Kronberg (kb) – Egal ob im Supermarkt, beim Friseur oder im Restaurant – wer derzeit einen Blick auf seinen Kassenzettel wirft und noch die Preise der Vorjahre im Kopf hat, der wird bestätigen können, was sich auch an Statistiken ablesen lässt: Viele Dinge des Alltags sind deutlich teurer geworden. Immer mehr Bürger schauen daher nun auch um einiges genauer hin, was sie sich noch leisten wollen und können. Vor allem diejenigen, die ohnehin nur mit Hilfe der öffentlichen Hand und sehr begrenzten Mitteln über die Runden kommen müssen, trifft es besonders.
Allein in Kronberg trifft das auf rund 900 Personen zu, weiß Angelika Hartmann, Leiterin des Fachbereichs „Soziales, Kultur und Bildung“ im Rathaus. Darunter seien Männer wie Frauen, Senioren wie Kinder, Familien und Alleinstehende mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten. Allen gemein sei, dass ihre finanziellen Verhältnisse so spärlich sind, dass sie sich mittlerweile viele Dinge schlichtweg nicht leisten können.
„Wir reden hier nicht von Annehmlichkeiten, sondern von Selbstverständlichkeiten wie dem Mitgliedsbeitrag für den Sportverein, dem Ausflug mit den Kindern in den Zoo oder auch vom Besuch einer Kulturveranstaltung“, so Hartmann. Um auch diesen Kronbergerinnen und Kronbergern die Teilhabe am Leben in ihrer Stadt zu ermöglichen, hat die Kommune gerade erst gemeinsam mit vielen heimischen Institutionen und Vereinen den „Kronberg-Pass“ aufgelegt.
Wenn dann allerdings auch noch die Waschmaschine kaputt geht, die Zuzahlung zu einer teuren Zahnbehandlung ansteht oder sich andere Belastungen auftun, hilft den Betroffenen auch das mehrmalige Drehen des Euros nicht mehr, denn dann stehen sie vor existenziellen Herausforderungen.
Auch in diesen Fällen kann Angelika Hartmanns Team künftig wertvolle Unterstützung anbieten – dank einer besonderen „nachweihnachtlichen“ Zuwendung in Höhe von 2000 Euro, die beim letztjährigen „Adventssingen“ auf der Schirn zusammengekommen ist. Zu dieser hatte der Altstadtkreis an vier Donnerstagen gemeinsam mit den Schönberger Montagssängern, den Kurrende Sängern, dem Musikverein Kronberg, Vox Musicae und der Laienspielschar eingeladen.
Es war bereits die dritte Auflage der beliebten Einstimmung auf das Christfest und wie auch in den Jahren zuvor war klar, dass die Einnahmen aus dem Verkauf von Glühwein und vielem anderen auch dieses Mal einem guten Zweck zugutekommen sollten. Hatten die Initiatoren des Adventssingens nach den ersten beiden Malen Einkaufsgutscheine organisiert, die an Menschen in finanziellen Nöten verteilt werden konnten, so gab es die 2000 Euro jetzt in Form eines Schecks.
„Wir wollen damit gerne die Mitbürgerinnen und Mitbürger unterstützen, die sich mit außerplanmäßigen Kosten konfrontiert sehen, die sie aus eigener Kraft nicht stemmen können“, hob Thorsten Buss, der Vorsitzende des Altstadtkreises, bei der Übergabe des Spendenschecks hervor.
Dass das Geld auch bei diesen Adressaten ankommt, darauf wird das Team des Sozial-Referats achten. „So sehr sich die Menschen, die mit ihrem Hilfsgesuch zu uns kommen, darauf verlassen können, dass ihr Anliegen bei uns absolut vertraulich behandelt wird, so sehr dürfen unsere Unterstützer darauf vertrauen, dass wir gewissenhaft mit ihrer Zuwendung umgehen“, erklärt Hartmann. Dazu gehöre selbstverständlich, dass jedes Anliegen zunächst auf seine Berechtigung geprüft und im Falle einer Auszahlung ordentlich dokumentiert werde.
Seit Anfang Juli können Kronberger, die Sozialleistungen beziehen, den Kronberg-Pass bei der Stadt beantragen. Mit dem Ausweis bietet sich die Möglichkeit, eine ganze Reihe von Kultur- und Freizeitangeboten zu vergünstigten Preisen zu nutzen.
Die Nutzer erhalten Wertmarken in einer Gesamthöhe von 50 Euro. Aufgeteilt auf Beträge von 5 und 10 Euro können diese Marken an den Kassen der teilnehmenden Institutionen als Zahlungsmittel verwendet werden. Das gilt zum Beispiel für die Kronberger Lichtspiele, den Opel-Zoo, das Casals Forum, das Museum Malerkolonie oder auch die Burg. Hinzu kommen Veranstaltungen von heimischen Kultur-, Musik- und Karnevalsvereinen sowie regionale Angebote von „Kulturpass.net“ und „KulturLeben Hochtaunus“. Neben der Wahrnehmung dieser Angebote besteht auch die Möglichkeit, mit Hilfe der Wertmarken Mitgliedsbeiträge bei Sportvereinen zu begleichen.
Eine Übersicht der sich beteiligenden Institutionen finden Interessierte im Internet unter www.kronberg.de. Zudem erhalten alle Antragsteller mit dem Kronberg-Pass eine Liste im Fachreferat Soziales, Senioren und Integration in der Hainstraße. Um den Pass zu erhalten, wird ein gültiger Bewilligungsbescheid über den Bezug von Bürgergeld oder Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung ein aktuelles Passfoto und der ausgefüllte Antrag benötigt.
Die Beantragung ist montags bis freitags zwischen 8 und 12 Uhr im städtischen Fachreferat „Soziales“ in der Hainstraße 5 möglich. Eine weitere Möglichkeit bietet sich mittwochs zwischen 14.30 und 15.30 Uhr im Ernst-Winterberg-Haus, Frankfurter Straße 30. Wer vormittags keine Möglichkeit hat, die Beratungsstelle aufzusuchen, kann gerne unter der Telefonnummer 06173-7031390 oder per E-Mail an soziales[at]kronberg[dot]de einen Termin vereinbaren. Im Internet unter www.kronberg.de kann der Antrag auch online gestellt werden.
Gemeinsam mit Vertretern der am Adventssingen beteiligten Vereine überreichte Thorsten Buss, der Vorsitzende des Altstadtkreises, (2.v.l.) den Spendenscheck an Angelika Hartmann und Bürgermeister Christoph König (3. und 4. v. l.). Foto: Stadt Kronberg