40 Jahre offene Grenzen

Oberursel (pen). Schengen ist ein sehr schönes Örtchen im Südosten von Luxemburg gelegen – eingebunden in das Dreiländereck von Frankreich, Deutschland und Luxemburg. Dort versteht man sich auf Wein. In Schengen geht es, wie überall in dieser Gegend, gemütlich zu. Ohne die Hektik der Metropolen. spricht man über die vermeintlichen Grenzen hinweg das verbindende Letzebourgerisch, auch Moselfränkisch genannt. Versteht das einer nicht, dann spricht man eben Französisch oder Deutsch. Schengen feiert seinen 40. Geburtstag. Nun nicht der Ort, aber der Schengener Vertrag, der Europa frei zusammenleben lässt: ohne Grenzen und jeder im Schengenraum kann leben, arbeiten und Steuern zahlen, wo er sich zu Hause fühlt. Schengen steht für ein freizügiges gemeinsames Europa. Gäbe es nicht Schengen, hätte es die Orange aus Spanien schwer, pünktlich auf den Oberurseler Wochenmarkt zu kommen. Nur durch die Verträge von Schengen ist der freie Güteraustausch in Europa einfach.

Fünf europäische Staaten, ein Treffen in einer kleinen Luxemburger Stadt und eine gemeinsame Idee: Die Grenzen sollen geöffnet werden. Das Schengener Übereinkommen trat im Sommer 1985 in Kraft. Zudem sollten durch den Abbau von Grenzkontrollen die europäische Integration gestärkt und die Zusammenarbeit bei Sicherheit und Asyl verbessert werden. So kam es am 14. Juni 1985 zur Unterzeichnung des Schengener Abkommens. Über die Jahre sind immer mehr Länder dem Schengener Abkommen beigetreten. Aktuell sind es 29 Mitgliedsstaaten. Die konkreten Regelungen dazu sind im EU-weit verbindlichen Schengener Grenzkodex festgehalten. Schengen ist aus dem europäischen Alltag nicht mehr wegzudenken und macht ihn vor allem einfacher, vernetzter und flexibler. Die Europäische Union ist durch den Schengen-Raum näher zusammengerückt. Es unterstreicht das europäische Engagement in Bezug auf einen geeinten, freien und sicheren Kontinent. So können sich sowohl europäische Reisende als auch Berufspendler frei im Schengen-Raum bewegen. Gleichzeitig profitieren Unternehmen davon, da sie Ware schnell und unkompliziert zwischen den Schengen-Ländern transportieren können.

Es gibt laut Schengener Grenzkodex Ausnahmefälle, in denen temporäre Grenzkontrollen wiedereingeführt werden können. So können Mitgliedsstaaten vorübergehende Kontrollen wieder einführen, wenn eine schwerwiegende Bedrohung der öffentlichen Ordnung oder inneren Sicherheit besteht. Auf diese Ausnahmeregeln beruft sich derzeit beispielsweise Deutschland, das im September 2024 stichprobenartige Grenzkontrollen eingeführt hat.

BU: Die Lkw rollen frei über die Grenzen. Foto: Freepik

.

.



X