Zwischen Fachwerk, Wein und Musik: Erste Kronberger Weinzeit begeistert die Burgstadt

In der historischen Kulisse der Altstadt konnten die Besucher an den verschiedenen Ständen der Winzer probieren und das Wochenende so in vollen Zügen genießen.

Kronberg (nel) – Über der gesamten Kronberger Altstadt lag am vergangenen Wochenende der Duft von Wein: Bei der Premiere der „Kronberger Weinzeit“ verwandelte sich die Burgstadt in eine einzige, besondere Genussmeile. Denn es stand eine Premiere an: Am Samstag, 1. August, und Sonntag, 2. August, verteilten sich Winzerinnen und Winzer, Feinkosthändler und Vereine auf vier Standorte in der Altstadt und sorgten bei sommerlichem Wetter für ein Debüt, das sich sehen – und vor allem schmecken – lassen konnte. Die Kronberger Weinzeit fand zum ersten Mal statt und sorgte für eine ganz besondere Atmosphäre in den kleinen Gassen und auf den Plätzen der charmanten Innenstadt. Zwischen Fachwerk und Kopfsteinpflaster klirrten die Gläser, an den Ständen wurde geplaudert, probiert und immer wieder nachgeschenkt.

Reise durch Genuss-Stationen

Herzstück des neuen Formats war die Tanzhausstraße. Dort schenkte das Weingut Schmitt seine Tropfen aus – seit 1987 von Helmut Schmitt als Familienunternehmen aus Guldental an der Nahe geführt, mit Riesling, Burgunder und dem hauseigenen Schmitt‘schen Winzersekt im Sortiment. Gleich nebenan präsentierte das Weingut Schneider, bei dem mit Wolfgang und Nils Schneider zwei Generationen Hand in Hand arbeiten, seinen Schwerpunkt aus fruchtigen Weinen und Sekten, während der Lions Club die charaktervollen Rieslinge und Burgunder des Weinguts Joachim Flick aus dem Rheingau ausschenkte, die für die Vielfalt und Eleganz der Region stehen. Internationales Flair brachten die Partnerschaftsvereine Kronberg-Le Lavandou und Kronberg-Porto Recanati mit: hier französischer Landwein in Weiß, Rot und Rosé aus der Provence zu knusprigen Galettes und der mittlerweile legendäre „Spritz Lavandou“, dort italienische Dolce-Vita-Stimmung mit frisch gegrillter Salsiccia, Wein aus Italien sowie Aperol-, Limoncello- und alkoholfreiem Glitter-Spritz. Besucher, die es herzhaft mochten, wurden beim erfahrenen Metzger- und Partyservicebetrieb Jochmann mit frisch Gegrilltem fündig, während Klinger Delikatessen – mitten in der Kronberger Altstadt beheimatet – mit Weinen der elsässischen Domäne Hubert Reyser für edle Töne sorgte.

Nur wenige Schritte weiter, auf dem Zehntscheunenplatz, ergänzten Hellriegel Feinkost – die für exklusive Delikatessen und kulinarische Spezialitäten aus aller Welt steht – mit ihren beliebten Mispelchen und das Weingut Mack, dessen Lagen zu 90 Prozent mit Riesling und zu 10 Prozent mit Spätburgunder bestockt sind, mit einem Spektrum von fruchtigen bis mineralischen Rheingauer Tropfen das Angebot. Auf dem Recepturhof wiederum trafen Tradition und Aufbruch aufeinander: Das Weingut Prinz von Hessen aus Johannisberg – einer der bedeutendsten Riesling-Produzenten Deutschlands – schenkte seine Rieslinge aus; eine Verbindung mit Geschichte, gehört das Weingut doch, wie das Schlosshotel Kronberg, zur Unternehmensgruppe der Hessischen Hausstiftung. Daneben präsentierte Robert Wurm, der 2014 das 1841 gegründete Weingut Ottes in Lorch übernahm und sich damit einen Lebenstraum erfüllte, seinen „Lorcher Rosé“, der junge Kronberger Weinenthusiast Felix Rullkötter stellte unter dem Label German Grape charakterstarke Weine aus Pfalz, Rheingau und Rheinhessen vor, und der Recepturkeller – eine Institution in Kronberg – sorgte mit Gegrilltem, Bier und Apfelwein für die deftige Grundlage mitten im Herzen des Hofs.

Kurzurlaub-Atmosphäre

Für die größte Überraschung sorgte allerdings ein vierter, sommerlich beliebter Standort: der eigens aufgeschüttete StadtStrand am Berliner Platz. Mit feinem Sand unter den Füßen konnten die Gäste hier gleich mehrere Rheingauer Weingüter kennenlernen – neben dem Weingut Heinrich Eser, dessen Familientradition bis ins Jahr 1759 zurückreicht und das für elegante Rieslinge sowie ausdrucksstarke Burgunder steht, und dem ökologisch wirtschaftenden Weinbau Huster, dessen nachhaltig erzeugte, herkunftstreue Weine bereits bei der Kronberger Genuss-Messe im Mai für Aufsehen gesorgt hatten, war auch das Weingut Hans Jörg Venino aus Flörsheim mit von der Partie. Die Oechsle Weinbar, sonst in Königstein und Bad Soden beheimatet, feierte hier ihre Kronberg-Premiere mit Weinen aus Rheinhessen, Baden und der Pfalz. Für die deftige Note sorgten die Kronberger Matthias Villnow und Sebastian Köbel mit Wildbratwurst aus heimischer Jagd, wie man sie sonst vom Kronberger Weihnachtsmarkt kennt, sowie mit Apfelwein, Apfelsaft und Quittensecco – für viele Besucher war der Sand unter den Füßen fast so etwas wie ein kleiner Kurzurlaub mitten in der Kronberger Innenstadt.

Klänge zum Wein

Einen besonderen Akzent setzte das musikalische Rahmenprogramm: Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der deutsch-britischen Städtepartnerschaft reisten eine Brass Band und der Chor „Sgarmes“ aus Kronbergs walisischer Partnerstadt Aberystwyth eigens in die Burgstadt. Gemeinsam mit weiteren Gästen von der britischen Atlantikküste sorgten sie an beiden Tagen zwischen den Weinständen für stimmungsvolle Klänge und verliehen der Premiere eine internationale, fast schon festivalartige Note.

„Da sollte und da wird für jeden Geschmack etwas Passendes dabei sein“, hatte Organisator Andreas Bloching im Vorfeld angekündigt – und sollte recht behalten. Bei bestem Wetter und entspannter Stimmung nutzten viele Kronbergerinnen und Kronberger ebenso wie auswärtige Gäste die Gelegenheit, sich in aller Ruhe von Stand zu Stand zu probieren und dabei die Vielfalt der Weinregionen vor der eigenen Haustür neu zu entdecken. Und auch unter dem Aspekt der Geselligkeit sorgte die Kronberger Weinzeit für einen Ort des Gesprächs, des Austauschs und des Beisammenseins.

So zeigte die Premiere vor allem eines: wie viel Charme entsteht, wenn Kronbergs Altstadt, ihre Winzerinnen und Winzer, ihre Vereine und ihre Bewohnerinnen und Bewohner für ein Wochenende zusammenfinden – bei einem Glas Wein, gutem Essen und der ein oder anderen neuen Bekanntschaft.

Auch die Partnerschaftsvereine waren mit dabei. Fotos: El Manshi

Weitere Artikelbilder



X