Volt diskutiert „Kronberg 2.0: Upgrade“ mit Eileen O’Sullivan und Kandidierenden für Stadt und Kreis

Chan Uk Jun, Eileen O’ Sullivan, Tobias Raum, Fiona Byrne und Stefan Schulz (v. l.) disku-tierten zum Thema „Wie wird Kronberg zur Smart City?. Foto: privat

Kronberg (kb) – Der Wahlkampf für die hessischen Kommunalwahlen geht in die „heiße Phase“. Die paneuropäische Partei Volt lud am vergangenen Freitag zu einer offenen Diskussionsveranstaltung zum Thema „Wie wird Kronberg zur Smart City?“ ein.

Chan Uk Jun, Spitzenkandidat in Kronberg, begrüßte die rund 40 Besucherinnen und Besucher und erklärte, dass Volt zum ersten Mal mit einer eigenen Liste in Kronberg zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung antritt – mit dem Ziel, zwei Mandate zu gewinnen.

„Dies soll nicht einfach eine Wahlkampfveranstaltung sein, sondern ihr sollt euch ein Bild davon machen, was Volt für Kronberg bedeutet, warum wir uns in Kronberg engagieren und wer die handelnden Personen sind.“ Seine wichtigsten Themen sind Menschenrechte und nachhaltiges Wirtschaftswachstum – dabei möchte er europäisch denken und lokal handeln. Dies ist auch der Webseite von Volt Kronberg sowie dem Wahlprogramm „Kronberg 2.0 – Upgrade“ zu entnehmen.

Stefan Schulz, Listenplatz 3 in Kronberg, stellte seine Kronberger Herkunft in den Vordergrund: „Ich lebe mit meiner Familie hier in Kronberg, bin hier groß geworden und bin seit vielen Jahren selbstständig in der Medienbranche tätig.“ Ihm geht es um eine lebenswerte Stadt für alle Generationen. Für ihn ist eine Verwaltung wichtig, die digital, transparent und serviceorientiert handelt.

Auch die drei Spitzenkandidierenden der Liste für den Kreistag stellten sich vor. Fiona Byrne aus Königstein stellte einen ihrer Schwerpunkte für den Kreis vor: „Für gute Bildung sind auch die psychische und körperliche Gesundheit der Schüler:innen wichtig. Daher möchten wir in besseres Schulessen, Luftfilter sowie Mobbing-Hilfe investieren. Außerdem müssen Kinder und Jugendliche über ihre Schulen mitbestimmen können. Um Demokratie und Verantwortung erlebbar zu machen, sollten Schüler:innen an ihren Schulen über eigene Budgets verfügen können (Stichwort Schülerhaushalte).“

Tobias Raum aus Bad Homburg erläuterte weitere Schwerpunkte des Volt-Wahlprogramms, etwa im Bereich ÖPNV, und betonte: „Es ist umso wichtiger, uns auch in den Kreistag und nicht nur in die Stadtverordnetenversammlung zu wählen, da viele wichtige Entscheidungen dort getroffen werden. Zum Beispiel ist der Kreis am RMV beteiligt, die Stadt aber nicht.“

Nasser Djafari, Architekt aus Oberursel, berichtete von seiner ehrenamtlichen Arbeit im VzF (Verein zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderung und Benachteiligung): „Nach inzwischen 50 Jahren bin ich stolzer Vorstand eines Vereins mit 400 festen Mitarbeitenden, der täglich etwa 1.500 Kinder sowie Menschen mit und ohne Behinderung betreut.“ 48 Jahre lang hatte Djafari das Amt des Vorsitzenden inne, seit 2024 ist er Ehrenpräsident des VzF. Er setzt sich insbesondere für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ein. Er berichtet, dass im Hochtaunuskreis derzeit 1.100 Familien auf preisgünstigen Wohnraum warten.

Eileen O’Sullivan stellte sich mit einem Blick auf ihre Schulzeit in Königstein und ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Schneidhain als „Taunus-Kind“ vor. Seit 2018 ist sie bei Volt aktiv und wurde 2021 als Teil der Koalition mit SPD, Grünen und FDP hauptamtliche Dezernentin in Frankfurt. „Ich bin für die Bürgerämter in Frankfurt zuständig, für die Organisation der Wahlen, damit auch für das Statistikbüro, für die Stabsstelle Bürger:innenbeteiligung, für die IT als Basisinfrastruktur der Stadt Frankfurt sowie für die Stabsstelle, die sich um die Smart-City-Entwicklung kümmert.“ Sie stellte anschließend einige Erfolge ihrer Arbeit in der Verwaltungsdigitalisierung vor, darunter Platz 1 in einer Studie zu den digitalsten Bürgerämtern in deutschen Großstädten sowie den Einsatz von Sensorik zur Unterstützung der Steuerung großer Menschenmengen, etwa auf der Fanmeile oder dem Weihnachtsmarkt.

Die Fragen der Teilnehmenden umfassten ein breites Themenspektrum – von der grundsätzlichen Umsetzbarkeit digitaler Innovationen über die Zusammenarbeit im Rhein-Main-Gebiet bis hin zur Bürgerbeteiligung. Emotional wurde die Debatte beim Thema „bezahlbarer Wohnraum“, das gerade in Kronberg – aber auch im gesamten Vordertaunus – ein großes Problem darstellt.

Nasser Djafari, als Architekt und Bauträger ein Experte auf diesem Gebiet, stellte die Vorschläge aus dem Volt-Programm vor: „Die Städte sollten ihre Grundstücke nicht verkaufen, sondern behalten und zu günstigen Konditionen in Erbpacht vergeben, damit preiswert gebaut und vermietet werden kann. Dabei orientieren wir uns an der europäischen Best Practice in Wien.“

Zum Abschluss teilte Eileen O’Sullivan ihre Vision: „Wir wollen, dass eines Tages die Mitarbeitenden aus allen zuständigen Ämtern in einem Servicebüro zusammensitzen und arbeiten können, damit die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger effizient und flexibel erledigt werden – aber das gibt die aktuelle Gesetzeslage noch nicht her. Darauf arbeiten wir bei Volt politisch hin – mit Pragmatismus und Kompetenz.“

Die nächste Gelegenheit, mit Volt und Eileen O’Sullivan in den direkten Austausch zu treten, wird bewusst am vierten Jahrestag der russischen Vollinvasion in die Ukraine im Frankfurter Fotografie Forum angeboten. Gemeinsam mit dem bekannten Bürgerrechtsanwalt Chan-Jo Jun – der auch der Bruder des Kronberger Spitzenkandidaten ist – sowie der Aktivistin und Volt-Kandidatin Salome Saremi-Strogosch findet eine Podiumsdiskussion zum Thema „Menschenrechte und Demokratie im digitalen Zeitalter“ statt.

In Kronberg wird am Sonntag, 1. März, ab 15 Uhr eine Führung durch die BraunSammlung mit anschließender Diskussion mit den Kronberger Kandidierenden angeboten. Der Eintritt ist kostenlos.

Bis zur hessischen Kommunalwahl am Sonntag, 15. März, ist Volt in Kronberg, Oberursel, Bad Homburg und weiteren Orten des Hochtaunuskreises regelmäßig mit Wahlständen vertreten und für alle Bürgerinnen und Bürger ansprechbar. Nicht nur deutsche Staatsangehörige, sondern auch EU-Bürger sind bei dieser Wahl wahlberechtigt – und es gibt keine 5-Prozent-Hürde, sodass jede Stimme direkt zählt. Volt in Kronberg und im Hochtaunuskreis rechnet damit, das Ergebnis von knapp vier Prozent bei der letzten Europawahl zu übertreffen und anschließend aktiv die Politik mitgestalten zu können.



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