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Schwalbach (sz). Gut besucht war nach eigenen Angaben die Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft (IG) Fernwärme am Dienstag vergangener Woche im Bürgerhaus. Dabei stellte die IG Fernwärme das Konzept von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen vor.
Referent Dieter Hilmer befasst sich seit langer Zeit wissenschaftlich mit Energiemanagement. Sein Vortrag soll für jeden zugänglich auf die Internetseite der IG Fernwärme eingestellt werden.
Darüber hinaus stand die Zukunft der Fernwärmeversorgung in Schwalbach im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die IG Fernwärme kritisiert, dass bereits über ein neues Erbbaurecht für die Süwag verhandelt wird, obwohl noch nicht einmal den Stadtverordneten alle relevanten Unterlagen vorliegen. „Die längst versprochene Wirtschaftlichkeitsüberprüfung der von der Süwag geplanten Decarbonisierungsmaßnahmen etwa wurde immer noch nicht veröffentlicht ebensowenig wie das zu Grunde liegende Transformationskonzept oder zum Beispiel der Konzessionsvertrag für die Inanspruchnahme öffentlicher Flächen zur Verlegung der Fernwärmeleitungen“, heißt es in einer Pressemitteilung der IG Fernwärme. Die Vereinigung fürchtet, dass die Nutzung der Abwärme der Rechenzentren am Kronberger Hang unter Umständen unwirtschaftlich sein könnte und dadurch höhere Kosten auf die Schwalbacher Kunden zukommen könnten.
Inzwischen werde bereits spekuliert, ob die staatliche BEG-Förderung der geplanten Investitionen wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit vielleicht versagt werden muss und ob dies der Grund für die „kaum zu rechtfertigende Geheimhaltungsstrategie“ sei. „Zwei Drittel der Schwalbacher Haushalte sind Zwangskunden des Fernwärmelieferanten Süwag und sind nun schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahrzehnts konfrontiert mit viel zu hohen Preisen und einem daraus resultierenden Kartellverfahren“, schreibt die IG Fernwärme. Die Kunden hätten ein Anrecht auf „maximale Transparenz als wichtigste vertrauensbildende Maßnahme“.
Wegen der künftig stark ansteigenden CO2- Abgabe sollte schon in absehbarer Zeit der Verbrauch von fossilem Gas nicht mehr der bestimmende Faktor sein für den Fernwärmepreis. Die von der Süwag vor anderthalb Jahren in einer Bauauschusssitzung vorgestellten Pläne zur einer „Decarbonisierung“ erfüllen diese Voraussetzung laut IG Fernwärme „wohl nur unzureichend“. Das immer teurere fossile Gas bliebe dann noch sehr lange der bestimmende Preisfaktor. Ob dies so ist, müsse eindeutig und im Sinne der Fernwärmekunden geklärt sein, bevor erneut langfristige Verträge abgeschlossen werden.
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