Kronberg (hmz) – Die Stadtverordnetenversammlung war in ihrer jüngsten Sitzung aufgefordert, den Sperrvermerk für die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes (Baufeld III) aufzuheben und damit die notwendigen Ausschreibungen freizugeben.
Die Aufhebung war allerdings an die Bedingung geknüpft, dass Land und Bund die Fördermittel mit einer Quote von 75 Prozent bewilligen und damit die neun Millionen Euro von den derzeit angenommenen Kosten in Höhe von rund zwölf Millionen Euro anteilig decken.
Die Stadt rechnet allerdings mit Gesamtausgaben in Höhe von 13,1 Millionen Euro bis zur endgültigen Fertigstellung. Während in der Stadtverordnetensitzung am 10. Oktober noch mitgeteilt wurde, dass die Bike & Ride-Anlage im Jahr 2024 keine Berücksichtigung findet, wurde sie nunmehr nach „Stadt und Land“ angemeldet, wobei wohl mit einer „Zusage“ gerechnet wird, der Förderbescheid sollte im kommenden Jahr 2025 erstellt werden. Jetzt stehen wohl die Fördermittel doch noch in diesem Jahr zur Verfügung, aus diesem Grund musste das Stadtparlament die Aufhebung des Sperrvermerks in der vorgezogenen Sitzung beschließen. Es geht bei der B&R-Anlage um 2,7 Millionen Euro, davon sind 75 Prozent Fördermittel, also zwei Millionen Euro. Den Busbahnhof mit einer Bike & Ride-Anlage hält die Stadt Kronberg für einen essenziellen Schritt im Gesamtkonzept. Die „Fahrradgarage“ für rund 100 Fahrräder soll in den Hang gegenüber dem Bahnhofsplatz gebaut werden.
Das Stadtparlament stimmte mehrheitlich, bis auf die KfB, für die Aufhebung des Sperrvermerks. Dr. Jochen Eichhorn (KfB) begründete sie Ablehnung unter anderem damit, „dass der Plan eine Nummer zu groß und nicht sinnvoll ist. Das Bild von der in den Hang getriebenen Garage mag zwar ästhetisch ansprechend sein, die Kosten für dieses Vorhaben sind jedoch unserer Meinung nach deutlich zu hoch“.
Auch wenn Kronberg voraussichtlich einen erheblichen Anteil der Baukosten durch Bundesmittel erstattet bekomme, „bleibt der Bau aus unserer Sicht eine unverhältnismäßige Beanspruchung von Steuermitteln“. An die Bundesmittel seien konkrete CO2-Einsparziele geknüpft. Selbst wenn alle 100 Stellplätze an 365 Tagen im Jahr genutzt und dadurch jeweils zehn Kilometer Anfahrt mit dem Auto vermieden würden, könnte lediglich ein kleiner Teil CO2 eingespart werden, rechnete Eichhorn vor. Ein weiteres Argument sei der Verlust von mehr als 100 Bäumen, die für die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes gefällt werden müssten. „Diese Bäume sind wichtige CO2-Speicher und ihre Abholzung muss bei der Berechnung der zukünftigen CO2-Einsparung berücksichtigt werden. Damit wird das Erreichen der Einsparziele noch unwahrscheinlicher.“
Helmut Ebner (SPD) stellte fest, dass die Stützmauer ohnehin saniert werden müsste, da diese durch die Bäume stark beschädigt worden sei. Mechthild Schwetje (Grüne) betonte, „dass die privaten Investoren nicht mehr länger hingehalten werden können, die Stadt muss jetzt liefern“. Es werde ein städtebaulich attraktives Entree gestaltet und „es wäre wirtschaftlich schlicht dumm, diese Fördergelder zu verschenken“.