Ein Wochenende in Korea auf der Burg Kronberg

Kronberg (nel) – Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr hat das Korea-Festival am vergangenen Wochenende erneut zahlreiche Besucherinnen und Besucher auf die Burg Kronberg gelockt. Organisiert vom Arbeitskreis Veranstaltung des Burgvereins in Kooperation mit dem Institut für Koreanische Kultur und Kunst MunYeWon aus Schwalbach bot die zweite Auflage ein vielseitiges Programm, das traditionelle und moderne Facetten koreanischer Kultur eindrucksvoll miteinander verband.

Eröffnet wurde das Korea Festival am Samstag gemeinsam von Bürgermeister Christoph König, Landrat Ulrich Krebs und dem Generalkonsul. Bereits beim Betreten des Burghofs wurde deutlich, dass das Festival mehr als eine reine Präsentation ist: Es verstand sich als Einladung zum Mitmachen und Erleben. Zahlreiche Essensstände säumten den Innenhof und verbreiteten den Duft koreanischer Spezialitäten. Besucher konnten sich unter anderem durch Tteokbokki, würziges Kimchi, knuspriges koreanisches Fried Chicken sowie Klassiker wie Bibimbap und Japchae probieren. Auch Kaffee und Kuchen fanden ihren Platz im Angebot und boten eine vertraute Ergänzung zum kulinarischen Spektrum.

Neben dem gastronomischen Angebot lag ein besonderer Fokus auf interaktiven Kulturformaten. So konnten Interessierte bei einer Mitmachaktion zur koreanischen Volksmalerei selbst kreativ werden und Einblicke in traditionelle Gestaltungstechniken gewinnen. Ergänzt wurde dies durch Vorführungen und Workshops, etwa zur Kalligrafie, Bojagi-Tuchkunst und klassischen Taekwondo-Techniken. Auch die Möglichkeit, einen Hanbok – die traditionelle koreanische Tracht – anzuprobieren, wurde von einigen Besuchern genutzt.

Im Innenbereich der Burg eröffnete sich ein weiterer Schwerpunkt des Festivals. Im Rheinbergersaal der Mittelburg wurde eine umfangreiche Ausstellung zur HANJI-Kunst präsentiert. Die Werke des in Korea renommierten Künstlers Jung Kyo-Soon, Gründer des Neulpum Hanji Craft Studio in Seoul, veranschaulichten die Vielseitigkeit des traditionellen Papiers, das aus der Rinde des Maulbeerbaums hergestellt wird. Die Exponate reichten von kunstvollen Objekten bis hin zu funktionalen Alltagsgegenständen und wurden durch erklärende Beschriftungen ergänzt, welche die Herstellung und kulturelle Bedeutung dieser Handwerkskunst nachvollziehbar machten.

Darüber hinaus boten verschiedene Stände Einblicke in weitere Bereiche koreanischer Alltags- und Konsumkultur. Präsentiert wurden unter anderem koreanische Gesichtspflegeprodukte, feine Keramik- und Porzellanarbeiten, Stoffe sowie unterschiedliche Teesorten. Diese Mischung aus traditionellem Kunsthandwerk und modernen Produkten vermittelte ein facettenreiches Bild der koreanischen Kultur, das über stereotype Vorstellungen hinausging.

Ein zentrales Element des Festivals bildete das Bühnenprogramm, das sich durch seine Vielfalt auszeichnete. Moderne K-Pop-Darbietungen, ein aus Südkorea stammendes Musikgenre und globales kulturelles Phänomen, das koreanischsprachigen Pop mit Einflüssen aus Hip-Hop, R&B und Electro verbindet, trafen auf traditionelle Jin-Do-Trommelaufführungen und den ausdrucksstarken Shinbaram-Tanz. Die Darbietungen wurden durch weitere kulturelle Beiträge ergänzt, darunter Minhwa-Malerei und musikalische Elemente, die das Publikum gleichermaßen unterhielten und informierten.

Bei überwiegend schönem Wetter blieb die Besucherresonanz durchweg positiv, das Festival eignete sich bestens für einen Ausflug am Wochenende. Viele Gäste verweilten über mehrere Stunden auf dem Burggelände und nutzten die Gelegenheit, sich intensiv mit den verschiedenen Angeboten auseinanderzusetzen. Die Kombination aus historischer Kulisse und lebendiger Kulturvermittlung verlieh der Veranstaltung dabei eine besondere Atmosphäre.

Nach der erfolgreichen zweiten Ausgabe dürfte der Wunsch nach einer Fortsetzung auch im kommenden Jahr erneut laut werden.

Der Innenhof der Burg widmete sich dem Kulinarischen: Hier konnte aus Kimchi, Reiskuchen und Bibimbap gewählt werden.

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