Oberursel (ow). Die Menschen sitzen auf einer Bank am Epinay-Platz und genießen den Samstag im Halbschatten. Der sich nahenden Gruppe, bestehend aus Thomas Fiehler (ULO / GIA TaunusgGmbH), Susanne Herz und Sven Mathes (Die Grünen), Claudia und Christoph von Eisenhart Rothe (Klimaliste) und Dietrich Andernacht (Die Linke) blicken sie interessiert entgegen.
„Keine Angst, Sie können sitzen bleiben, nur die Füße kurz hochheben, schon ist ihr Sitzplatz verschönert“ – so Dietrich Andernacht. Mit Lachen und Kichern wird der Einsatz der Stadtverordneten quittiert.
„Gut, dass Sie das machen, sind Sie von der Stadtreinigung?“ Diese und andere Kommentare begleiten die Aktiven am Samstagmorgen bei bestem Wetter.
Der City-Bee hat in den vergangenen Wochen langwierige Diskussionen im BUKA und in der Stadtverordnetenversammlung ausgelöst.
Hohe Akzeptanz
Das handliche Stadtreinigungsgerät, das in Kommunen wie Marburg, Füssen und Bremerhaven bereits erfolgreich zum Aufsaugen von Zigarettenkippen aus Fugen eingesetzt wird, wird von der überwältigenden Mehrheit von Passanten und Besuchern des Samstagsmarktes auf dem Epinayplatz und der Kaffeebesucher von der Vorstadt bis zum Brauhaus mit Wohlwollen, Schmunzeln aber auch mit Anerkennung und Zusatzfragen kommentiert. Die mitgebrachten Sammeleimer füllen sich in kürzester Zeit, die Müllgreifer helfen dem City-Bee bei größerem Müll.
Die Vertreter der Oppositionsfraktionen hatten sich verabredet, das von der Gia Taunus kurzerhand angeschaffte Gerät in der Praxis vorzuführen und dann hoch offiziell beim neu eröffneten Inklusionskaffee zu übergeben.
Dort soll der Verleih koordiniert werden.
Jeder Gewerbetreibende oder Privat-Eigentümer in der Innenstadt kann kurzfristig beschließen, vor der eigenen Haustüre die Kippen mittels City Bee zu entfernen.
Sichtweisen
Bündnis 90/ Die GRÜNEN: „Die von uns Grünen gewünschte Öffentlichkeitskampagne der Stadt zu Vermeidung von Zigarettenmüll und Ausleihmöglichkeiten des Saugers wurde leider ebenfalls abgelehnt. Aber vielleicht klappt es ja auch auf diesem Wege, unsere Stadt nachhaltig und sauber zu gestalten – mit Mundpropaganda und Aktionen rund um den Sauger.“, meint Ortsvorsteherin von Oberursel-Mitte Susanne Herz.
Claudia von Eisenhart Rothe (KLIMALISTE): „Uns liegt es sehr am Herzen, dass weder Plastikmüll noch Kippen, die ja bekanntlich viele Schadstoffe in konzentrierter Form enthalten, sich auf Plätzen und Baumscheiben anhäufen. Haustiere und Wildtiere in der Stadt profitieren auch von einer sauberen Stadt.“
Thomas Fiehler/ULO: „Die Gia-Taunus hat pragmatisch die Sache in die Hand genommen und das Gerät angeschafft. Nun steht es allen Gruppen oder Gewerbetreibenden frei, das Gerät beim neuen Kaffee auszuleihen und einzusetzen.“
Alleine die Debatte in den Gremien hat sicher mehr Kosten verursacht, als die pragmatische Anschaffung des Kippensaugers, bei der Kosten in Höhe von 800 € entstanden sind. Da hat die Opposition kein Verständnis mehr.
Die Kippen-Entfernungsaktion hat den Beteiligten viel Spaß gemacht und auch neue Erkenntnisse gebracht. Besonders um die neu angebrachten Mülleimer häufen sich die Zigarettenkippen. Der Grund: die integrierten Aschenbecher werden bislang überall von den eingesetzten Müllbeuteln blockiert, so dass bei Einwurf einer heißen Zigarette eine Entzündung des Müllbeutels und des Mülls droht. Hier muss schnellstens Abhilfe geleistet werden, so die einhellige Meinung der Stadtverordneten.

