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Redaktion des Kronberger Boten

miriam.jpgMiriam Westenberger – Redaktionsleitung

Miriam Westenberger führt seit über zehn Jahren das Redaktionsteam des Kronberger Boten. Ihr zur Seite stehen viele freiberufliche Mitarbeiter, die in Kronberg für unsere Leser unterwegs sind. 

Sie können Frau Westenberger wie folgt erreichen:

Telefon: 0 61 74 / 93 85 65

Telefax: 0 61 74 / 93 85 60

E-Mail: redaktion-kb[at]hochtaunus[dot]de

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ihre regionale Wochenzeitung für Kronberg, Oberhöchstadt und Schönberg und zwar seit 1996.

(S)TÜRMisches

„Wir wollen uns doch nicht gegenseitig die Zeit stehlen!“ Wenn man beim Betreten der Servicestelle im Finanzamt Bad Homburg so begrüßt wird, ist man erst einmal ziemlich verblüfft. Schließlich war man eigens nach Bad Homburg gefahren, um sich in einer strittigen Frage zur Steuererklärung von einem kompetenten Fachmann Rat zu holen. Doch bei meinem Besuch dort – ja, auch Kronkäuze müssen (leider) Steuererklärungen abgeben –, kam ich erst einmal gar nicht zu Wort. Ich hatte bereits per Elster – ja, auch dazu bin ich verpflichtet, auf diesem Wege mit der Steuerbehörde zu kommunizieren – Einspruch gegen den meiner Ansicht nach falschen Steuerbescheid eingelegt und wollte jetzt in der Servicestelle erklären und klären, warum der Steuerbescheid meiner Meinung nach falsch sein muss. Dazu hatte ich die Steuerbescheide der vergangenen Jahre und alle Unterlagen und Belege mitgebracht. Doch der kurz angebundene Mensch in der Servicestelle ließ mich gar nicht zu Wort kommen. Er warf einen schnellen Blick auf meinen Einspruch und meinte, das sei kein Einspruch und außerdem sei das Einspruchsverfahren ein schriftliches Verfahren. Als ich zu einer Erklärung ansetzen wollte, fiel er mir sofort ins Wort und sagte, er könne nichts für mich tun. Meine mitgebrachten Belege würdigte er keines Blickes. Jedes Mal, wenn ich versuchte, ihm den Sachverhalt zu schildern, unterbrach er mich sofort. Erst als ich bei der fünften Unterbrechung von ihm etwas lauter forderte: „Darf ich bitte einmal einen Satz zu Ende bringen“, hörte er sich widerwillig an, was ich zu sagen hatte. Das veranlasste ihn jedoch nur zu der Antwort, das sei Sache meiner Sachbearbeiterin. Zu der würde ich gerne gehen, sagte ich, um die Angelegenheit persönlich mit ihr zu klären. Die sei mit Arbeit überlastet und habe dafür keine Zeit, kanzelte er mich ab. Schließlich bequemte er sich aber doch dazu, die Kollegin anzurufen, wehrte aber jedes Wort, das ich während des Gesprächs einwerfen wollte, mit einer unwirschen Handbewegung ab. Schließlich gab er mir meinen Einspruch zurück, forderte mich auf, handschriftlich zwei Sätze anzufügen, die er mir diktierte, schickte mich zurück auf den Flur, kopierte das Blatt, gab mir die Kopie und schickte mich fort. Wenn auf dem Flur an dem Dienstagnachmittag gegen halb drei Uhr, an dem die Servicestelle noch bis vier Uhr geöffnet hatte, viele Menschen gesessen hätten, hätte ich die mehr als unhöfliche – um nicht zu sagen unverschämte – Art des Finanzbeamten mir gegenüber ja fast noch verstanden. Ich war jedoch die einzige Person im Finanzamtsflur, die dort wartete, um sich kompetenten fachmännischen Rat zu holen. Und den zu erteilen, habe ich mir von verschiedenen Seiten bestätigen lassen, ist das Finanzamt verpflichtet. Schließlich kann es nicht verlangen, dass bei strittigen Fragen der Steuerpflichtige einen Steuerberater aufsucht, der für seine Auskünfte entsprechende Honorare berechnet. Geklärt ist mein Einspruch, nachdem ich die strittigen Anlagen zur Steuererklärung korrigiert mit allen Belegen zwei Tage später noch einmal persönlich in den Behördenbriefkasten geworfen hatte, noch nicht. Eines aber ist mir seit meinem unerfreulichen Besuch dort klar geworden: Mit der Abordnung jenes Sachbearbeiters in die Beratungsabteilung, hat die Finanzamtsleitung voll daneben gegriffen. Wer Ratsuchende schon mit dem Satz: „Wir wollen uns doch nicht gegenseitig die Zeit stehlen“ empfängt und sie dann nicht zu Wort kommen, geschweige denn ausreden lässt, ist im Service definitiv an der falschen Stelle, meint

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