Der Wald wird zum Klassenzimmer: Montessori Kronberg pflanzt 500 Eichen

Hand in Hand für die Zukunft: Kinder und Eltern der Montessori Kronberg pflanzen gemeinsam 500 Eichen und leisten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Fotos: privat

Kronberg (kb) – Ein starkes Zeichen für den Klimaschutz setzten rund 30 Kinder und Eltern der Montessori Kronberg Kinderhaus und Grundschule gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und HessenForst: Im Kronberger Stadtwald pflanzten sie etwa 500 Trauben- und Roteichen, um eine durch den Borkenkäfer beschädigte Fichtenfläche wieder aufzuforsten. Mit diesem praxisorientierten Umweltprojekt tragen die Kinder des Kinderhauses und der Grundschule aktiv zur Aufforstung und Stärkung der heimischen Wälder bei – und erfahren dabei, wie wichtig es ist, die Natur zu schützen und zu bewahren. „Es fühlt sich toll an, etwas für den Wald zu tun. Ich hoffe, dass die Eichen irgendwann große Bäume werden, die uns allen helfen, das Klima zu schützen!“ – Paula, 7 Jahre

Der Wald als Klassenzimmer

Der Vorsitzende der SDW Kronberg Horst Lorenz erläuterte den Teilnehmern die Herausforderungen, die Fichten in den letzten Jahren durch den Borkenkäfer und den Klimawandel erleiden mussten. Fichten wurden ursprünglich im Taunus gepflanzt, da man damals mit kälteren Klimabedingungen rechnete. Zudem wurde nach dem Zweiten Weltkrieg dringend Holz für den Wiederaufbau benötigt und die Fichte wächst vergleichsweise schnell. Doch aufgrund der zunehmend höheren Temperaturen und dem Borkenkäferbefall sind die Fichten nun nicht mehr ausreichend stabil und widerstandsfähig.

Waldwissen hautnah

Die Montessori-Pädagogik fördert ganzheitliches Lernen durch Erleben, Forschen und Handeln – ein Ansatz, der sich perfekt im Wald-Klassenzimmer umsetzen lässt. Unter Anleitung von Hendrik Bickel (HessenForst) erfuhren die Kinder, wie man Eichen-Setzlinge richtig pflanzt. Sie sorgten dafür, dass die Wurzeln nicht beschädigt wurden und die Erde nach dem Setzen der Bäume fest angetreten wurde, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. „Feste antreten“ wurde zu ihrem Merksatz, den sie mit großer Begeisterung und Sorgfalt umsetzten, während sie mit viel Engagement bei der Arbeit waren.

Julia Weerda, das neue Vorstandsmitglied des Montessori-Fördervereins und erfahrene Jägerin, brachte für die Kinder Felle von Tieren wie Dachs und Reh mit. Anschaulich und spannend erklärte sie den Kindern, wie die Tiere des Waldes leben und welchen Einfluss die Umwelt auf sie hat. So wurde das Thema „Wald“ noch greifbarer und lebendiger für die jungen Teilnehmer.

Ein Signal für den Klimaschutz

Die „Monte-Wald“-Pflanzaktion war ein voller Erfolg. Insgesamt pflanzten die Kinder und ihre Eltern ca. 500 Setzlinge, auch wenn die teils harten Bodenverhältnisse aufgrund von Fels, Steinen und Wurzeln die Arbeit erschwerten. Doch das Pflanzen der Bäume ist nur der erste Schritt, wie Ulrich Petzoldt, der 2. Vorsitzende der SDW Kronberg betonte. Damit der Wald langfristig gedeiht und seine klimafreundliche Wirkung entfalten kann, seien regelmäßige Pflege und nachhaltige Bewirtschaftung notwendig. Die kontinuierliche Pflege der Bäume seien für den langfristigen Erfolg des Projekts überaus wichtig. Hierbei wollen die Kinder und Eltern der Montessori Kronberg den SDW Kronberg auch in Zukunft tatkräftig unterstützen.

Verantwortung lernen

Die Montessori Kronberg verfolgt in ihrer Pädagogik einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Werte wie Achtsamkeit, Verantwortung und den respektvollen Umgang mit der Natur fördert. Naturpädagogische Schwerpunkte in Form von Projekttagen und Ausflügen in die Natur sind fester Bestandteil des Programms in Kinderhaus und Grundschule. Unter der Leitung der Waldpädagogin können die Kinder so intensive Naturerfahrungen sammeln und ihr Wissen über ökologische Zusammenhänge vertiefen.

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