Oberursel. Am ersten Adventswochenende fand der traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz, Epinayplatz, Marktplatz sowie in der Kumeliusstraße, Vorstadt und Strackgasse statt. Eröffnet wurde er am Donnerstagabend vor dem Rathaus von Bürgermeisterin Antje Runge zusammen mit Brunnenmeister René und dem Projektchor des Kinderlandes Sankt Ursula, der unter anderem eine auf Oberursel umgedichtete Version von „Lichterkinder“ sang.
Anschließend besuchte der Nikolaus den Rathausplatz und die Chorkinder bekamen Fahrkarten für die Dampfbahn am Epinayplatz von der Bürgermeisterin und Brunnenmeister geschenkt.
Besonders die Fußballvereine waren auf dem Rathausplatz gut vertreten. Sowohl beim 1.FC06 Weißkirchen als auch beim 1.FC04 Oberursel gab es Glühwein während Eintracht Oberursel vor der Stadthalle Fleischspieße grillte. Auch der Karnevalverein Frohsinn verkaufte Glühwein vor dem Rathaus, wo der Stand am Freitagabend von den „Sektschwestern“ betreut wurde.
Beim Weihnachtsmarkt bessern die Abiklassen der Oberurseler Schulen gerne ihre Klassenkassen auf, das war auch in diesem Jahr der Fall. Sowohl beim Stand des Gymnasium Oberursel am Rathausplatz als auch beim Stand der Feldbergschule in der Strackgasse gab es Zimtschnecken. Abseits vom Rathausplatz hatte auch die Albrecht-Strohschein-Schule einen Stand.
Der Berlebachplatz blieb in diesem Jahr ein Parkplatz und so musste die „Oase am Urselbach“ ihren Stand zum Rathausplatz verlegen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hatte ihren Grillstand am Marktplatz und holländische Spezialitäten gibt es erst nächste Woche in Stierstadt und zwar dann direkt aus der Partnerstadt Ursem.
Kunsthandwerkermarkt
Am Freitagabend wurde der Kunsthandwerkermarkt im Rathaus und in der Stadthalle eröffnet. Hier machten sich einige Oberurseler auf der Suche nach passenden Weihnachtengeschenken. An den 46 Ständen fand man Schmuck, Seife, Ketten, Porzellan, Schoppedeckel, Salz- und Pfeffermühlen, Taschen, bunte Kerzen, Kunstwerke aus Glas und sogar gestrickte Glücksschweine. Monika Hoksch aus Bommersheim verkaufte ihre eigenen Etagèren-Kreationen und aufmerksame Eintracht Frankfurt Fans entdeckten vielleicht sogar die gehäkelten Minisofas. An einem Stand wurden sogar Sámi-Kunst aus Lappland angeboten. Die Armbänder bestanden aus Renntierleder und waren mit Silberdraht, Vollsilberkugeln und Knöpfen aus Renntierhorn verziert.
Leckereien der Partnerstädte
Aus der englischen Partnerstadt Rushmoor gab es neben Whisky viele leckere Weihnachtsspezialitäten von den britischen Inseln. Bereits am Freitagabend waren die Christmas Puddings, Lemon Curd (Zitronenmarmelade) und Shortbread ausverkauft. Die beliebten „Crackers“ (Knallbonbons) waren auch bald alle weg, diese hatte man sogar über einen Importeur aus Hamburg besorgen müssen, da der Transport durch den Kanaltunnel nicht mehr erlaubt war.
Ehe bei den Engländern alles ausverkauft war, waren die frische Austern aus Épinay-sur-Seine noch nicht angekommen, denn auch sie hatten Probleme mit der Sicherheit – das Lieferfahrzeug kam durch die Straßensperrungen nicht zum Rathaus durch und so mussten die Austern die letzten Meter zum Rathausplatz durch das Gebäude getragen werden. Neben dem Stand der französischen Gäste verkaufte der Verein zur Förderung der Oberurseler Städtepartnerschaften Pizzaschnecken am Stiel, Schmalzbrot und Gewürzgurken vom Fass.
Auch das Land Korea war beim Weihnachtsmarkt vertreten. Am Epinayplatz gab es hausgemachte „Dak gangjeong“ – frittiertes Hühnchen – und „Mandu Twigim“ – frittierte Teigtaschen. Wer heimische Kost suchte, wurde bei der Familie Ruppel in der Verbindungsstraße zur Vorstadt fündig: dort gab es die beliebten Hessenboller, wahlweise mit Apfelwein- oder Apfelsaftcreme gefüllt.
Ein weiteres kulinarisches Highlight fand man abseits der Vorstadt im Hof von Reul und Vogt. Hier bot Franz Frank aus Dortmund „Pasta in Parmesanlaib“ an. Dazu wurden große gekochte Rohrnudeln erst im Parmesanlaib geschwenkt und anschließend mit Tomaten- oder Knoblauchsoße serviert.
Musik fand man an mehreren Stellen auf dem Markt. Verschiedene Bands spielten im Laufe des Wochenendes in den Straßen und an unterschiedlichen Plätzen. In der Hospitalkirche gab es Konzerte mit dem „Mixed Generation Orchester (MGO)“, dem Kammerorchester des Gymnasiums Oberursel, dem Gospelchor Brothers & Sisters aus Wehrheim und am Freitag Abend gab das Ensemble VOICE:TEN bei Kerzenschein ein Benefizkonzert zugunsten der Kenia Kinder Hilfe, mit Liedern vom „Andachtsjodler“ bis zu „Baby it’s cold outside“ – mal A-Cappella, mal mit Begleitung. Eines ihrer Mitglieder, Volker Neuenburg, war selbst in den vergangenen Wochenen vor Ort in Langobaya und konnte das Waisenhaus mit eigenen Augen sehen. „Es ist eine andere Welt“, sagte er und betonte, „es ist alles echt, und es hilft dort wo es nötig ist“. Er fühlt sich geehrt, dass er mit den Kindern dort singen und tanzen und die „VOICE:TEN Samen“ weitergeben durfte.
Angebote für Kinder und Senioren
am Samstag und Sonntag
Im Raum Oberstedten in der Stadthalle konnten Kinder ihr eigenes Kuscheltier selbst basteln. Zuerst hat man eine Hülle ausgesucht und mit Watte gestopft. Es gab verschiedene Hüllen als Basismotiv zur Auswahl, unter anderem Papagei, Schildkröte, Einhorn und Drache. Einmal in seiner Form, erhielt das Kuscheltier einen Schal und ein Holzherz, auf dem der Name geschrieben wurde, den das Kind ausgesucht hat. Optional dazu gab es winterliche Outfits, Flügel und Krönchen.
Im Seniorentreff hatte man im Eingang einen kleinen Flohmarkt mit selbstgemachte Stricksachen und Etageren aufgebaut. Im Saal gab es Kaffee, Eierpunsch und selbst gebackenen Kuchen. Außerdem gab es Besuch von Künstlerin Zeliha Alav aus der Türkei, die einen Einblick in die EBRU-Kunst anbot.
Schließlich gab es auf dem historischen Marktplatz den Mittelaltermarkt. Auf dem Weg dorthin begegnete man weiteren Oberurseler Vereinen, darunter der Lions Club und der Tagesmutterverein Mobilé. Beim Mittelaltermarkt konnte man einen Becher heißes Met zu sich nehmen oder sich beim Salami- und dem Weinhändler eindecken.
Am unteren Ende des Marktplatzes befand sich der Stand der Feuerwehr-Mitte. Hier gab es klassische Wurst und Pommes, aber vor allem konnte man sich hier nach einem langen Abend auf dem Weihnachtsmarkt an der Feuerschale wieder aufwärmen.
Zwar gab es sowohl am Freitag- als auch Samstagabend Nieselregen, das hielt aber kaum Besucher von einem Marktbesuch ab, besonders der Rathausplatz war an beiden Abenden sehr gut besucht.
Wer nach dem Marktschluss immer noch nicht gefeiert hat, der machte sich auf den Weg zurück zur Vorstadt und ließ den Abend im Hof mit der „Orscheler Christmas Crew“ - Philipp, Vali, Tim und Philipp - ausklingen.
Die Eröffnung des Weihnachtsmarkts am Donnerstagabend wurde vom Projektchor Kinderland St. Ursula musikalisch begleitet.Fotos: gt
