Das neue Schulgebäude steht jetzt unter dem Segen Gottes

Oberursel (gt). Unter dem Motto „Wo der Geist wirkt, wird jeder Ort heilig“ wurde am vergangenen Freitag der Neubau der Ketteler-La Roche-Schule im neuen Hessenglasweg eingeweiht.

„Der Umzug fand bereits in den Osterferien statt. Ab heute wird das Gebäude unter dem Segen Gottes stehen“, erklärte Rebecca Wachendörfer zu Beginn des Gottesdienstes. Nachdem der bunt gekleidete Chor „Weite Räume meinen Füßen“ gesungen hatte, erklärte Bischof Dr. Georg Bätzing: „Es ist ein sehr besonderer Anlass, den wir hier feiern“. „Der Schule ist der beste Beweis dafür, dass die katholische Kirche sich sozial engagiere“, sagte er.

In seiner Predigt ging er auf das Leitbild der Schule ein: Begegnung, Akzeptanz, Entwicklung, und sagte, dass diese auch die Grundlagen des Glauben seien: die Begegnung mit Gott als Mensch, die Erlösung für Akzeptanz und die Heiligung für die Entwicklung.

Und mit Blick auf das Motto des Tages sagt er, dass es in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich ist, von einem Geist zu reden. Die Zugehörigkeit einer Kirche sei auch nicht mehr selbstverständlich und nicht alle Schüler seien vom christlichen Glauben. Aber vom Geist zu reden, so Bätzing, sei ein Glaubensbekenntnis. „Vielfalt ist anstrengend, es geht nicht automatisch und es braucht Kraft“, sagte er. Schließlich segnete er die Kreuze aus dem Eingangsbereich der Schule und aus der „Oase“.

Bei den Fürbitten wurde nicht nur für Kraft und Begeisterung für die Studierenden gebeten, sie erinnerten auch an diejenigen, die gelehrt und gelernt haben, aber nicht mit in die neuen Räume umziehen konnte, dabei besonders an Lehrerin Sabine Meister, die vor den Sommerferien verstorben war.

Nach einer kurzen Pause ging es mit dem akademischen Festakt und einer Fanfare von der Blaskapelle weiter. „Es ist ein Haus, das Kreativität ermöglicht“, sagte Moderator Timo Strobl zum neuen Gebäude.

Dr. Ralf Stammberger, Leitung Pastoral und Bildung im Bistum Limburg, blickte auf die Namensgeber der Schule, Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler und Freifrau Frederike de La Roche. Ketteler hatte sich für das soziale Profil der Kirche eingesetzt, La Roche hat seine Ideen durch die Gründung des Ordens der Schwestern von der göttlichen Vorsehung in Mainz umgesetzt. Der Orden hat bis vor sieben Jahren die Schule betrieben und Schwester Angelika sagte in ihrem Grußwort, dass sie stolz auf die Schule sind.

„Was braucht ein neues Schulgebäude?“ fragte Architektin Sabine Laubach vom Bistum Limburg und gab zu, dass der neue Multifunktionsraum der meistdiskutierte Raum war. Denn am alten Standort am Maasgrund waren Aula, Turnraum, Kapelle und Kino-/Theatersaal voneinander getrennt. Der Raum lässt sich allerdings mit Vorhängen aufteilen.

Von Markus Brod, Pecan Development, gab es ein besonderes Geschenk für die Schule. Auf dem Gelände, wo jetzt die Schule steht, wurde in der Nachkriegszeit die „Hessenglas GmbH“ von Vertriebenen gegründet. Bei den Bauarbeiten entdeckte man immer wieder kleine Glasfragmente auf der Baustelle und hat dies nun vom Künstler Martin Wenzel zu einem Kunststück verarbeiten lassen. Symbolisch steht der Baum, in dem die Glasfragmente sich befinden, für den Neuanfang.

„Die Schule war, ist und bleibt ein Stück von Oberursel“, betonte Bürgermeisterin Antje Runge. Sie sei eine „traditionreiche Schule in einem modernen Gewand“. Mit Blick darauf, dass mehr Erzieher gebraucht werden, hoffe sie, dass die Schüler, die hier ihre Ausbildung machen, „ihr Herz in Oberursel verlieren und hier bleiben“.

Auch die Schulsprecher kamen zu Wort. „Heute ist ein Tag, auf den wir ganz lang gewartet haben“, sagte Mathilda Willitsch. Moritz Deibel ergänzte: „Wir möchten dieses Gebäude mit Leben füllen.“

Zum Abschluss sprachen die Schulleiterin Regina Lischka und ihre Stellvertreterin Ursula Meurer. „Eine Schule baut sich nicht von nebenbei“, sagten sie und erklärten, wie der Neubau durch den Trägerwechsel zur St. Hildegard-Schulgesellschaft ermöglicht wurde. Sie sprachen auch über die Schwierigkeiten der letzten fünf Jahre, seit sie die Leitung übernommen haben. Erst durch die Corona-Pandemie, dann durch die Auswirkung des Ukraine-Kriegs und auch durch die Stärke der Rechtsbewegung, die die Werte der Schule nicht teilt. Sie bedankten sich bei Schwester Angelika und ihre Ordensschwestern für Ihre Arbeit: „Sie haben uns mit ihren Werten und Ihrer Haltung ein tragfähiges Fundament hinterlassen“. Nach dem Festakt war es möglich, das neue Schulgebäude zu besichtigen. Vieles ist neu, zum Beispiel die Smartboards in den Klassenräumen, die ihren Platz mitten in klassischen Kreidetafeln haben. Für die Sozialassistentenausbildung gibt es eine große Küche. Die Werkräume sind vom alten Gebäude umgezogen. Es gibt einen digitalfreien Raum, der komplett verdunkelt werden kann. Auf der Terrasse können die Studierenden im Romme sich entspannen und in Erinnerung an dem Eingang zum alten Standort befindet sich hier auf dem Boden einen Labyrinthmotiv. Für die spirituelle Arbeit gibt es daneben die schallgeschützte „Oase“. Und in der Bibliothek befinden sich nicht nur Fachbücher, sondern auch Märchenbücher, denn auch das Vorlesen will geübt werden.

Der Chor begleitete den Gottesdienst im neuen Multifunktionsraum.Foto gt:

Bischof Dr. Georg Bätzing segnete die Kreuze, die im Eingang und die „Oase“ angebracht wurden.Foto:gt

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