Kunstgriff setzt auf Friedenskultur –Crowdfunding fürs Licht

Jo van Nelsen, GrammophonFoto: Katrin Schander

Oberursel (ow) – Am Sonntag noch eine Veranstaltung im Park der Adenauerallee, dann ist der Orscheler Sommer 2026 Geschichte – und schon startet der Verein Kunstgriff wieder mit seiner Kleinkunst-Reihe „Kleiner Mittwoch“ im Kulturcafé Windrose. Zunächst bittet Jo van Nelsen zu einer Grammophon-Lesung. Unabhängig davon hat der Verein unter www.taunacrowd.de/kunstlicht eine Crowd-funding-Aktion gestartet, um die Künstler beim nächsten Orscheler Sommer oder beim „Kleinen Mittwoch“ noch besser ins rechte Licht stellen zu können.

Der Friedenskulturtag im Park der Adenauer-allee beginnt am Sonntag, 6. September, um 15 Uhr – es ist die letzte Orscheler-Sommer-Veranstaltung in diesem Jahr. Es soll Gespräche, reichlich Informationen, eine Lesung, viel Musik und einen angeleiteten Mal-Workshop für Kinder geben. Die Organisatoren laden zum Zuhören, Mitmachen, Mitreden und Mitsingen ein. Kurzgehaltene Beiträge thematisieren unter anderem die neuen Wehrdienstregeln. Der Kunstgriff bietet einen „moderierten Perspektivwechsel“ als Friedensübung an. Oberurseler Pfadfinder sagen, wie sie die neuen Wehrdienstregeln empfinden. Das Duo Dani Blume und Tobias Wessel spielt Rockklassiker von den Rolling Stones, Bob Dylan, den Beatles, den Eagles und anderen.

Im Kulturcafé Windrose, Strackgasse 6, erzählt Jo van Nelsen am Mittwoch, 9. September, 19.30 Uhr unter dem Titel „Du hast ja eine Träne im Knopfloch“ die Friedrich-Hollaender-Story. Er erinnert anlässlich des 130. Geburtstags und 50. Todestags von Friedrich Hollaender im Jahr 2026 mit Schellackplatten, live gesungenen Chansons, Bildern und vielen Auszügen aus den Büchern Hollaenders an einen einmalig kreativen Kopf der deutschen Unterhaltungskultur.

Der Eintritt zu der Grammophon-Lesung ist frei, der Kunstgriff geht aber mit dem Hut herum. Reservierungen im Internet unter www.kulturcafe-windrose.de werden empfohlen.

Friedrich Hollaender, 1896–1976, ist den meisten Menschen heute als Komponist von Filmschlagern wie „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ und zahlreichen Chansons des Kabaretts der Zwanziger Jahre bekannt. Viele Texte und Kompositionen sind hingegen fast vergessen – wie auch seine spannende Biografie, in der er sich in immer wieder neuen Berufen probierte: als Regisseur, Theaterleiter, Schauspieler und als ungemein begabter Autor. Jo van Nelsen erinnert an „Friedrich, den großen Kleinen“, wie Charles Chaplin den nur 1,50 Meter großen Komponisten einmal nannte, in seiner neuen Grammophon-Lesung.

„Kultur braucht Licht, damit Kunst richtig wirken kann!“, weiß der Verein Kunstgriff, der sich seit mehr als 41 Jahren komplett ehrenamtlich und spendenbasiert dafür engagiert, Kultur allen Menschen zugänglich zu machen – zum Beispiel beim Orscheler Sommer oder beim „Kleinen Mittwoch“. Um die Künstler nun besser ins rechte Licht setzen zu können, will der Kunstgriff bei der eigenen Lichttechnik Lücken schließen und hat dafür eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Mehr Informationen unter www.taunacrowd.de/kunstlicht.

„Während wir beim Ton gut ausgestattet sind, fehlt es an eigener Lichttechnik“, schreibt der Kunstgriff. Erst das richtige Licht lasse Auftritte ihre volle Wirkung entfalten und schaffe mitreißende Erlebnisse für das Publikum. Bisher müsse der Verein entsprechendes Equipment teuer leihen – oder die Künstler auf der Bühne farblos lassen. Das wolle er ändern und sich mit der Unterstützung von Spendern eigene Lichttechnik anschaffen. Das spare langfristig erhebliche Mietkosten – „Geld, das wir direkt wieder in das Kulturprogramm und die Künstlerförderung investieren können“, so der Kunstgriff.



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