz von Frentz und Leonard Krumme aus der 9. Klasse: Die Altkönigschule Kronberg sei zwar eine ausgezeichnete Umweltschule, doch es gebe immer noch Ausbaubedarf. Einen kleinen Schritt in die richtige Richtung wollen die Umweltscouts machen.

Aber was ist das Projekt und warum ist es so wichtig? In der heutigen Zeit seien Umwelt- und Klimaschutz sowie Nachhaltigkeit einige der wichtigsten Themen. Trotzdem seien die meisten Schülerinnen und Schüler noch viel zu unbedarft. Laut eigener Umfragen waren etwa zwei Drittel der Fünftklässler nur sehr unzureichend oder gar nicht über diese Themen informiert. „Um das zu ändern, haben wir das Umweltscout-Projekt ins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist es, Schüler schon im jungen Alter über Umweltthemen zu informieren und ihr Umweltbewusstsein zu fördern. Um dies zu erreichen, haben wir die aktuellen 5. Klassen besucht und die Schülerinnen und Schüler zunächst für diese Themen sensibilisiert. Hierbei konnten sie auch ihr eigenes Wissen einbringen, Fragen stellen oder Kommentare abgeben.“

Im Rahmen eines Vortrags hatten wir ebenfalls das von den Hausmeistern Stefan Nix und Udo Seifert entwickelte und gebaute Mülltrennsystem des Campus C vorgestellt. Aktuell findet eine aktive Mülltrennung nur im Campus C statt, aber das werde sich in Zukunft noch ändern.

Danach durften die Klassen 3 bis 4 Umweltscouts wählen oder die Freiwilligen zu Scouts ernennen. Das Interesse und die Begeisterung hierzu sei in allen 5. Klassen sehr groß gewesen. Die Scouts hätten dann die Aufgabe, auf die kleinen Dinge im Alltag zu achten, wie zum Beispiel auf die korrekte Mülltrennung, das Ausschalten der Whiteboards, die Vermeidung von Papierverschwendung und einiges mehr. Idealerweise sollte die gesamte Klasse auf diese Dinge achten, die Scouts tun es aber ganz besonders. Wichtig sei, dass die Scouts nicht die Verantwortung dafür tragen oder bestraft würden, wenn etwas nicht funktioniere, sie sollen vielmehr das Verantwortungsbewusstsein in der Klasse fördern. Für alle Umweltscouts des Jahrgangs gebe es regelmäßige Treffen, um über Probleme und Erfolge zu sprechen, sich weiterzubilden und in Zukunft hoffentlich auch eigene Umweltprojekte zu planen.

Insektenhotel am Busbahnhof

Englisch- und AL-Lehrer Zürn, der selbst zumeist im Gymnasialzweig der AKS eingesetzt ist, war das Insektenhotel am Busbahnhof eine Herzensangelegenheit: „Natürlich steht Ökologie im Außenbereich als Halbjahresthema auf dem AL-Lehrplan, aber wann schafft es schon mal eine Realschullerngruppe mit ihrem Projekt in die Medien?“

Gesagt – getan: Die aus beiden Realschulklassen der Stufe 9 bestehende AL-Lerngruppe lud Baupläne für das Insektenhotel aus dem Internet herunter und Netzwerker Zürn organisierte bei Stahlbau Schröder in Sulzbach ausrangierte Euro-Paletten. „Die Mädels und Jungs legten dabei großen Wert darauf, in Zimmermannsmanier mit Schlitz und Zapfen zu arbeiten“, erinnert sich Zürn nicht ohne Stolz, „außer ein paar wenigen Schrauben kam kein Metall zum Einsatz.“

Das Projekt wurde von allen Pennälern gut angenommen, jede und jeder fand eine Aufgabe, mehrheitlich die Jungs beim Betonmischen für das Fundament des Insektenhotels, andere beim Löcherbohren in die Baumscheiben an den Maschinen in der voll ausgestatten Arbeitslehre-Werkstatt der AKS. „Es gab keinen Geschlechterunterschied bei der Verteilung der Arbeiten“, betont Zürn, „die leistungsstärksten waren in beiden Gruppen die Mädchen.“

Wichtige Schritte

Alles in allem gelang Zürn damit ein wirkliches nachhaltiges Projekt. Das Sandbeet, das noch vor dem Insektenhotel am oberen Ende des AKS-Busbahnhofs angelegt worden war und Pflanzen wie der Königskerze, die auch in heißen, sandigen und trockenen Gebieten überleben können, Heimat bieten sollte, wurde zunächst gar nicht als solches wahrgenommen. „So gelang uns an dieser Stelle ein ökologisches Ensemble, in dem das eine das andere in seiner Bedeutung aufwertet“, freut sich Schulleiter Martin Peppler.

Der große Namenszug „Insektenhotel“ wurde übrigens auf ein Schwartenbrett projiziert, abgemalt und mit einem Stechbeitel aufwendig aus einem Eichenbrett ausgeschnitzt. Und die Namen der Erbauer finden sich auf kleinen Alu-Plättchen, die mithilfe von Schlagbuchstaben darin eingestanzt wurden.

So seien das Umweltscout-Projekt und das Insektenhotel wichtige Schritte in Richtung eines nachhaltigeren Schulalltags. „Indem die Schülerinnen und Schüler schon früh über Umweltthemen informiert werden und erfahren, dass eines jeden Beitrag wichtig ist, schaffen wir die Grundlagen für eine nachhaltigere Zukunft sowie neue Denk- und Verhaltensmuster. Nur gemeinsam können wir langfristig etwas erreichen.“



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