Kronberg (kb) – Die Viktoria-Schule hat mit ihrer diesjährigen Projektwoche eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig Lernen sein kann. Unter dem Motto „Wir sind Naturparkschule“ verwandelten sich Klassenzimmer in Forscherlabore, Wiesen in Lehrbücher und der Wald in ein Atelier.
Neugier, Entdeckergeist und Kreativität standen für die Schülerinnen und Schüler eine Woche lang im Mittelpunkt. In kleinen Forschergruppen untersuchten die Kinder Bäche und Wiesen, bestimmten Pflanzenarten und Wasserlebewesen, führten Experimente durch und lernten, die Natur mit neuen Augen zu betrachten. Auch der Umgang mit Müll und Umweltschutz wurde nachhaltig und altersgerecht thematisiert. So konnte man täglich Kinder mit Müllzangen und Handschuhen bewaffnet durch Kronberger Straßen und durch den Victoriapark streifen sehen, die jede noch so kleine Zigarettenkippe aufsammelten.
Ein besonders flauschiges Highlight war die Begegnung mit Schafen und das Filzen der Schafwolle nach traditioneller Methode. Auch die faszinierende Welt der Steine wurde unter die Lupe genommen, während andere Gruppen den Wald in eine Galerie verwandelten und „Kunst im Wald“ erschufen. Ob als Klimaforscher im Wald auf den Spuren der Borkenkäfer oder beim Survival-Training mit Wildkräuterkunde – hier wurde Wissen praxisnah vermittelt. Die Schüler lernten, wie man Feuer macht, essbare Pflanzen erkennt oder eine Notunterkunft baut. Auch die traditionelle Backkunst von Hildegard von Bingen, die die Ernährung bereits im Mittelalter als Schlüssel zur Gesundheit von Körper und Seele betrachtete, konnten die Kinder selbst ausprobieren. Dabei entstanden sogenannte Nervenkekse, denen man nachsagt, mit ihren köstlichen Gewürzen die Konzentration zu fördern.
Ein besonderes Erlebnis genossen die Kinder durch die Aufführung des Theaterstücks „Kleine Elfe in großer Gefahr“ in der Turnhalle, welches durch Spenden der Rheinberger Stiftung und der Taunus Sparkasse finanziert werden konnte. Das interaktive Umwelttheater, das Kinder auf spielerische Weise für Themen wie Müllvermeidung, Abfalltrennung und den Schutz der Natur sensibilisiert, vermittelt ökologische Zusammenhänge kindgerecht mit Musik und Humor. Im Mittelpunkt steht eine mutige kleine Waldelfe, deren Zuhause durch achtlos weggeworfenen Müll bedroht wird. Batterien, Altöl und Glasscherben verwandeln den Wald in eine gefährliche Müllkippe. Die Elfe widersetzt sich dem Befehl, den Wald zu verlassen, und gründet gemeinsam mit den Kindern die „SOKO WM“ – die Sonderkommission Wilder Müll – und kämpft für eine sauberere Umwelt.
Zum Abschluss versammelten sich alle Schüler, Lehrerinnen und Betreuungskräfte zum gemeinsamen Würstchengrillen. Bei Sonnenschein und entspannter Stimmung klang die ereignisreiche Woche aus – mit dem festen Vorsatz, dass Lernen durch Erleben auch künftig einen festen Platz im Schulalltag haben wird. Die Viktoria-Schule hat erneut gezeigt, wie wichtig und wirkungsvoll Bildung im Einklang mit der Natur sein kann - ganz im Sinne einer echten Naturparkschule.
