Oberursel (aks) – Paul Lawatsch weiß, wie wichtig Teamarbeit mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für eine Pfarrei ist. Als Pfarrverwalter für die katholische Gemeinde Oberursel/Steinbach nach dem überraschenden Abschied von Pfr. Andreas Unfried aus persönlichen Gründen ist er dankbar für die Unterstützung.
„Ich wurde sehr freundlich und wohlwollend im Pfarrbüro willkommen geheißen.“, sagt der in Kelkheim wohnende Lawatsch, der nach 43 Jahren aktivem Dienst im Bistum Limburg seit fünf Jahren im Ruhestand lebt. In seiner Wohnsitzpfarrei hilft er noch gern aus und rechnet mit einer Zeit von drei bis sechs Monaten, die er diese Aufgabe in Oberursel als Vertretung wohl übernehmen muss, bis ein neuer Pfarrer gefunden wird, der gut zu Oberursel passt.
Paul Lawatsch wirkt bei all den Aufgaben, die auf ihn warten, entspannt und gelassen, fast abgeklärt im positiven Sinn, auch ein bisschen Vorfreude ist zu spüren. „Ich habe in meinem Alter die Freiheit, und die Last der Aufgaben muss ich ja, Gott sei Dank, nicht allein tragen, denn das Team der Seelsorgerinnen und Seelsorger, das Team in der Verwaltung und die vielen engagierten Menschen in den Gruppen und Gremien helfen sehr gut mitzutragen! Sonst könnte ich den schnellen Übergang und die vielerlei Aufgaben und Notwendigkeiten nicht schaffen.“ Lawatsch ahnt die Sorgen und Nöte der Menschen nach dem Weggang von Pfarrer Unfried.
„Die Gemeinde ist aufgewühlt. 16 Jahre stand ihnen ein engagierter und begeisternder Pfarrer zur Seite, mit vielen guten Ideen und Initiativen, der plötzlich weg ist. Und viele fragen sich, was ist denn jetzt?“ Lawatsch zeigt Verständnis. „Man kann die Entscheidung eines Menschen nicht von außen beurteilen, auch wenn sich viele Fragen stellen. Aber auch moralische Fragen, die auftauchen, lassen sich nicht von außen pauschal beurteilen. Das kann der Betroffene nur selbst beantworten. Ich habe Pfr. Unfried immer engagiert und authentisch erlebt. Und die Frage des Zölibats kann auch Bischof Bätzing, der als Erster mit der Rücktrittserklärung konfrontiert war, nicht lösen, denn dies ist eine Frage, die für die Weltkirche gelöst werden muss.“
Lawatschs persönliche Meinung zu diesem Thema: „Die Betroffenen sollten frei wählen können!“ Sein pragmatisches Ziel sei jetzt, mitzuhelfen, dass sich die Pfarrei weiterentwickeln kann auf dem Weg, den Jesus Christus uns vorangegangen ist. „Ich wünsche mir, dass die große Zahl an Ehrenamtlichen auch weiter bereit ist, mitzugehen, und dass bald ein guter Pfarrer für Oberursel gefunden wird.“
Paul Lawatsch, gebürtig aus Niedersachsen, hat in Frankfurt und Innsbruck Philosophie und Theologie studiert und wurde 1978 in Limburg zum Priester geweiht. Nach ersten Stellen in Unterliederbach, Dillenburg und Rüdesheim war er Bezirksjugendpfarrer in Wetzlar und Diözesanjugendpfarrer in Limburg; anschließend 13 Jahre in den Königsteiner Gemeinden Pfarrer, dann 17 Jahre in den Gemeinden des Usinger Landes, dabei auch 15 Jahre Bezirksdekan des Bezirks Hochtaunus. Er wandert gern, fotografiert dabei immer wieder Blumen, Wege und Bäume – „das macht den Kopf frei“. Ins Fitnessstudio geht er auch, das mache ihn fit für die Herausforderungen des Alters. Zum Lesen von Krimis ist die Zeit sehr knapp geworden, denn im Alter geht alles nicht mehr so schnell. „Aber ich kann mir die Zeit ja nehmen“, dabei wirkt er zuversichtlich und voller Gottvertrauen.
Viele dürfen jetzt aufatmen und sich freuen. Seinen ersten Gottesdienst in Oberursel wird er am Sonntag, 6. September, um 18 Uhr, in der Liebfrauen-Kirche halten und freut sich über zahlreiche Besucher.

