Oberursel (ow) – Seit dem Jahr 2023 lädt Bürgermeisterin Antje Runge regelmäßig zum Runden Tisch der Vereine ein. Seit 2025 findet das Format zweimal im Jahr statt: als Arbeitssitzung zu konkreten Themen und als offener Abend für Austausch und Vernetzung. In diesem Jahr kamen am 24. August rund 100 Vertreterinnen und Vertreter der Vereinswelt im Rathaus zusammen. Am 25. September folgten rund 30 Teilnehmende der Einladung zum Get-together auf dem Gelände des Dampfbahnclubs Taunus. Damit waren erneut nahezu alle Bereiche der Oberurseler Vereinslandschaft vertreten.
Vereine stärken Demokratie
Oberursels Vereine prägen das gesellschaftliche Leben in Oberursel. Viele Tausend Menschen engagieren sich dort freiwillig, organisieren Sport, Kultur, Brauchtum, Bildung, soziale Hilfe und Freizeitangebote. Sie schaffen Begegnungen über Generationen, Herkunft und Lebenswege hinweg, ermöglichen Teilhabe und können Einsamkeit entgegenwirken.
Zugleich wird in Vereinen Demokratie ganz praktisch gelebt: Mitglieder beraten, wählen ihre Vertretungen, finden Kompromisse und übernehmen Verantwortung. „Unsere Vereine sind eine wichtige Säule der Demokratie und des sozialen Zusammenhalts. Was die Ehrenamtlichen in Oberursel leisten, ist von größter Bedeutung. Sie geben Menschen einen Ort, eine Aufgabe und eine Stimme. Dieses Engagement verdient Anerkennung und verlässliche Unterstützung“, betont Bürgermeisterin Antje Runge. Wie wirkungsvoll eine gemeinsame Stimme sein kann, zeigte bereits der erste Austausch im Jahr 2023. Damals berieten die Vereine mit der Bürgermeisterin über die Zukunft von Rathaus und Stadthalle und formulierten gemeinsam ihren Bedarf an Räumen, Infrastruktur und einem großen Saal.
Mit dieser klaren Position erhielt die Stadthalle in der politischen Debatte entscheidenden Rückhalt; andere Überlegungen wurden zurückgestellt. Die Stadthalle blieb erhalten. Für Runge ist deshalb wichtig, die Vereine regelmäßig an einen Tisch zu holen: „Ich möchte zuhören, Bedarfe früh erkennen und erläutern, welche Unterstützung und Fördermöglichkeiten es gibt. Gerade bei einem herausfordernden Haushalt müssen wir Prioritäten setzen. Investitionen in die Menschen, die sich ehrenamtlich für andere engagieren sowie die große Mitgliederzahl der Vereine, und in die dafür notwendige Infrastruktur sind Investitionen in den Zusammenhalt unserer Stadt.“
Bei der Arbeitssitzung am 24. August informierten die Stadt und der Kultur- und Sportförderverein Oberursel e. V. (KSfO) über kommunale und überregionale Fördermöglichkeiten. Der gemeinnützige und politisch unabhängige KSfO versteht sich als „Verein für Vereine“. Er organisiert eigene Veranstaltungen und unterstützt Oberurseler Vereine und Institutionen bei mehr als 50 Kultur- und Sportprojekten, unter anderem durch finanzielle Hilfen, Beratung und personelle Begleitung. Seine Mittel stammen aus einem städtischen Zuschuss sowie aus Spenden, Sponsorengeldern und Mitgliedsbeiträgen.
Weitere Themen waren die Beteiligungsplattform oberursel-mitmachen.de und die Fortschreibung des Sportstättenentwicklungsplans. Für Vereine können auf der Plattform bei Bedarf geschlossene Foren für Austausch und Abstimmungen eingerichtet werden; auch eine kurze Einführung durch die Verwaltung ist möglich. Zum Sportstättenentwicklungsplan wurden aktuelle Vorhaben vorgestellt, darunter Maßnahmen auf der Stierstadter Heide und an der Sportanlage in Weißkirchen sowie die weiteren Planungen für das Freibad. Die Sportvereine sind eingeladen, Hinweise zu eigenen Vorhaben und Bedarfen einzubringen.
In den anschließenden Arbeitsgruppen ging es vor allem um die Bewerbung von Veranstaltungen, die zunehmend schwierige Sponsorensuche, bessere Vernetzung und immer komplexere Vorschriften.
Aus den Rückmeldungen entstanden bereits konkrete nächste Angebote: Die Stadt wird einen Fachvortrag zu Künstlicher Intelligenz und Social Media sowie eine Veranstaltung zum Datenschutz im Verein anbieten.
Persönlicher Austausch beim Dampfbahnclub Taunus
Der zweite Termin am 25. September stand ganz im Zeichen des persönlichen Austauschs. Der Dampfbahnclub Taunus öffnete dafür sein Vereinsgelände in der Mainstraße. Für viele Gäste war es der erste Besuch am neuen Standort. Bürgermeisterin Runge dankt dem Verein für die Gastfreundschaft und empfiehlt besonders Familien den nächsten öffentlichen Fahrtag: Das „Abdampfen“ findet am Sonntag, 11. Oktober 2026, von 10 bis 17 Uhr auf dem Vereinsgelände statt.
„Ich danke allen Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertretern für ihre Zeit, ihre Offenheit und vor allem für die Arbeit, die sie Tag für Tag für Oberursel leisten. Die vielen positiven Rückmeldungen zu beiden Treffen zeigen, dass dieser direkte Austausch gebraucht wird. Wir werden ihn fortsetzen“, so Bürgermeisterin Antje Runge.
