Unternehmensbefragung zeichnet positives Bild – Attraktiven Standort zukunftsfähig machen

Der Campus Kronberg ist ein prägendes Element für den Wirtschaftsstandort Kronberg.

Foto: Stadt Kronberg

Kronberg (hmz) – Kronberg scheint als Wirtschaftsstandort nach wie vor attraktiv zu sein, dafür sprechen die Ergebnisse der diesjährigen Unternehmensbefragungen – allerdings mit Einschränkungen. Auch wenn sich ein insgesamt positives Stimmungsbild abzeichnet, die zentralen Herausforderungen sind deutlich sichtbar: der hohe Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften, an Gewerbeflächen und in der Folge die drängende Frage, wo Arbeitskräfte künftig leben können.

Die personalisierte Unternehmensbefragung wurde im Auftrag der Stadt Kronberg von der CIMA Beratung + Management GmbH in München durchgeführt. Der Fragebogen selbst wurde zusammen mit dem BDS in Abstimmung mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Wirtschaftsförderung der Stadt Kronberg entwickelt. 791 Betriebe wurden angeschrieben, 110 Betriebe haben teilgenommen, davon waren 93 auswertbare Bögen repräsentativ, das entspricht einer Rücklaufquote von rund 14 Prozent. „Damit können wir durchaus zufrieden sein“, betonte Kerstin Mahrenholz, die das Fazit den an der Umfrage beteiligten Unternehmen und im Anschluss im Rahmen eines Pressegesprächs vorstellte.

Wertvolle Informationen

Die Unternehmungsbefragungen sind ein wichtiges Instrument für die Stadtentwicklung, da sie wertvolle Informationen über die Bedürfnisse, Erwartungen und Pläne ansässiger Unternehmen liefern. Diese Daten helfen der Stadtverwaltung, gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Standortbedingungen zu entwickeln, die Wirtschaft zu fördern und die Lebensqualität für Unternehmen und ihre Mitarbeiter zu steigern. Eine gezielte Standortanalyse kann Rückschlüsse auf Faktoren zulassen, die für Unternehmen bei der Wahl oder dem Verbleib in der Stadt wichtig sind. Dies können beispielsweise Infrastruktur, Verkehrsanbindung, Verfügbarkeit von Fachkräften, Gewerbeflächen oder auch die Qualität der Verwaltung sein. 

Hierbei kommt dem Kernbereich „Wirtschaftsförderung“ eine Kernaufgabe zu, die aufgrund der aktuellen Datenlage zur Bestandspflege beitragen und die Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen Unternehmen verbessern kann. Die CIMA fragte nach der Zufriedenheit mit dem Leistungsangebot in diesem Bereich. Demnach sind 41 Prozent sehr, 13 Prozent weniger zufrieden. Bei der Frage nach der gewünschten Unterstützung wurden die Bereitstellung von Gewerbeflächen, Netzwerkarbeit, Marketingaktivitäten, Förderung lokaler Betriebe, der Abbau von Bürokratie (Vorschriften) und der Gasfaserausbau genannt.

Mangel an Gewerbeflächen

Ein Schwerpunkt der Befragung betraf die Gewerbeflächen, hier wurde ein Bedarf von knapp 75.000 Quadratmetern angemeldet, darunter ein Großprojekt. „Auch externe Unternehmen äußern weiterhin kontinuierlich Interesse an Ansiedlungen in der Stadt und das muss bei der Flächenplanung mitberücksichtigt werden“, so Wirtschaftsförderer Andreas Bloching. „Die Ergebnisse machen deutlich, dass es nicht nur personeller, sondern auch räumlicher Entwicklungsperspektiven bedarf, wenn Kronberg seine wirtschaftliche Stärke sichern und weiter ausbauen will“, so Erster Stadtrat Heiko Wolf.

Er verwies in diesem Zusammenhang auf den städtebaulichen Rahmenplan zur Neuausweisungen der Flächen „Am Auernberg“ und am Kronberger Hang.

59 Prozent der befragten Betriebe planen nach der Befragung aktuell keine betriebliche Veränderung, 30 Prozent wägen zwischen Standortvergrößerung -oder verkleinerung bis hin zur Unternehmensübergabe und Standortverlagerung ab. Zwölf Unternehmen haben Flächenbedarf angemeldet und denken über eine Expansion nach.

Eine Vielzahl der teilnehmenden Unternehmen stammt aus dem Bereich Dienstleistungen, IT und Kommunikation, 90 Prozent haben ihren Stammsitz in Kronberg. Unter ihnen herrscht eine hohe Zufriedenheit bei wichtigen Standortfaktoren wie Mobilfunk, Fernstraßenanbindung und Energieversorgung. Ein Verbesserungspotenzial sehen sie beim derzeitigen Gewerbesteuerniveau (2,6), der Verfügbarkeit von Fachkräften und dem Angebot von Parkplätzen. Was den Standort Kronberg attraktiv macht und was sehr geschätzt wird sind die Versorgungsmöglichkeiten, die Branchennähe, das wirtschaftliche Image und die Kundennähe

Mobilität

Eine Überraschung: Im Stadtteil Kronberg kommen 49 Prozent der Beschäftigten mit dem PKW zur Arbeit, 39 Prozent nutzen den ÖPNV. Das Ergebnis könnte ein Signal für den Ausbau von entsprechenden Verkehrswegen sein und ein weiterer Schritt hin zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Bürgermeister Christoph König: „Die Ergebnisse liefern und wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Wirtschafts- und Standortentwicklung.“ Trotz einer positiven Grundhaltung zeige sich aber auch: Ohne ausreichenden, bezahlbaren Wohnraum für neue Fachkräfte drohe der Standort Kronberg im Wettbewerb um Talente an Boden zu verlieren.

Die Wirtschaftsförderung wird die Ergebnisse aus der Befragung einordnen und dabei Themen wie die Auswirkungen der aktuellen Krisen, Beschäftigtenstruktur, Arbeitskräftebedarf und Fachkräftesicherung, Entwicklungspläne und Zukunftsstrategien, Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Digitalisierung und den Gewerbeflächenbedarf im Blick haben müssen. Anforderungen an die Wirtschaftsförderung, aber auch an die Politik.



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