Oberursel (ow) – „Dann machen wir das eben jetzt!“, sagten die beiden neuen Badminton-Jugendwarte Luka König und Moritz Schlotmann plötzlich und entschlossen von ihrer Sitzbank. Eigentlich waren die Wahlen der Turn- und Sportgemeinde 1861 Oberursel, TSGO, schon abgeschlossen und der Posten vakant. Nach einiger Bedenkzeit gaben die engagierten Jugendtrainer sich einen Ruck und möchten noch mehr Verantwortung übernehmen. Nach dem Motto: Die junge Generation kann was!
Das passte ins Bild der harmonischen Jahreshauptversammlung, bei der auch kontrovers, aber stets niveauvoll diskutiert wurde. Abteilungsleiter Julian Ingrisch führte durch die Sitzung und gab allen Anwesenden auf den gefüllten Sitzreihen einen Abriss der Saison 2025/26 und später einen Ausblick auf 2027.
Wie ein Verein leben und sich weiterentwickeln kann, zeigte sich gleich zu Beginn. Ingmar Schlegel wurde für 20 Jahre Mitgliedschaft und Tätigkeit im Verein geehrt. In seiner Dankesrede stellte er schmunzelnd fest, dass der junge Julian Ingrisch einst als Schüler bei ihm trainierte und dieser jetzt als Leiter die Geschicke der Abteilung steuert.
Neuer Vorstand und Besetzung
Im Vorstand wurden einzelne Posten wieder einstimmig neu gewählt. Abteilungsleiter ist weiter Julian Ingrisch mit seinem neuen Stellvertreter Oliver Wrede.
Die neuen Delegierten stellen Florian Vogt, Thomas Ebert und Steffen Fischer. Oliver Wrede und Florian Vogt tauschten dabei die Positionen. Aus Zeitgründen müssen Monika Vogel und Vijay Ganesan etwas kürzer treten und erhielten vom Vorstand Dankespräsente für ihre ehrenamtlich geleistete Arbeit.
Ausflüge, Medienteam und teure Bälle
Oliver Flott wird Ausflüge und Events für Jugendliche organisieren, beispielsweise eine Fahrt zum mehrfachen Bundesligameister Dortelweil. Der dritte Oliver an diesem Abend, Oliver Knobl, unterstützt das neue Medien- und Presseteam mit Anna Steiner und den Jugendlichen Henry Zuber und Achyut Malaviya.
Oliver Knobl freut sich auf die neue Aufgabe: „Als Spielervater von unserem Lenni sehe ich, wie diese leise Abteilung tolle Arbeit macht. Gerne helfe ich den jungen Spielern mit meiner Erfahrung und lerne selbst, wie Instagram genutzt wird. Beim geplanten Sommercamp 2027, bei der Pressearbeit oder einem Ausflug bin ich Teil dieses Teams und möchte meinen Beitrag leisten.“
Der Beitrag spielt auch bei der Kostenaufstellung eine wichtige Rolle. Wie überall lag auch hier der größte Diskussionsbedarf. Die Bälle sind ein starker Kostenfaktor, und die Preise hätten sich in den letzten fünf Jahren teilweise verdoppelt. Julian Ingrisch und Ingmar Schlegel müssen auf das Budget achten: „Oberursel ist einer der wenigen Vereine, wo die Spieler nicht selbst ihre Bälle mitbringen, sondern diese von der Abteilung gestellt werden. Die Kinder spielen mit langlebigen Plastikbällen. Für die Jugendlichen, Hobbyspieler und Mannschaftsspieler dagegen geht die Entwicklung immer mehr vom klassischen, sensiblen und daher teuren Federball hin zum robusteren Carbonball, der mittlerweile sogar für die Bundesliga zugelassen ist. Das wird auch die Zukunft werden.“ Bei der allgemeinen Budgetvorstellung bekräftigte Oliver Wrede, dass die Abteilung gut und solide wirtschaftet: „Wir stehen prima da. Der 2. Urselbach-Cup und vor allem das eigene Jugendturnier sind wichtige Einnahmequellen. Monika Vogel kümmert sich erfolgreich um unsere Sponsoren. Zudem unterstützen wir mit Helferdiensten den TSGO-Hauptverein, wie zum Beispiel beim Profi-Radrennen Rund um den Finanzplatz Frankfurt.“
Die 200 im Blick
Abschließend wurden die Anträge der Mitglieder diskutiert und Julian Ingrisch gab einen Ausblick: „Unsere Abteilung ist am Wachsen mit vielen Kindern und Jugendlichen, etwa ein Drittel davon ist weiblich. Wir gehen auf die 200 Mitglieder zu: Diese Zahl könnten wir längst erreicht haben. Knapp 40 Interessenten stehen auf der Warteliste. Wir haben genügend Trainer, aber leider zu wenig Hallenkapazitäten. Unsere Mitglieder sind sieben bis dreiundachtzig Jahre alt. 2027 planen wir wieder Turniere, ein Sommercamp, haben elf Teams im Spielbetrieb und versuchen mit Eltern-Kind-Training, eine noch engere Verbindung zwischen Spielern, Trainern und Eltern zu schaffen. Zudem haben wir weiter unseren Stammtisch am ersten Freitag im Monat, bei dem eine Anmeldung nicht erforderlich ist. Einfach vorbeikommen und Spaß haben.“
Die Badminton-Abteilung der Turn- und Sportgemeinde 1861 ist gut aufgestellt. Vielleicht wiederholt sich die Geschichte und junge Spieler werden selbst zukünftig zu Abteilungsleitern. Die Anfänge mit den beiden neuen Jugendwarten Luka und Moritz wurden dafür gelegt.

