Auf Sommertour – Direkter Austausch bringt Verbesserungen

Bürgermeisterin Antje Runge nimmt Anregungen entgegen.Foto: privat

Oberursel (ow) – Bürgermeisterin Antje Runge spricht mit den Menschen vor Ort. Ihre Hinweise machen sichtbar, was in den Quartieren gebraucht wird, und helfen dabei, Lösungen passgenau umzusetzen.

Mit zwei weiteren offenen Bürgersprechstunden im Camp King Carrée und an der Kreuzkirche in Bommersheim hat Bürgermeisterin Antje Runge ihre Sommertour 2026 fortgesetzt. Die Gespräche zeigten erneut, wie wertvoll der direkte Austausch vor Ort ist: Bürgerinnen und Bürger kennen ihr Wohnumfeld aus dem Alltag. Sie wissen, wo Wege unsicher sind, welche Angebote fehlen und welche Lösungen praktisch funktionieren können.

Die Bürgermeisterin kommt deshalb bewusst dorthin, wo die Menschen leben. Ohne Anmeldung und auf Augenhöhe können Fragen sofort geklärt, Zusammenhänge erläutert und Hinweise konkret aufgenommen werden. So werden auch Menschen erreicht, die eine Sprechstunde im Rathaus nicht besuchen würden. „Die Menschen vor Ort sind die Expertinnen und Experten für ihr Quartier. Im persönlichen Gespräch erfahre ich sehr konkret, was sie im Alltag bewegt. Diese Hinweise helfen uns, Situationen richtig zu verstehen, frühzeitig zu handeln und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln“, sagt Bürgermeisterin Antje Runge.

Nach dem Auftakt am Samstag, 11. Juli, auf dem Marktplatz in der Altstadt und weiteren Stationen im Dornbach-Zentrum sowie auf den Märkten in Oberstedten und Weißkirchen geht die Sommertour nun auf die Zielgerade.

Hinweise aufnehmen – sich vernetzen

25 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Sprechstunde im Camp King Carrée. Im Mittelpunkt standen Verkehr, Sicherheit und die Entwicklung des Wohnumfelds. Für den Bereich Hohemarkstraße und Kupferhammerweg wurden eine bessere Ampelschaltung und ein sicherer Schulweg angeregt. Ein Vorschlag war eine geeignete Sperre, die Kinder auf Rollern vor dem U-Bahn-Übergang abbremst und zu mehr Aufmerksamkeit beiträgt. Auch zu hohe Geschwindigkeiten auf der Hohemarkstraße und der Wunsch nach stärkeren Kontrollen kamen zur Sprache.

Wie unmittelbar ein Hinweis wirken kann, zeigte sich auf Höhe des Lidl-Marktes. Dort regten Teilnehmende an, die schraffierte Verkehrsfläche zu verkleinern. Geradeaus fahrende Fahrzeuge können dadurch an wartenden Linksabbiegern vorbeifahren; Rückstaus lassen sich verringern. Die Stadt griff den Vorschlag direkt auf und setzte ihn kurzfristig um. Das ist derzeit besonders wichtig, weil der Umbau der Lahnstraße zusätzlichen Verkehr verursacht.

Positiv bewerteten die Teilnehmenden die Poller am Bürgersteig der Hohemarkstraße. Sie erhöhen die Sicherheit für Radfahrende. Weitere Hinweise betrafen zugestellte Gehwege, die angespannte Parksituation im Rosengärtchen und die Gebühren des Park-and-Ride-Parkplatzes an der U-Bahn-Station Hohemark. Die Stadt nimmt den Wunsch auf, die Auswirkungen auf die angrenzenden Wohngebiete und die Gebührenregelung noch einmal zu prüfen.

Auch die Busverbindungen waren Thema. Die Stadt konnte erläutern, dass die Verbindung durch die Dornbachstraße erhalten bleibt. Zusätzlich wünschten sich die Teilnehmenden, dass die Linie 41 weiterhin über den Heidegraben fährt. Angeregt wurden außerdem Sitzbänke an den Haltestellen in der Lahnstraße und auf Höhe der Hohemarkstraße 72 sowie eine Lösung für das abrupte Ende des Radwegs in der Luise-Meitner-Straße in Richtung Erich-Kästner-Schule.

Gute Rückmeldungen gab es zur Wasserampel, zur neuen Stadt-App und zum Beteiligungsportal oberursel-mitmachen.de mit seinem Stadtmelder. Bürgerinnen und Bürger lobten die schnellen Reaktionen der Stadt. Der Wunsch nach mehrsprachigen Informationen kann auf der Internetseite der Stadt bereits mithilfe einer Übersetzungsfunktion unterstützt werden.

Hinweise zum Stadtwald werden im laufenden Austausch mit der Stadt Frankfurt aufgegriffen. Auch die Pflege von Hecken und Grünstreifen durch den BSO an bestimmten Orten wird geprüft. Dabei wurde deutlich, dass es unterschiedliche Vorstellungen gibt: Manche wünschen sich kürzer gemähte Flächen, andere schätzen verschiedene Wuchshöhen und loben den gepflegten Camp King Park.

Ein wichtiges Anliegen war der Erhalt eines Treffpunkts im Norden. Gerade in Quartieren mit vielen Mehrfamilienhäusern brauchen Menschen Orte der Begegnung, die sie selbst mit Leben füllen können. Das Kinderhaus erhielt viel Lob; zugleich wurde um Rücksicht auf die Nachbarschaft gebeten. Noch während der Sommertour stellte die Bürgermeisterin den Kontakt zwischen der Initiative „Wir im Camp King“ und der Stiftung „Aktiv im Norden“ her. So bringt der Austausch vor Ort nicht nur Bürgerschaft und Verwaltung zusammen, sondern vernetzt auch engagierte Menschen im Quartier.

Weitere Themen waren die Entwicklung des Schützenvereinsgeländes, Baumfällungen im Stadtwald und Hubschrauberflüge zur Düngerausbringung in Nachbarkommunen. Lob erhielten die neuen eingefassten Abfallbehälter, aus denen Vögel keinen Müll herausziehen können. Für dieses Modell wurden weitere Standorte vorgeschlagen.

„Oft entscheiden ganz konkrete Situationen im Wohnumfeld über Sicherheit und Lebensqualität. Nicht jedes Anliegen lässt sich sofort lösen. Entscheidend ist, dass wir Hinweise aufnehmen, Zuständigkeiten klären und die nächsten Schritte nachvollziehbar machen“, betont Runge.

Gemeinsam am runden Tisch

In Bommersheim kamen zehn Bürgerinnen und Bürger und ein Teilnehmer auf vier Pfoten an einem runden Tisch mit der Bürgermeisterin ins Gespräch. Dabei ging es nicht nur um einzelne Anliegen, sondern um gemeinsame Themen des Stadtteils. Das passt zur dörflich geprägten Struktur Bommersheims: Viele Menschen kennen einander, tauschen sich regelmäßig aus und nutzen den gut besuchten Ortsbeirat als Informationsquelle.

Ein Schwerpunkt war das sichere und respektvolle Miteinander im Verkehr. Unter der Bahnunterführung kommt es auf dem sehr schmalen Gehweg immer wieder zu gefährlichen Begegnungen zwischen Menschen zu Fuß und auf dem Rad. Da die Strecke auch als Schulweg dient, wurde vorgeschlagen, Radfahrende zum Absteigen und Schieben aufzufordern.

Auch würden Radfahrende teilweise die rote Ampel umgehen, die Freigabe für den Fußverkehr nutzen und anschließend auf dem Gehweg weiterfahren. Als mögliche Lösung wurde eine Sperre vorgeschlagen, die das Durchfahren mit dem Rad verhindert, Menschen mit Rollator oder Kinderwagen aber ausreichend Platz lässt. Bürgermeisterin Runge sagte zu, beide Vorschläge prüfen zu lassen. Zugleich warb sie für gegenseitige Rücksichtnahme und die Einhaltung der Verkehrsregeln.

Auch der Zweirichtungsverkehr im alten Ortskern wurde intensiv diskutiert, besonders in der Bommersheimer Straße zwischen Wallstraße und Lange Straße. Wegen der engen Fahrbahn und parkender Autos fehlen Ausweichmöglichkeiten. Als Optionen wurden ein Parkverbot und eine Einbahnstraßenregelung genannt. Dabei müssen die Interessen des Einzelhandels und der Anwohnerschaft berücksichtigt werden, so die Bürgermeisterin zu diesem Vorschlag. Runge regte an, das Thema im Ortsbeirat zu beraten, und sagte eine Prüfung durch die Fachbereiche zu.

Kritik gab es am Zustand mehrerer Gehwege. Unebenheiten und starke Neigungen zur Straße erschweren besonders Menschen mit Rollator das Vorankommen. Zur Idee, Verbesserungen mit dem Glasfaserausbau zu verbinden, erläuterte die Bürgermeisterin zugleich, dass die Unternehmen nur den vorherigen Zustand wiederherstellen müssen und Eile geboten sei. Konkrete Gefahrenstellen können über den städtischen Mängelmelder angezeigt und dadurch zeitnah geprüft werden.

Beim Thema Wohnen ging es um Grundstücksverkäufe in Neubaugebieten, unter anderem an der Geschwister-Scholl-Straße. Diskutiert wurden kleinere Wohneinheiten und Erbbaulösungen, die besonders für Oberurseler Familien interessant sein können. Einigkeit bestand darin, dass die Stadt dort steuernd eingreifen sollte, wo der Markt bezahlbaren Wohnraum nicht ausreichend bereitstellt. Als Beispiel nannte Runge das geplante Vorhaben in der Mutter-Teresa-Straße: Dort sollen 18 Wohnungen zu einer Miete von rund 10,40 Euro pro Quadratmeter entstehen. Gerade Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen brauchen solche Angebote.

Viel Zustimmung erhielt die Mehrgenerationenfläche in der Maximilian-Kolbe-Straße. Das von der Bürgerschaft getragene und von der Stadt unterstützte Projekt wird gut genutzt. Gemeinsam mit den Oberurseler Handwerkern soll dort bald ein Bücherbaum entstehen. Eine Mutter schlug außerdem ein Tor am Eingang vor, um den Besuch mit Kita-Gruppen und kleinen Kindern sicherer zu machen. Positiv hervorgehoben wurden auch die Orschel-Gärten mit Pflanzpatenschaften und das Urban Garden Projekt der LOK im Holzweg, das im Förderprogramm Zukunft Innenstadt umgesetzt wurde.

Freude gab es auch über die Jugendfläche, die neben dem Beachvolleyballfeld entstehen soll. Sie wurde von der Stadt Oberursel unter Beteiligung junger Menschen geplant und schafft einen eigenen Aufenthaltsort.

Weitere Anregungen waren Piktogramme auf Straßen in der Nähe von Spielplätzen und eine neue Bank an einem beliebten Treffpunkt für Menschen, die dort mit ihren Hunden unterwegs sind und miteinander „babbeln“ möchten.

Zur Sprache kamen außerdem Staus auf der Frankfurter Landstraße auf Höhe der Homburger Landstraße. Die möglichen Vor- und Nachteile eines Durchstichs der Nassauer Straße wurden mit unterschiedlichen Positionen erörtert.

Bei Verunreinigungen durch Pferdeäpfel bat Runge um Verständnis und verwies auf die besondere Atmosphäre Bommersheims als Pferdedorf. Bestehende Absprachen mit dem Reitverein sollen erneut in Erinnerung gerufen werden. Auch Pensionsstallbetreiber können ihre Einstellerinnen und Einsteller für einen verantwortungsvollen Umgang sensibilisieren, und die Stadt wird diese diesbezüglich ansprechen. „Bürgerbeteiligung lebt davon, dass Menschen ihre Beobachtungen, ihre Kritik und ihre Ideen offen einbringen. Gerade wenn Interessen unterschiedlich sind, ist das persönliche Gespräch unverzichtbar. Es schafft Verständnis und ist die Grundlage für ausgewogene Lösungen“, sagt Runge.

Hinweise werden weiterverfolgt

Viele Fragen konnte Bürgermeisterin Antje Runge direkt vor Ort beantworten oder einordnen. Weitere Anregungen und Prüfaufträge gehen an die zuständigen Fachbereiche der Stadtverwaltung. Wo politische Entscheidungen notwendig sind, werden die zuständigen Gremien und Ortsbeiräte einbezogen. So bleibt für die Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar, was mit ihren Hinweisen geschieht.

„Ich danke allen, die sich Zeit für ein Gespräch genommen haben, für ihre Offenheit und ihr Vertrauen. Die Menschen vor Ort wissen am besten, was konkret wo gebraucht wird. Dieser persönliche Kontakt ist durch nichts zu ersetzen. Er bleibt ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit als Bürgermeisterin“, erklärt Antje Runge.

Abschluss der Sommertour

Die letzte offene Bürgersprechstunde der Sommertour findet am Freitag, 4. September, von 16 bis 18 Uhr auf dem Heinrich-Geibel-Platz in Stierstadt statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, ihre Fragen, Anregungen und Ideen persönlich einzubringen. Weitere Informationen können im Internet unter www.oberursel.de/sommertour aufgerufen werden.

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