3. Zero Waste Art Award

Phillip Appel und Jannick Hossinger von der Hans-Thoma-Schule sind stolz auf ihren 3. Platz (v.l.).Foto: Aileen Louw

Oberursel (al) – Kreativität, Nachhaltigkeit und eine wichtige Botschaft für den Umweltschutz standen am Samstag, 29. August, im Mittelpunkt des Rathausfoyers: Die Lokale Oberurseler Klimainitiative LOK verlieh dort zum dritten Mal den Zero Waste Art Award.

Über die Vergabe der Preise entschied eine Jury aus Gudrun Kahlstatt von der LOK, Judith Kreutzer, Klimaschutzmanagerin der Stadt, sowie der Künstlerin Nadine Schuhmann, die bereits am ersten Zero Waste Art Wettbewerb teilnahm.

Den ersten Preis überreichte Bürgermeisterin Antje Runge an Verena Herzberger, die mit ihrem Kunstwerk „Jakobs Albtraum“ die Jury besonders überzeugen konnte. „Jakobs Albtraum“ lenkt den Blick auf sogenannte Nurdles, kleine Kunststoffpellets, die als Rohstoff für die Kunststoffproduktion dienen. Herzberger war zunächst eher zufällig am Strand auf die kleinen Kunststoffteilchen aufmerksam geworden. Innerhalb einer Stunde sammelte sie Hunderte von Nurdles. Dabei entstand für sie eine weiterführende Frage: Wie viele dieser kleinen Kunststoffteilchen liegen nicht am Strand, sondern befinden sich im Meer? Wie viele wurden von Walen und anderen Lebewesen aufgenommen? Und wie kommt es dazu, dass diese Kunststoffpellets, die eigentlich zur Produktion jeglicher Plastikobjekte dienen, unsere Umwelt verschmutzen? Herzberger greift bei ihrem Kunstwerk die biblische Geschichte von Jakobs Traum von der Himmelsleiter auf. Doch ist die Himmelsleiter nun aus Nurdles und in Form einer DNA-Doppelhelix dargestellt. Sowohl Kunststoffe als auch der menschliche Körper basieren auf Kohlenstoff – eine Verbindung, die in „Jakobs Albtraum“ eindrucksvoll sichtbar wird.

Den zweiten Platz belegte die Klasse 6d der IGS Stierstadt gemeinsam mit ihrer Deutschlehrerin Frau du Carrois. Ihr Beitrag „Willi“ wurde im Rahmen der Projektwoche „aus dem Müll zum Leben erweckt“. Die Schüler sammelten bei einem gemeinsamen Spaziergang und zu Hause verschiedene Abfallmaterialien. Aus diesen Fundstücken entstand nach und nach der Körper eines Wals. Dabei blieb es nicht nur bei der Projektarbeit: Weil die Kinder so viel Freude an ihrem Kunstwerk hatten, wurde Willi, der Wal, teilweise sogar in den Pausen weitergeklebt und bemalt. Willi soll darauf aufmerksam machen, wie verschmutzt sein Zuhause sowie das anderer Lebewesen ist.

Der dritte Preis ging an Schüler der Grundstufe der Hans-Thoma-Schule. Ihr Kunstwerk „Unsere bunte Kinderstadt“, welches sie unter der Betreuung von Stefanie Anger herstellten, ist inspiriert von Friedensreich Hundertwasser. Aus Joghurtbechern, Käseschachteln oder Korken entstanden bunte Gebäude, wie der „Glitzer-bunter-schöner-cooler Pferdestall“, das „Kino ‚bunte Punkte‘“ oder „Mein kunterbunter Zoo“.

Neben den drei prämierten Arbeiten waren zwei weitere Kunstwerke Teil des Wettbewerbs. Sie erhielten zwar keine Platzierung – Trostpreise gab es trotzdem. Das Werk „Unsere Welt – aus Müll gewebt“ der Schulklasse 6a der IGS Stierstadt sowie die „Bastelaktion mit alten Fahrradschläuchen“ vom Verein Kunstgriff wurden ausdrücklich für ihre Kreativität und besondere Herangehensweise gelobt.

Die Veranstalter zeigten sich besonders erfreut darüber, dass auch junge Menschen am Wettbewerb teilnahmen. Eine der Botschaften der Veranstaltung brachte das Anliegen des Zero Waste Art Award auf den Punkt: „Wegwerfen ist keine Lösung, sondern nur ein fehlender Gedanke“. Für die LOK sei es ermutigend zu sehen, wie aus scheinbar wertlosen Materialien mit viel „Liebe, Arbeit und Kreativität“ beeindruckende Kunstwerke entstehen. Der Wettbewerb macht damit nicht nur auf Umweltprobleme aufmerksam, sondern zeigt gleichzeitig, dass vermeintlicher Abfall als „Ausgangspunkt“ für neue Ideen wirken kann. Auch Bürgermeisterin Antje Runge zeigte ihre Unterstützung: „Wenn wir klimaneutral werden wollen – und das wollen wir –, müssen wir achtsamer mit unserer Umwelt umgehen.“

Der Zero Waste Art Award soll nun jährlich stattfinden. Die Initiative möchte damit eine Bühne für kreative Ideen schaffen und zeigen, wie sich Abfälle in Kunstwerke verwandeln. Die beim diesjährigen Wettbewerb ausgezeichneten Kunstwerke sind noch bis Dienstag, 8. September, im Rathausfoyer zu sehen.

Weitere Artikelbilder



X