Oberursel (bg). Während der hessischen Sommerferien tourt Bürgermeisterin Antje Runge mit ihrer offenen Sprechstunde vor Ort durch sämtliche Stadtteile. Start war Anfang Juli auf dem Altstadtmarkt im Herzen von Oberursel. Das nächste Ziel war die Skateranlage in Stierstadt. Dort schilderten ihr die Skater ihre Wünsche und Stierstädter Bürger trugen ihre Anliegen vor. Oberursel hat sich, nicht zuletzt durch die Goldmedaille der Damenschaft bei den Olympischen Spielen in Paris in der neuen 3 x 3 Disziplin, zur einer echten Basketballhochburg gemausert. Darauf will die Stadt reagieren und plant an der Skateranlage ein Spielfeld für die begeisterten Korbballspieler, das im Jahr 2026 realisiert werden soll. Treffpunkt in Oberstedten war der Marktstand, neben dem Mühlenbrunnen in der Hauptstraße. Themen wie zugeparkte oder zugewachsene Gehwege, Verkehrsberuhigung, Schlaglöcher und ein Begrünungskonzept lagen dabei im Fokus. Weitere Termine sind am Samstag, 9. August, der Wochenmarkt in Weißkirchen und am Samstag, 16. August, im Camp King Carrée. Mit der offenen Bürgersprechstunde von 11 bis 13 Uhr findet dort die diesjährige Sommertour ihren Abschluss.
Im Gemeindezentrum der Kreuzkirche im Goldackerweg stand Antje Runge den Bürgern zwei Stunden lang Rede und Antwort, dann musste sie weiter zum nächsten Termin. Der persönliche Live-Austausch ist ihr ein Herzensanliegen als Bestandteil einer bürgernahen Verwaltung. Beim Zuhören, wo vor Ort der Schuh drückt, könne man frühzeitig Probleme erkennen und gemeinsam versuchen Lösungen zu entwickeln, betonte sie. Vor der Bücherei saß sie mit Bommersheimer Bürgern zusammen. Martin Ott vom Kirchenvorstand der evangelischen Kreuzkirchengemeinde hatte extra frischen Kaffee zubereitet. Dazu gab es an diesem heißen und schwülen Nachmittag aber auch viel kühles Wasser. Antje Stolle hatte einen ganz konkreten Vorschlag. Sie wünscht sich in Bommersheim einen Bücherschrank und wäre auch bereit, sich bei der Betreuung einzubringen. Mit diesem Vorschlag lag sie genau richtig. „In der Stadt stehen in den meisten Ortsteilen schon solche Tauschbörsen für Bücher. Der Ortsbeirat Bommersheim hatte das Thema auch schon auf der Tagesordnung, berichtete Antje Runge, der Bücherschrank sei gerade in der Herstellung. Beim Standort sei eine gewisse Sozialkontrolle wichtig, um Vandalismus vorzubeugen“. Die rote Telefonzelle mit Büchern in der Adenauerallee stand ursprünglich im Rushmoorpark in der Nähe der Feldbergschule. Dort wurde sie mehrfach demoliert, ergänzte Siegfried Freichel. Martin Ott fände einen Bücherschrank auf dem Gelände der Kreuzkirche in direkter Nähe der Gemeindebücherei und der Kita richtig klasse. Ein passendes Umfeld für viele Bücherfreunde und obendrein gut zu erreichen mit der Bushaltestelle direkt vor der Haustür.
Sanierungsbedürftige Straßen waren weitere Themen. Hans Otto Elbert fragte nach, wann der obere Teil der Langen Straße, eine wichtige Hauptachse in Bommersheim saniert würde. Auch die Vogelsbergstraße sei in einem schlechten Zustand, merkte Peter Starke an. „Darüber entscheidet die Betriebskommission. Es gibt einen Plan, er richtet sich nach der Dringlichkeit, ob eine Grundhafte- oder Oberflächen-Sanierung ansteht. Schlaglöcher werden ab vier Zentimeter Tiefe gleich aufgefüllt, erläuterte Antje Runge, die sich eifrig Notizen machte. Das Anliegen von Peter Freichel nahm sie ebenfalls gleich mit. Er bat darum, die Piktogramme die vor Ampeln auf Induktionsschleifen für Fahrräder hinweisen wieder mit Farbe deutlich sichtbar zu machen. „Die funktionieren tatsächlich, sagte sie begeistert, ich habe sie erst durch ihren Hinweis kennengelernt“. Als sicherer Schulweg wurde die Lange Straße im mittleren Bereich grundhaft saniert und in eine Spielstraße umgewandelt. Viele Autofahrer halten sich nicht an die gebotene Schrittgeschwindigkeit und sind sich über die Vorfahrtsregeln, die auch für Radfahrer gelten nicht im Klaren. „Wer aus der Spielstraße auf die Kreuzung Burg- Bommersheimer Straße zufährt hat keine Vorfahrt, erklärte Peter Freichel, der viel mit seinem Fahrrad unterwegs ist. Das ist ein guter Hinweis sagte die Bürgermeisterin. Zum Schulstart informiere die Burgwiesenschule mit Elternbriefen über die Schulwege und Parksituation rund um die Grundschule, da könne das thematisiert werden. Beschwerden gab es noch über vermehrten Fluglärm, verursacht durch neue Flugrouten, die zur Zeit über dem Taunus ausprobiert werden und rücksichtslose Verkehrsteilnehmer, die verbotener Weise einen Fußweg benutzen, auf dem viele Schulkinder unterwegs sind. Früher gab es ein „Drängelgitter“, das war aber für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer hinderlich. Am späten Abend treffen sich junge Leute rund um die Burgwiesenhalle, dabei wird es oft richtig laut, berichtete eine Anwohnerin. „Wir sind dabei im öffentlichen Raum vermehrt Angebote für junge Leute zu schaffen“, betonte die Bürgermeisterin und wies daraufhin, dass gerade vor der Burgwiesenhalle ein neuer Basketball-Korb installiert wurde.
Außerdem seien in Bommersheim einige Projekte umgesetzt worden, wie die Neugestaltung des Sportplatzes oder die Beachvolleyball-Anlage des Turnverein Bommersheim. Das Areal dahinter werde zur Zeit durch die städtische Projektgruppe „Oberursel unter Lupe“, als Begegnungsstätte neu geplant und zügig umgesetzt. In der Maximilian-Kolbe-Straße konnte ein ehemaliger Kleinkinder-Spielplatz als neuer Treffpunkt für alle Generationen wieder aktiviert werden. Dafür hatte sich eine Nachbarschaftsinitiative eingesetzt, die auch vom Ortsbeirat unterstützt wurde. Die Stadt beteiligte sich an dem Vorhaben finanziell und lädt am Samstag, 16. August, ab 15 Uhr zur feierlichen Eröffnung der Mehrgenerationenfläche ein.
