Ein Leuchtturm der Zukunft für Sicherheit und Daseinsfürsorge

Oberursel (js). Natürlich war am vergangenen Freitag bei der feierlichen Befüllung der Zeitkapsel, die später an besonderer Stelle im Neubau versenkt wird, immer wieder vom „Leuchtturm-Projekt“ die Rede. Der Leuchtturm wird eine Trutzburg, das ist schon jetzt, im frühen Stadium der Bauzeit sichtbar. Auf dem rund 14.500 Quadratmeter großen Grundstück an der Lahnstraße in unmittelbarer Nähe zur A 661 wachsen die Wände des geplanten Gefahrenabwehrzentrums (GAZ) plötzlich schnell in den Himmel. Auch ein Turm wird dabei sein, ein Übungsturm für Leitertraining der Feuerwehren, für Einsatzübungen, dazu Fahrzeughallen und Werkstätten. Kräne ragen in den Himmel, Bagger rauschen hin und her, es geht voran am Ortsausgang Richtung Autobahn. Was fast 20 Jahre in vielen Köpfen wuchs, nimmt jetzt Gestalt an.

Die geplante Bruttogeschossfläche für das Gefahrenabwehrzentrum, das als zentrales Zukunftsprojekt für Sicherheit und Daseinsvorsorge im gesamten Hochtaunuskreis gilt, beträgt fast 10.000 Quadratmeter. Fahrzeughallen für 23 Einsatzfahrzeuge, moderne Werkstätten, spezialisierte Bereiche für Atemschutz, Einsatzlogistik und Materialwirtschaft und als Herzstück ein leistungsfähiges Ausbildungszentrum, das allen Feuerwehren im Hochtaunuskreis und darüber hinaus dienen soll. Mit Schulungs- und Fitnessbereichen, Räumen für Jugend- und Minifeuerwehr, realitätsnahen Übungsflächen für Zugübungen mit unterschiedlichen Angriffswegen und Einsatzszenarien. Die Schlagader im Herzstück wird die geplante Heißbrandausbildung sein, realitätsnahe Brandübungen unter sicheren Bedingungen, für die moderne Feuerwehrarbeit unverzichtbar, sind dort möglich.

Zwei wichtige Verträge für den Brand- und Katastrophenschutz im gesamten Hochtaunuskreis wurden dafür von allen Kommunen unterzeichnet. Darin geht es um die Errichtung und Finanzierung der sogenannten „Realbrandausbildungsanlage“ und von Fahrzeugstellplätzen im neuen GAZ. Ein zweiter Vertrag regelt die gemeinsame Nutzung und die Aufteilung der Betriebskosten für die gasbefeuerte Anlage. „Ein großer Schritt für mehr Sicherheit aller Bürger im Taunus“, so Landrat Ulrich Krebs. Mit bis zu einer Million Euro unterstützt der Kreis den Bau der Anlage. An der Finanzierung des Baus der Stellplätze für Fahrzeuge des überörtlichen Brandschutzes und Katastrophenschutzes ist der Kreis mit 700.000 Euro beteiligt. Ebenso mit 50 Prozent an den laufenden Betriebskosten, der Anteil wird mit 57. 000 Euro kalkuliert.

Für Oberursel ist das Gefahrenabwehrzentrum das wohl größte Infrastrukturvorhaben der letzten Jahrzehnte. Auch deswegen war es in all den Vorplanungsjahren aufgrund der ungünstigen finanziellen Lage der Stadt heftig umstritten, ehe es zum „Gemeinschaftswerk der Stadtpolitik“ wurde, wie es Stadtverordnetenvorsteher Lothar Köhler (CDU) kurz vor seinem Abschied aus dem Amt beim Festakt am Freitag nannte. Die Entscheidung für den Bau sei „mutig und notwendig“ gewesen. Nach aktueller Planung wird mit Baukosten in Höhe von 39 Millionen Euro kalkuliert. Die Fertigstellung wird optimistisch auf Mitte bis Ende des Jahres 2027 geschätzt. Ein wesentlicher Teil der Baukosten soll mit der Vermarktung der bisherigen Flächen für Feuerwehr und DRK an der Marxstraße für Wohnungsbauzwecke finanziert werden.



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