Sommerlicher Tag mit dem DRK am StadtStrand – zwischen Entspannung und Wissenszuwachs

Am StadtStrand mit dem DRK wurden beide Seiten bedient: Die Entspannung kam nicht zu kurz, und trotzdem konnte etwas gelernt werden.

Kronberg (nel) – „Trinkst Du gern ein Gläschen Wein, bleib nicht stehn‘ und komm herein!“ Mit diesen Worten lockte der StadtStrand am vergangenen Samstag wieder viele Besucherinnen und Besucher auf einen entspannten Sommertag bei rund 30 Grad an. Und das nicht ohne Anlass: Der Ortsverein Kronberg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Jubiläum und veranstaltete so neben weiteren Veranstaltungen auch ein Sommerevent am StadtStrand auf dem Berliner Platz. „Wir haben versucht, Alt und Jung für das DRK zu begeistern und dafür das Ambiente des Kronberger Strandes zu nutzen“, beschreibt Joachim Kebbekus vom Ortsverein die Idee hinter dem Fest.

Die Sonne strahlte schon, als kurz vor Beginn des Fests von zahlreichen Helferinnen und Helfern noch alles Nötige aufgebaut wurde, um den Tag umfassend zu feiern. Neben vielen leckeren Getränke- und Speiseangeboten, die von Herzhaftem vom Grill über Kaffee und Kuchen bis hin zu Crêpes und Cocktails reichten, gab es ein umfangreiches Angebot für Klein und Groß, das den ganzen Tag füllen konnte. Ab 14 Uhr startete der Tag und konnte bis 22 Uhr genutzt werden, um alles zu erkunden. Denn da gab es einiges. Unterstützt wurde die Veranstaltung unter anderem vom Thäler Kerbeverein, während die Stadt Kronberg den Vereinen mit dem Berliner Platz eine passende Infrastruktur zur Verfügung stellte.

So lockte beispielsweise die Fahrzeugausstellung Jung und Alt mit den typischen Neonfarben schon von Weitem an. Die zahlreichen aufgefahrenen Fahrzeuge rund um den mit Sand aufgefüllten StadtStrand zogen die Aufmerksamkeit vorbeigehender Menschen direkt auf sich. Zu bestaunen gab es unter anderem einen Mannschaftstransportwagen, einen Gerätewagen Betreuung (GwBt) sowie die Ausstattung des Katastrophenschutzes, wobei an den Autos auf Informationsschildern die Aufgaben, die Zugehörigkeit, die gesamte Ausstattung sowie nähere Informationen zum Fahrzeug erfahren werden konnten. Besondere Aufmerksamkeit zog der neue Allradkrankentransportwagen (KTW) auf sich. Thilo Schneider und Emely Zengeler erklärten den Besucherinnen und Besuchern rund um das Fahrzeug alles von der Ausrüstung bis zu den „schweren Verletzungen“, die zuvor an Teddybären für Kinder und Erwachsene demonstriert worden waren. Der neue KTW ist speziell auf die Einsätze des Kronberger DRK zugeschnitten – von der Winterrettung auf dem Fuchstanz über sanitätsdienstlich betreute Veranstaltungen bis hin zur Versorgung von Feuerwehrkräften etwa bei Waldbränden. Die Fahrzeuge standen mit geöffneten Türen bereit, sodass wortwörtlich hinter die Kulissen der Einsatzkräfte geschaut werden konnte. Es versammelten sich Klein und Groß, um das sonst im Verborgenen Liegende mit großem Interesse entdecken zu können.

Programm für Jung und Alt

Nicht nur für die Erwachsenen hatte der Tag einiges zu bieten, auch die kleinen Besucher kamen nicht zu kurz. Das Jugendrotkreuz präsentierte sich mit einem breiten Angebot an Bastelmöglichkeiten, Glitzertattoos und einem Glücksrad, an dem gedreht werden konnte, um kleine Gewinne zu ergattern. Wer wollte, konnte sich zudem selbst im fachgerechten Verbinden versuchen und einem Teddybären einen Verband anlegen.

Das Jugendrotkreuz informierte zudem über sein Ziel, Kinder ab sechs Jahren an die Erste Hilfe heranzuführen. Sein Motto: Niemand ist zu klein zum Helfen. Um ein Held oder eine Heldin zu sein, braucht es keinen Umhang oder eine Augenmaske. Es geht darum, zu lernen, Menschen in Not zu helfen. Das beginnt zum Beispiel mit dem Absetzen des Notrufes. Der Spaß kommt natürlich auch nicht zu kurz. Neben wöchentlichen Gruppenstunden werden in regelmäßigen Abständen Ausflüge mit anderen Gruppen des Jugendrotkreuzes im Hochtaunuskreis veranstaltet.

Auf einer bunten Hüpfburg konnte sich zudem ausgetobt werden. Am StadtStrand bietet sich neben dem speziellen Angebot natürlich auch immer die Möglichkeit, im Sand zu spielen oder in den bereitgestellten Liegestühlen zu entspannen.

Infos zum Verein und Erste Hilfe

An diesem Tag ließ es sich das DRK natürlich nicht nehmen, neben dem Entspannungsprogramm auch für etwas Wissenszuwachs im Bereich Erste Hilfe zu sorgen. Mit „Erster Hilfe zum Anfassen“ konnten die Besucher hautnah Erklärungen und Hilfestellungen bezüglich wichtiger Handgriffe und Erkennungsmerkmale erfahren und einen Einblick in die Möglichkeiten von Laien und das anschließende Vorgehen der ausgebildeten Experten bekommen.

Interessierte, die mehr über die Geschichte des Ortsvereins sowie die Aufgabenbereiche erfahren wollten, fanden auf ausgehängten Plakaten ebenso einiges an Information. Unterteilt in Kategorien wie Bereitschaft, Kaiserin-Friedrich-Haus, Schulsanitätsdienst und Fuchstanz fanden sich Zeitungsberichte aus verschiedenen Jahrzehnten, Informationen zu Übernahmen, Veränderungen und Tätigkeitsfeldern. Die Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1901, als sich Kronberger Bürger zur Freiwilligen Sanitätscolonne Cronberg zusammenschlossen. Im Laufe der Zeit entwickelte der Verein einen patentierten Rettungsschlitten und begann 1928 mit der Winterrettung auf dem Fuchstanz. Über zwei Weltkriege hinweg blieb der Schwung der Gründerzeit erhalten: In den 1960er- und 1970er-Jahren fuhren die Mitglieder häufig ehrenamtlichen Rettungsdienst, was heute aufgrund veränderter Ausbildungsvoraussetzungen nicht mehr denkbar wäre, und im Katastrophenschutz baute man zusätzlich zum Sanitätsdienst eine hohe Kompetenz im Bereich Betreuung und Verpflegung auf.

An einem Infopoint konnten sich alle Interessierten an Flyern zu Themen wie Hausnotruf, Alltagshilfen, Mittagstisch und betreutes Reisen bedienen. Auch der Seniorenwegweiser konnte mitgenommen werden. Er gibt einen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten für ältere Menschen und deren Angehörige. Der Nachmittag konnte ausführlich zum Austausch genutzt werden – auch die Bereitschaftsleitung Karin Henrich und Benny Ehrlein sowie Schatzmeister und Veranstaltungsleiter Jörg Schmidt nutzten die Gelegenheit zu zahlreichen Gesprächen am Rande des Fests. Denn neben dem geselligen Beisammensein ging es dem Ortsverein auch darum, die Bürgerinnen und Bürger über die vielfach unsichtbare, ehrenamtliche Arbeit zu informieren – und, wie bei jeder ehrenamtlichen Organisation, ging es nicht zuletzt auch darum, neue Mitglieder für den Fortbestand der zivilen Krisenvorsorge zu gewinnen. Gegen Abend startete dann das musikalische Programm mit „The Fishing Souls“, die hauptsächlich mit Soul-Musik, aber auch mit Liedern aus Funk, Blues und Reggae für beste Unterhaltung sorgten und die sommerliche Strandbar-Atmosphäre unterstrichen.

Jubiläumsjahr mit viel Programm

Der Auftakt des Jubiläumsjahres erfolgte bereits Anfang Mai in den Kronberger Lichtspielen mit einem Film über Henry Dunant und somit die Geburt des Rotkreuz-Gedankens. Darauf folgte nun die Vorstellung des DRK im Rahmen des Kronberger Sommers. Weiter findet am Sonntag, 20. September, ein Familienfest im Stadtteil Oberhöchstadt an der Dienststelle des DRK-Kronberg statt, und im Oktober folgt die Abschlussveranstaltung im Rathaus im Sitzungssaal mit Terrasse. Alle Mitglieder, Förderer, Freunde und Interessierten sind dazu eingeladen, das 125-jährige Bestehen zu feiern und gemeinsam schöne Momente zu verbringen.

Auch für die kleinen Besucher gab es viel Programm, darunter eine tolle Hüpfburg.

Fotos: El Manshi

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