Kronberg (kb) – Seit vergangenem Freitag steht die Wasserampel in Kronberg auf Rot und es steht damit wieder einmal ein besonders sensibles Thema, der Umgang mit der Ressource Wasser, im Fokus. Die schweren Brandereignisse, insbesondere in Frankreich, Griechenland und Spanien berühren alle, und zwar nicht nur weil es die klassischen Urlaubsziele betrifft, sondern weil es ein unglaubliches Leid für hunderttausende Menschen und für Haus -und Wildtiere bedeutet. Als Verursacher ist der Klimawandel ausgemacht, der Hitze, Dürre und andererseits kaum beherrschbare Überschwemmungen auslöst.
Die Landwirtschaft erleidet durch die Dürre Verluste, wie auch die Schifffahrt durch den Niedrigwasserstand in unseren Flüssen große Schwierigkeiten hat. Ressource Wasser – einmal mehr wird deutlich, wie wichtig ein verantwortungsbewusster Umgang mit ihr ist, denn auch hier fehlt der Regen und damit das Wasser aufgrund des Klimawandels. Aber was sind die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis?
Der Verein „Aktives Kronberg“ hatte 2022 zum Thema „Wassersensitive Stadtgestaltung“ eingeladen. Der planerische Schwerpunkt der vorgestellten Stadtentwicklungsprojekte lag dabei darauf, den Herausforderungen des Klimawandels adäquat und in einer vorausschauenden architektonischen und technischen Weise zu begegnen. Das Pilotprojekt „Am Aubuckel“, das mit der GBG Wohnungsbaugesellschaft in Mannheim verwirklicht wurde, zeigt, wie man beispielsweise mit „Grauwasser“ umgehen kann, das üblicherweise ungenutzt und unwiederbringlich in der Kanalisation verschwindet.
Die erfolgreiche Umsetzung des Konzeptes für einen Wasserkreislauf, das aus der Kombination eines ausgeklügelten und hoch effizienten Filtersystems, der Wiederverwendung des gereinigten Wassers und Zisternen besteht, konnte dann nach Fertigstellung im vergangenen September von interessierten Bürgern bei einer gemeinsamen Exkursion besichtigt werden.
Über die Nachbargemeinde Königstein war zu lesen, dass das Wasser des Kurbades nach einer solchen Aufbereitung zur Bewässerung des neuen Parks mit Bäumen, Sträuchern und offenem Bachlauf in der Stadtmitte verwendet werden wird. Allein durch das Spülen der Filteranlagen des Kurbades würden dort pro Woche 200 bis 400 Kubikmeter Wasser als „Abwasser“ anfallen. Es wurde bisher ungenutzt in die Kanalisation abgelassen.
Wasser ist daher nun das zentrale Thema bei der neuen Entwicklung der Stadtmitte in Königstein. Die Arbeiten rund um das Wasser, die Ende 2027 abgeschlossen sein sollen, werden in diesem Zusammenhang im Rahmen des Bundesprogramms „Urbane Räume“ gefördert.
In Anbetracht der prekären Situation durch den Ausfall von Regen und knapper Wasserressourcen in Kronberg, die Bürgerinnen und Bürger dringend zum Wassersparen anhält, fragt der Verein Aktives Kronberg, welche Maßnahmen in einem größeren Maßstab möglich sind, um Wasser dem Verschwinden in der Kanalisation zu entziehen.
Wie viel Wasser verliert das Waldschwimmbad bei der Reinigung der Filteranlagen? Wie ist die Regelung nach Saisonschluss, was passiert mit dem Wasser im Becken? Bleibt es vollständig im Becken, beziehungsweise wie viel davon wird in die Kanalisation entleert? Ist vielleicht in Anbetracht einer zur Erneuerung anstehenden Anlage im Waldschwimmbad über den technischen Ansatz in der Nachbarstadt Königstein nachzudenken? Ist eine Abgabe gleichermaßen gereinigten Wassers zur Verwendung als Grauwasser an das neu zu gestaltende EFC Gebäude oder an den nahen Golfclub eine Überlegung wert?
Die Abgabe von Regenwassertonnen durch die Stadtverwaltung Kronberg fand sehr großes Interesse. Das Bewusstsein und der Wille der Bürgerinnen und Bürger sei offensichtlich vorhanden und ließe sich weiter fördern und für weitere Anwendungen ausweiten. Und wie könnten sich auch Unternehmen in Kronberg zu einer sinnvollen Verwendung von Regenwassersammlung und Weiterverwendung für unser Grün motivieren lassen? Es brauche gemeinsame Anstrengungen, um Kronbergs Grün zu erhalten.
Für den Verein Aktives Kronberg stellt sich daher die Frage, welche Maßnahmen die Stadt Kronberg ergreift, beauftragt durch entsprechende kommunalpolitische Entscheidungen, um die wertvolle Ressource Wasser im größeren Stil zu nutzen.
Mit Blick in die Zukunft seien es sinnvolle Investitionen, denn die nächste Hitzewelle komme bestimmt und nicht nur in diesem Jahr. Der Klimawandel werde zum Umdenken zwingen.