Emotionaler Abschied von Monika Fuchs

Zum Abschluss des Sommerkonzerts der Albert-Einstein-Schule standen alle rund 120 Musikerinnen und Musiker auf der Bühne im großen Saal des Bürgerhauses und genossen den langanhaltenden Applaus des Publikums.Foto: Harnisch

Schwalbach (mh). Das Sommerkonzert der Albert-Einstein-Schule (AES) bot am Dienstag vergangener Woche ein abwechslungsreiches Programm aus klassischer Musik, Tänzen und Filmmusik.

Nach intensiver Probenarbeit präsentierten die Schülerinnen und Schüler ein vielseitiges Konzert bei freiem Eintritt. Den Auftakt machte die „Prelude from Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier. Die Ensembles waren breit besetzt – von Holz- und Blechbläsern bis zu Streichern, Klavier und Schlagzeug.

Für eine besonders abwechslungsreiche Atmosphäre sorgten die kurzen Moderationen einzelner Schülerinnen und Schüler. Sie erläuterten dem Publikum die Hintergründe der Stücke und machten deren Geschichten lebendig. So erfuhren die Zuhörer beispielsweise, dass der Titel „Colonel Bogey“ von Kenneth J. Alford auf eine fiktive Golfspielerfigur zurückgeht, die als Vorbild für möglichst gutes Spiel dienen sollte. Die fröhlichen, marschartigen Melodien des Stückes spiegelten diesen Charakter eindrucksvoll wider.

Den Musikunterricht geprägt

Ein emotionaler Höhepunkt des Abends war die Verabschiedung von Monika Fuchs. Schulleiterin Anke Horn würdigte in ihrer Rede die außergewöhnlichen Verdienste der Musikpädagogin, die seit 1990 den erweiterten Musikunterricht an der AES geprägt hat. Über Jahrzehnte hinweg organisierte und prägte Monika Fuchs Sommerkonzerte und zahlreiche musikalische Projekte – und an diesem Abend stand sie selbst im Mittelpunkt: als ein Konzert, das ihr gewidmet war, während sie es nicht mehr dirigierte, sondern sichtbar bewegt aus dem Publikum heraus verfolgte und genoss. Eine besondere Überraschung bot Samuel Wilken mit einem Posaunensolo. Begleitet wurde er von seinem Bruder Jonathan, einem ehemaligen Schüler der AES, am Klavier. In einer kurzen Ansprache blickte Jonathan Wilken auf seine Schulzeit zurück und betonte den Einfluss von Monika Fuchs auf viele musikalische Lebenswege: „Ich kenne viele, die heute Musik studieren, und Sie haben definitiv einiges dazu beigetragen.“

Das Publikum honorierte die Auftritte immer wieder mit langem Applaus. Dennoch lag über dem Konzert auch eine leicht melancholische Stimmung – geprägt vom Abschied von Monika Fuchs sowie von den langjährigen Orchestermitgliedern des Abiturjahrgangs 2026.

Auch Anni Komppa und Helena Plänk richteten persönliche Worte an das Publikum. Anni Komppa beschrieb die besondere Dynamik der Schulorchester, die sich jedes Jahr durch neue Schülerinnen und Schüler verändern. „Alte gehen, neue kommen“, fasste sie den ständigen Wandel zusammen und bezog sich damit auch auf die diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten, die verabschiedet wurden: Clara Hoffmann, Ellen Siebrasse, Daniel Bolduan, Elisabeth Harant, Kathrin Weinhold, Gereon Bock und Ben Kim.

Nach einer kurzen Pause begann der zweite Konzertteil mit der Filmmusik aus „How to Train Your Dragon“ („Drachenzähmen leicht gemacht“). Das energiegeladene Werk begeisterte mit seinen dynamischen Klangbildern und eindrucksvollen Querflötensoli. Einen starken Kontrast dazu bildete anschließend „Gopak“ aus der „Sorochinsky Fair“ von Modest Mussorgski. Der ukrainische Tanz verwandelte den Konzertsaal für wenige Minuten in ein Hochzeitsfest und überzeugte durch sein rasantes Tempo und seine mitreißende Tanzenergie.

Gegen Ende des Konzerts richteten einige Schülerinnen und Schüler persönliche Dankesworte an Anni Komppa und Helena Plänk. Mit einem Lächeln erinnerten sie sich an die gemeinsamen Proben zurück, die häufig zwischen Schulstress, Klausuren und zahlreichen To-dos stattfanden. Besonders in Erinnerung geblieben sei dabei ein Satz von Anni Komppa, mit dem sie regelmäßig den Übergang vom Alltag zur Musik einleitete: „Dann lasst uns jetzt aber gemeinsam musizieren.“

Zum Abschluss Filmmusik

Auch die Abiturientinnen und Abiturienten hatten eine musikalische Überraschung vorbereitet. Gemeinsam spielten sie „Gonna Fly Now“, die berühmte Titelmelodie aus „Rocky“, die sie bewusst als Hommage an die energiegeladene und motivierende Art von Anni Komppa ausgewählt hatten. Sichtlich bewegt bedankte sich die Lehrerin bei ihren langjährigen Orchestermitgliedern: „Ihr habt mich bereichert, ihr habt mir Dinge beigebracht und seid Vorbilder für mich und auch für die anderen Schülerinnen und Schüler.“

Zum Finale versammelten sich schließlich alle rund 120 Musikerinnen und Musiker auf der Bühne. Gemeinsam spielten sie die berühmte Filmmusik aus „Pirates of the Caribbean“ und sorgten damit für einen kraftvollen, eindrucksvollen Abschluss des Abends. Nach einer kurzen Zugabe endete das Konzert schließlich offiziell – doch die Melodien des Abends klangen noch lange in den Ohren der Zuhörerinnen und Zuhörer nach.



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