Eine Sache wird schnell klar, wenn man die schönen, hellen Praxisräume von Ramona Herczeg in Oberhöchstadt betritt: Die Podologin geht ihrer Arbeit mit Freude und Herz nach und hat dank ihrer humorvollen Art immer ein Lächeln für ihre Patientinnen und Patienten übrig.
Nachdem sie etwa fünf Jahre lang selbstständig als Fußpflegerin gearbeitet hat, ist ihr klar geworden, dass ihr diese Tätigkeit nicht ausreicht. Sie verspürte immer mehr den Wunsch, selber mehr erkennen und entscheiden zu können. So kam es, dass Herczeg sich dazu entschloss, eine Ausbildung zur Podologin zu absolvieren. Teil dieser Ausbildung war ebenfalls eine Fortbildung in Nagelspangentechnik. Denn eine ständige Weiterbildung, so wie sich auch die Medizin fortlaufend entwickelt, ist ein wichtiger Baustein des Berufs.
Podologie ist die nichtärztliche Heilkunde am Fuß. Sie umfasst präventive, therapeutische und rehabilitative Behandlungen bei krankhaften Veränderungen der Haut und Nägel am Fuß.
Zu den podologischen Leistungen in Herczegs gehören die podologische Komplexbehandlung, Nagelkorrektur und Nagelprothetik, bei der verlorene Nägel mittels einer Prothese wiederhergestellt werden können, sofern noch ein gewisser Grad des Nagels vorhanden ist, auf den dann als Anker aufgebaut werden kann. Diese Behandlung hat nicht nur einen ästhetischen Hintergrund, sondern ist wichtig, um das Nagelbett zu schützen. Weitere Leistungen umfassen die Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms, die Pädiatrische Podologie, Orthosenversorgung sowie die Mykosebehandlung (Fußpilz, Nagelpilz). Auch Prävention und Beratung sind wichtige Punkte, dazu gehört beispielsweise auch eine Schuhinspektion, bei der geschaut wird, ob die Schuhe und Socken des Patienten richtig oder falsch sind. Tatsächlich sind diese zu 98 Prozent immer falsch.
Die Podologie erfordert einen hohen Hygienestandard, der in der Praxis mithilfe eines Reinigungs- und Desinfektionsgerätes (RDG) und mit einem Autoklav der Klasse B gesichert wird. Im kommenden Jahr plant die Podologin, ein zweites Behandlungszimmer einzurichten und sich kontinuierlich weiterzubilden. Den Zusatztitel „Sektoriale Heilpraktikerin auf Podologie“ würde sie auch gerne erwerben, denn mit dieser Qualifikation darf sie diagnostizieren wie ein Arzt und Rezepte für Privatpatienten oder Selbstzahler selber ausstellen. Zu ihrer Unzufriedenheit ist sie in diesem Prozess für den Moment noch von den Behörden blockiert.
Für Herczeg ist das Besondere an ihrer Arbeit, dass jeder Patient seine eigene Geschichte mitbringt und sie so bei jeder Behandlung auf neue Dinge trifft. Das Entfernen von Hühneraugen (Clavus) zählt zu ihren Spezialitäten. Erfüllung zieht sie aus dem Umstand, dass Patienten mit Problemen zu ihr kommen und sie die Praxis mit weniger Problemen verlassen können. Wenn große Beschwerden und Erkrankungen vorliegen, kann sie natürlich nicht versprechen, dass der Patient nach der Behandlung das Gefühl hat, er hätte nie etwas gehabt. Aber sie kann versuchen, dass es besser wird und eine Veränderung ist garantiert. In solchen Fällen kann eine Therapie über einen längeren Zeitraum notwendig sein und dabei spielt neben der Beratung durch die Podologin auch die Compliance des Patienten eine wichtige Rolle.
Während Herczeg über ihre Arbeit spricht merkt man, mit wie viel Leidenschaft und Hingabe sie ihrer Tätigkeit nachgeht: „Ich liebe meinen Beruf, dahinter steckt nicht nur, ich muss arbeiten, sondern es steckt dahinter, ich will arbeiten und außerdem ein Stück von meinem Herzen und meiner Liebe für diese Arbeit.“ In diesem Zusammenhang betont sie auch die große Unterstützung durch ihren Mann.
Wichtig ist Herczeg auch, dass die Podologie nicht mit der kosmetischen Fußpflege verwechselt wird. Während Letztere sich auf das optische Wohlbefinden konzentriert, hat die Podologie einen medizinischen Fokus. Podologen arbeiten nach strengen Hygienerichtlinien, dokumentieren medizinisch relevante Befunde und behandeln Krankheitsbilder gezielt – häufig in Zusammenarbeit mit Hausärzten, Diabetologen oder Dermatologen. Die Leistungen können über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden, sofern eine Heilmittelverordnung vorliegt.
Schon seit längerer Zeit betreut Ramona Herczeg erfolgreich ein Altersheim in Braunfels. Zu 80 bis 90 Prozent sind die Patienten, die sie hier behandelt, dement, was ein zusätzliches Maß an Empathie und Feingefühl für ihre Patienten voraussetzt. Diese Aufgabe möchte die Podologin auch weiterhin fortführen, da auch hier für sie ein Stück Liebe hinter der Arbeit steckt.
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In ihren schönen, hellen Praxisräumen freut sich die Podologin auf viele neue Patienten. Fotos: Wreth

