Oberursel (ow). Die Stadt Oberursel erhielt von den zuständigen Bundesbehörden die Mitteilung, dass der eingereichte Antrag im Bundesprogramm zur „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ in der aktuellen Auswahlrunde nicht berücksichtigt wurde. Damit stehen die erhofften Fördermittel für die geplante Sanierung des Freibads und des Sportgeländes Weißkirchen zunächst nicht zur Verfügung.
„Das ist eine enttäuschende Nachricht – insbesondere angesichts der intensiven Vorarbeit und der großen Bedeutung der Sportstätten für die Stadtgesellschaft“, erklärt Bürgermeisterin Antje Runge.
Die Sanierung des knapp hundert Jahre alten Freibads, Baujahr 1936, ist dringend erforderlich, da die historische Beckenanlage den heutigen Anforderungen nicht mehr vollumfänglich entspricht und eine Instandsetzung technisch nicht möglich ist. Es geht also um Vorsorge, da durch einen Ersatzneubau der Freibadstandort dauerhaft gesichert würde. Das Freibad ist ein zentraler Ort, an dem Kinder und Schüler das Schwimmen lernen, sportliche Aktivitäten der Vereine ihren Platz haben und viele Gäste in der Freizeit die attraktive Anlage im Grünen genießen. Ziel des Projekts ist die nachhaltige Sicherung und Stärkung des örtlich und regional bedeutsamen Breiten- und Vereinsschwimmsports.
Die Sanierung des Sportgeländes in Weißkirchen wurde bereits in den letzten zwei Sportstättenentwicklungsplänen der Stadt Oberursel mit höchster Priorität geführt. Mittelfristig droht den ansässigen Vereinen ein Standortnachteil gegenüber anderen Stadtteilvereinen. Die Sportanlagen sind dringend sanierungsbedürftig und der Zustand hat bereits heute Auswirkungen auf den Trainings- und Spielbetrieb des Vereins. Ziel des Projekts ist es daher, im Stadtteil wieder eine moderne Sportstätte zu gestalten, um dem Bedarf im Amateur- und Breitensport gerecht zu werden.
Bundesweit ist das Förderprogramm deutlich überzeichnet. Die Vielzahl eingereichter Projektskizzen zeigt, dass der Investitionsbedarf in die kommunale Infrastruktur erheblich ist und die zur Verfügung stehenden Mittel der Kommunen bei weitem übersteigt.
Die weiteren Schritte sollen nun in enger Abstimmung mit den politischen Gremien der Stadt Oberursel beraten werden. Die Ergebnisse des Förderverfahrens sowie mögliche Anpassungen der bisherigen Planungen werden zeitnah in die zuständigen Ausschüsse und die Stadtverordnetenversammlung eingebracht.
Ziel ist es, eine tragfähige Grundlage für das weitere Vorgehen zu schaffen und gemeinsam über Prioritäten sowie mögliche Finanzierungswege zu entscheiden.
Alternative Förderprogramme
Unabhängig von der aktuellen Absage hält die Stadt Oberursel am Ziel fest, das Freibad zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Es wurde bereits die Bewerbung im Folgeprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Freibäder“ eingereicht. „Wir lassen uns von dieser Entscheidung nicht entmutigen. Die Sanierung unseres Freibads bleibt ein zentrales Projekt für Oberursel. Wir werden uns erneut um Fördermittel bemühen, unsere Planungen weiter schärfen und parallel prüfen, welche alternativen Programme und Finanzierungswege infrage kommen. Gemeinsam mit den Gremien werden wir die nächsten Schritte sorgfältig abwägen“, betont Bürgermeisterin Antje Runge.
Die gemeinschaftlich im Rahmen des Runden Tischs zur Sanierung des Sportgeländes Weißkirchen erarbeiteten Planungen sollen ebenfalls sukzessive, unter Berücksichtigung der angespannten Haushaltslage, in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Noch in diesem Jahr wird die Flutlichtanlage am nördlich gelegenen Sportplatz errichtet. Für das Haushaltsjahr 2027 wird der Bau eines Fußballkleinspielfelds auf dem südlich gelegenen Trainingsplatz in Kunststoffausführung angemeldet.
Das weitere Vorgehen wird im Rahmen des nächsten Runden Tischs Ende Mai mit den betroffenen Vereinen und dem Ortsbeirat besprochen.
Die Stadt Oberursel sieht sich trotz der aktuellen Absage in ihrem Engagement bestätigt: Der hohe bundesweite Bedarf unterstreicht die Bedeutung kommunaler Investitionen in eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur. Sportstätten gehören zur Daseinsvorsorge, sind wichtig für das Vereinsleben und die Jugendarbeit und ein Pfeiler einer stabilen Stadtgesellschaft.