Der Durchstich Nassauer führt zum Stau in der Stadtpolitik

Oberursel (ow). Bei ihrer letzten Zusammenkunft mussten die verschiedenen Akteure des Aktionsbündnisses „Durchstich Nassauerstraße verhindern“ feststellen, dass es weiterhin dringlich notwendig ist, sich mit Informationen an die Bürger Oberursels zu wenden. Der Durchstich sei Lichtjahre von einer Realisierung entfernt und bereits jetzt verursache er einen Stau in der Stadtpolitik. Durch das Festhalten der CDU an einer Idee, die, anstatt Oberursel vom Verkehr zu entlasten, mehr Durchgangsverkehr in die ohnehin überlastete Nassauerstraße ziehen werde, sei die Bildung einer handlungsfähigen Stadtregierung blockiert. Da die Grünen und die SPD standhaft dabei blieben, dass das Projekt von der städtischen Agenda genommen werden müsse, konnte bisher keine Koalition gebildet werden. Wechselnde Mehrheiten statt einer Koalition bedeute, auf Stimmen des rechten Randes angewiesen zu sein. Das Aktionsbündnis appelliert an die gesamte Bürgerschaft Oberursels, sich einzumischen. Nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger, die an den betroffenen Straßenzügen wohnen, entstünden gewichtige Nachteile – die gesamte Bürgerschaft sei vom Festhalten der CDU an einem Projekt betroffen, das jeder nachvollziehbaren Grundlage entbehre, so das Aktionsbündnis. Auch Geschäftsinhaber würden sich inzwischen vermehrt sorgen, dass ihre Geschäfte schlechter erreichbar würden und die Attraktivität der Innenstadt abnehmen könnte.

Mittlerweile spricht der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Aumüller davon, dass nie die Rede davon war, das Bauprojekt sofort entwickeln zu müssen (FR vom Donnerstag, 30. April). Das Projekt in die Ferne zu verschieben, wäre aber aus Sicht des Aktionsbündnisses ein Weg, der die Stadtentwicklung Oberursels für die nächsten fünf Jahre blockieren würde. Im Haushalt sind 1,2 Millionen Euro für Planungen und Arbeiten für den Durchstich bereitgestellt. Dieses Geld fehle aber in einer Stadt, in der viele weitaus dringendere Projekte anstehen. So müsse etwa das Rathaus saniert werden, am Bahnhof ein Umbau der Bushaltestellen erfolgen, um die Gefährdung der Fußgänger zu verringern, das Schwimmbad und weitere Sportstätten saniert und die Kürzungen im Busverkehr zurückgenommen werden.

Geld für die dringend erforderlichen Investitionen im gesamten Stadtgebiet Oberursels einzufrieren, nur damit der irrige Traum vom fließenden Verkehr weiter geträumt werden könne, hält das Aktionsbündnis für unverantwortlich.

Da der Flohmarkt durch den Wegfall der Kastanienallee und ihrer Bäume verkleinert würde, wird das Aktionsbündnis besonders die Flohmarkttage nutzen, um Informationsmaterial zu verteilen. Bereits jetzt wolle man auf das 2. Oberurseler Kastanienfest hinweisen, das am Sonntag, 27. September, stattfinden wird. Hier solle unter anderem aufgezeigt werden, wie eine moderne Mobilitätsentwicklung aussehen könne, die allen Bürgern zugutekomme.



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