Viel Geld lässt der Kreis auch 2022 in den Schulbau fließen

Hochtaunus (js). Schon jetzt klingt die Gesamtsumme bis zum Jahresende 2021 gigantisch: Rund 900 Millionen Euro hat der Hochtaunuskreis dann seit der Jahrtausendwende in sein ambitioniertes Schulbauprogramm investiert. In einer Visualisierung der Investitionen in die einzelnen Kommunen des Kreises zucken rote Blitze nur so auf, die auf die Zielpunkte in den Städten und Gemeinden gerichtet sind. Mit Zahlen dazu als Beleg, sie reichen von 7,3 Millionen Euro, die im kleinen Ort Glashütten für die Schulerneuerung investiert wurden, bis zu 251,5 Millionen Euro im Top-Schulort Oberursel und 177,6 Millionen Euro in Bad Homburg. Inklusive noch nicht genau definierter „Folgejahre“ werden am Ende mehr als 1,3 Milliarden Euro auf der Gesamtrechnung stehen, das zeigte die Präsentation bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs für 2022 durch Landrat Ulrich Krebs und den Ersten Kreisbeigeordneten Thorsten Schorr am Montag. Am Abend stand das Thema auf der Tagesordnung bei der Kreistagssitzung.

„Gute Bildung“ ist auch 2022 erstes Schlagwort des Landrats bei der Präsentation der Zahlen. Geplant sind Investitionen in Höhe von 57,1 Millionen Euro für Schulbauten, bis 2025 seien es sogar 165,7 Millionen Euro nach derzeitigem Stand. Dickste Brocken sind die bereits laufenden Projekte Neubau der Integrierten Gesamtschule Stierstadt (IGS) in Oberursel, Erweiterungsbau des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums Bad Homburg sowie das geplante Betreuungszentrum mit Sporthalle an der Astrid-Lindgren-Schule in Usingen. Nur für diese drei Maßnahmen gehe es schon um knapp 29 Millionen Euro, so Krebs. Die neue IGS wird am Ende knapp 50 Millionen Euro kosten, die neue Gesamtschule am Gluckenstein (GaG) in Bad Homburg ungefähr 41 Millionen Euro. Bei der GaG steht die komplette Sanierung des Altbaus an, in Königstein der Neubau der Grundschule, mit den Vergabeverfahren will der Kreis im ersten Halbjahr 2022 beginnen. Die neue alte GaG soll 2025 fertig sein, in Königstein ist der Zielhorizont auf 2027 justiert. Inklusive Sporthalle wird dort mit 28,7 Millionen Euro Baukosten kalkuliert. Der Neuaufbau der Dächer der Sporthallen an der IGS und der GaG, die seit einem Teileinsturz in Stierstadt im Sommer gesperrt sind, dürfte laut Krebs noch einmal 15 Millionen Euro kosten.

Insgesamt geht es beim Kreishaushalt um ein knappes Halbe-Milliarden-Euro-Paket. Erträgen von erwarteten 484 Millionen Euro werden wohl Ausgaben von rund 492 Millionen Euro gegenüberstehen, das geplante Defizit beläuft sich auf etwa 8,2 Millionen Euro, die Rücklagen des Landkreises sollen es decken. „Wir profitieren von unserer guten Haushaltswirtschaft der letzten Jahre“, so Krebs, durch die Rücklage könnten die Haushalte bis 2025 ausgeglichen werden. Die Kommunen müssten sich allerdings auf eine leichte Erhöhung der Kreisumlage einstellen. Krebs: „Die finanziellen Auswirkungen von Corona haben deutliche Spuren bei der Finanzplanung des Kreises hinterlassen.“ Vor allem die coronabedingten Steuerrückgänge bei den kreisangehörigen Städten seien nicht zu kompensieren, Einnahmezuwächse seien aber nötig, um die steigenden Ausgaben zu finanzieren, etwa bei den Personalkosten und im Dezernat Soziales bei der Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe und im Bereich Pflege. Allein im Sozialbereich ist ein Zuschussbedarf von 56,2 Millionen Euro eingeplant, dazu kommen 34 Millionen für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe.

Außer guter Bildung und nachhaltiger Mobilität soll das Thema Klimaschutz bei den Zukunftsausgaben des Kreises in den Fokus gestellt werden. Im Oktober wurde bereits eine Stabsstelle „Klimaschutz, nachhaltige Kreisentwicklung und Umweltbildung“ eingerichtet, die „klimarelevante Projekte im Kreis entwickeln und zentral koordinieren soll“, wie es heißt. Hauptaufgabe der Stabsstelle werde die Erarbeitung eines „integrierten Klimaschutzkonzeptes“ sein, kündigte der Landrat an. Mit öffentlichen Fördergeldern möchte der Kreis gerne einen „Klimaschutzmanager“ einstellen und finanzieren. Schulen sollen sich werbewirksam als „Naturpark-Schulen“ zertifizieren lassen können, wenn sie Naturthemen im Schulalltag verankern und zudem nachhaltige Bildungsmaßnahmen umsetzen.



X