Leserbrief

Unser Leser Heinz Abraham, Am Sportfeld Kronberg-Oberhöchstadt, schreibt zum Kronkauz über die Kirchensteuer Folgendes: Wenn man auch als Atheist an alten Kirchen, Domen und Kathedralen oder Klöstern als Gebäude und als Hort von Skulpturen und Bildern vergangener Kunstepochen gefallen hat, weiß man dennoch, dass heute die Organisation Kirche wie auch ihre zugrundeliegende Glaubens-Ideologie allein die Erhaltung und das Reparieren nicht mehr aus eigenen Mitteln bewältigen kann und Zuschüsse des Staates kulturell wichtige Bestandteile unseres Lebens mit erhalten müssen. Die Kirchensteuer geht zurück, weil immer mehr Leute den Glauben und dann auch die Bindungen an die beiden Hauptkirchen verloren haben; das Geld geht aber auch an deren Schulen, Krankenhäuser und an Horte. Wenn aber der Staat für ganz andere „Aufgaben“ spendet oder einsetzt, die Kritiker dann als wichtig ansehen und bejahen, wird man stutzig. Schon die Behauptung, 26 Milliarden Euro besitze die Kath. Kirche, ist genauso unbedacht wie die Feststellung, einer, der eine abgezahlte, aber selbstbewohnte, Eigentumswohnung habe, sei schon deshalb vermögend. Immobilien sind kein Bargeld, auch nicht in Bistümern, solange man sie nicht versilbern kann. Vom Zölibat und von der manchmal unfassbaren Unfehlbarkeit des Papstes als einen der Gründe für den Schwund bei Priestern und bei Gläubigen, der ja auch die Kirchsteuer schmälert, kein Wort. Dafür Diskussionen über deren Gehälter und Abfindungen. Das geht aber nicht tief genug. Und über das Konkordat, wonach der Staat die Kirchensteuer einzuziehen hat und für gewisse Ausgaben der Kirchen aufzukommen hat, welches noch immer gilt, kein Wort. Auch dieses gehört erst abgeschafft, wenn der Staat für kulturell und sozial Wertvolles die volle Verpflichtung und die Gelder übernimmt. Dass mancher die Gotik, die Renaissance und das Barock nicht mehr schätzt und nur die Moderne bevorzugt, sollte zumindest kein Grund sein, uns anderen die Freude an Altem dieser Art–- wohlgemerkt an klassischer Kunst und Architektur – zu nehmen. Und man glaube ja nicht, dass an der Kirche eingespartes Geld sofort freudig in den Sozialetat fließen würde, oder sonst wie an Stellen, die das Leben der Menschen mit einem Ruck schöner oder leichter machen. Das wäre nicht einmal der Fall, wenn der Wehretat abgeschafft werden würde. Dieses Bonbon noch als Zugabe für Pazifisten…

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