Oberursel (ow). Schreibwettbewerb weckt Kreativität im Klassenraum: 100 hessische Schüler wurden am Freitag, 24. April, im Museum Wiesbaden für ihre Briefe zum Thema „Zukunft“ im Rahmen des 8. Schülerschreibwettbewerbs der Stiftung Handschrift von Kultusminister Armin Schwarz ausgezeichnet – darunter auch Greta der Freien Waldorfschule Oberursel.
Schüler der 6. und 7. Klassen aller Schulformen konnten am 8. Hessischen Schülerschreibwettbewerb der Stiftung Handschrift zum Thema „Zukunft“ teilnehmen. Die Kinder und Jugendlichen beschrieben auf maximal zwei Seiten, wie sie sich die Welt in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren vorstellen. Aus der Freien Waldorfschule Oberursel hatte sich die siebte Klasse mit 24 Kindern beteiligt. „Alle Briefe sind einzigartig“, so Frau Pretzell, die betreuende Klassenlehrerin. „Das Thema bot viel Raum für individuelle Zukunftsvisionen. Zwischen den Zeilen ist allerdings auch zu erkennen, dass sich die Kinder intensiv mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen und sogar Verbesserungsvorschläge anbieten – als Lösungsansätze für die Zukunft.“
So individuell wie die eigene Handschrift sind daher auch die Inhalte der Texte. Sie thematisieren beispielsweise Kriege, globale Erderwärmung, Umweltverschmutzung, persönliche Berufswünsche, Freundschaften, Familie und Zusammenhalt. Eine Fachjury wählte 100 Beiträge aus. Diese sind nun in einem hochwertigen Buch gesammelt erschienen – darunter auch ein Brief der Freien Waldorfschule Oberursel. Deren Verfasserin wurde am Freitag, 24. April, im Museum Wiesbaden geehrt. Die stolzen Lehrkräfte im Publikum vor Ort und zahlreiche live aus dem Klassenraum zugeschaltete Mitschüler honorierten die Leistungen mit viel Applaus.
Handschrift fördert Bildung
Raoul Kroehl, Geschäftsführer der Stiftung Handschrift, begrüßte die Gäste im Museum. Er zeigte sich begeistert von der erneut großen Resonanz: „Nach dem Erfolg der vergangenen Jahre hat der Wettbewerb in diesem Jahr eine neue Dimension erreicht. Mit rund 9.500 Einsendungen aus ganz Hessen hat die junge Generation bewiesen, dass sie viel zu sagen hat – und dass sie dies mit Vorliebe auf Papier tut.“ Armin Schwarz, Hessischer Minister für Kultur, Bildung und Chancen, verdeutlichte in seiner Ansprache die Relevanz der Handschrift im digitalen Zeitalter: „Ganz praktisch beeinflusst das Schreiben mit der Hand die Zukunft unserer Schüler. Es trainiert entscheidende Fähigkeiten, die später wichtig sind, wie Motorik, Sprachverständnis und Konzentration. Aus diesen Gründen betrachten wir im Hessischen Kultusministerium den Erwerb der Handschrift als einen zentralen Bestandteil des Deutschunterrichts.“
Festakt
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung erzählten Schüler in Video-Interviews von den ersten Ideen für ihre persönlichen Briefe. Dabei offenbarte sich, dass sie trotz der aktuell herausfordernden Zeiten mit viel Neugier und Optimismus an das Thema herangingen. Drei der jungen Schreibtalente lasen schließlich ihre Briefe live vor – die Adressaten: Noah, Henry und die Gegenwart. Im Talk mit Raoul Kroehl erzählten Lehrkräfte hessischer Schulen von ihren Erfahrungen aus dem Unterricht. Leider kaum überraschend: Im Zeitalter von KI, Smartphones und Tablets wüssten die wenigsten Kinder heute noch, wie man einen Brief schreibt. Umso bedeutender sei dieses Projekt. Im Unterricht entwickelten ihre Schützlinge schnell viel Freude am Briefeschreiben. Die Ergebnisse sprechen für sich.
Musikalisch umrahmten Neo, Gewinner der TV-Sendung „The Voice Kids“ 2025, sowie das Streicher-Ensemble „Leibniz-Strings“ der Leibnizschule Wiesbaden die Preisverleihung.
100 hessische Schüler wurden im Museum Wiesbaden für ihre Briefe zum Thema „Zukunft“ im Rahmen des 8. Schülerschreibwettbewerbs der Stiftung Handschrift von Kultusminister Armin Schwarz ausgezeichnet – darunter auch Greta der Freien Waldorfschule Oberursel
(3. von unten auf der linken Seite).Foto: Organisation Tag der Handschrift
