Kronberg (kb) – Mit einem fachlich hochkarätig besetzten Podium setzt der Verein Aktives Kronberg das Thema „Kreislaufwirtschaft“ in seiner nächsten Veranstaltung am Mittwoch, 15. Oktober, um 19 Uhr in den Kronberger Lichtspielen fort.
Dies ist definitiv kein Abend nur für „Fachleute“, sondern ein spannender und bildreicher Exkurs in die Welt der Architektur mit ihren vielfältigen Angeboten und Chancen für Bürgerinnen und Bürger als interessierte Nutzer und Hauseigentümer.
Referierten zuletzt Doktor Petra Meyer-Ziegenfuß (Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt) und Maximilian Gehri (C2C NGO) mit Unterstützung des Wirtschaftsredakteurs Philipp Krohn (FAZ) zum Thema Müllvermeidung und Re-Cycling oder Re-Use, geht es dieses Mal um den öffentlichen, gewerblichen, wie auch privaten Bausektor als größten Verbraucher von Ressourcen und größten CO2-Emittenten.
Flächen und Baustoffe werden knapper und Energie teurer. Ein „Weiter so“ ist auch hier definitiv keine Option. Wie aber kann der Lebensstandard erhalten bleiben, welche intelligenten wie innovativen Konzepte gibt es, wie könnte eine Transformation gelingen, die das Verständnis und die Akzeptanz für den notwendigen Wandel erreicht?
Als ersten Redner für diesen Abend ist Florian Dreher vom Verein Aktives Kronberg eingeladen. Er ist Referent für Baukultur, Wirtschaft und Hochschulwesen / in der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, der diplomierte Ingenieur der Architektur ist außerdem Mitherausgeber der Architekturzeitschrift „manege für architektur“. „Transformation will gestaltet werden. Das Feld der Architektur zeigt sich rückblickend wie heute als Bewahrer von Tradition und Treiber von Innovation zugleich“, so Florian Dreher mit einem ersten Statement.
Als zweiten Referenten freut sich der Verein über die Zusage des Architekten Professor Gero Quasten. Er ist Büropartner von prosa Architektur und Stadtplanung Quasten Rauh PartGmbB in Darmstadt. „Seit 2001 ist das Büro vor allem im öffentlichen Bauen mit Schwerpunkt Bildungsbau tätig. Der bewusste Umgang mit verschiedenen Materialien wie Holz und Lehm ist zentral in die Arbeitsweise des Büros integriert. Das Büro plant und baut mit dem Anspruch, Nachhaltigkeit ernsthaft umzusetzen. Die Büropartner und Mitarbeiter nehmen dabei alle Aspekte gleichermaßen ernst: ökologische und soziale Themen müssen bei der Entwicklung auch einer ökonomischen Betrachtung standhalten. Auch deshalb haben wir uns entschlossen, unser Büro nach den Prinzipien der Gemeinwohlökonomie zu betreiben“, so Professor Gero Quasten
Dritter Referent des Abends ist der Architekt, Büroinhaber und Vorstandsmitglied Guido Höfert von HHS PLANER und ARCHITEKTEN AG aus Kassel. Dass hier das Thema Nachhaltigkeit ein wesentlicher Teil des Büroprofils ist, zeigt sich schon an dem Engagement für den Verein der „Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen“ (DGNB), aber eben auch an den vielen Projekten dieses Büros.
Das „Aktiv-Stadthaus“ der ABG im Westhafen Frankfurts ist eines der bekannteren Gebäude. Das Mehrfamilienhaus mit 74 Mietwohnungen erzeugt als „Plusenergiehaus“ komplett die Wärme und Energie für den eigenen Verbrauch. Das Projekt wurde seit 2015 mehrfach ausgezeichnet. Der Architekt Guido Höfert zeigt in seiner PowerPoint-Präsentation jedoch ein besonders für Kronberger Einfamilienhausbesitzer interessantes Projekt. Aus „Eins macht Vier“ oder auch „4 gewinnt“ heißt der attraktive Umbau eines Einfamilienhauses in Kassel.
Ein großes Haus, allein von einer älteren verwitweten Dame bewohnt, wurde durch den geschickten Umbau für drei weitere Parteien gegliedert. Jeder erhielt dabei seinen individuellen Eingang. Die Adresse und Nachbarschaft der Kasslerin blieb so für sie erhalten. Die Vernichtung der „verbauten Energie im Bestandsgebäude“ durch einen Abriss konnte vermieden werden, eine Versiegelung von Flächen für die Schaffung von Wohnraum für diese neuen „Mitbewohner“ blieb dadurch aus.
Der Verein lädt alle Interessierten zu dieser kosten- und anmeldefreien Veranstaltung ein. Die Veranstaltung ist von der Architektenkammer Hessen als Fortbildung anerkannt, Teilnahmebescheinigungen können vor Ort ausgestellt werden. Weitere Informationen gibt es unter www.aktiveskronberg.de.