Schwalbach (MS). Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Schwalbach hat sich aufgelöst. Am vergangenen Sonntag fand der letzte Gottesdienst der Baptisten-Gemeinde in den Räumen der Religionsgemeinschaft im Atrium am Westring statt.
Dazu waren noch einmal viele Gäste gekommen. Ehemalige Mitglieder zählten genauso dazu wie Mitglieder der Schwalbacher Christusgemeinde und der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde aus Frankfurt-Eschersheim, zu der die Schwalbacher Gruppe rechtlich gehörte. „Abschied tut immer weh“, sagt Hanne Pöppel, die letzte Sprecherin der Schwalbacher Gemeinde. „Aber es war auch ein schöner Gottesdienst mit vielen Erinnerungen.“
Aufgelöst hat sich die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Schwalbach, weil sie zuletzt nur noch aus vier Mitgliedern bestand, die allesamt nicht in Schwalbach wohnen. Ende vergangenen Jahres sei der Entschluss gereift, die Gemeinde unter diesen Umständen nicht weiter zu führen.
Die Zahl der Gemeindemitglieder war nicht immer so niedrig. In den Jahren nach der Gründung am 27. Februar 1994 wuchs die Gemeinde immer weiter an. Anfang der 2000er-Jahre gab es 41 Mitglieder in Schwalbach. Die Gemeinde bezahlte einen eigenen hauptamtlichen Pastor. Und auch in der Öffentlichkeit trat die Kirchengemeinde immer wieder in Erscheinung. Legendär waren die aufwändigen Kindermitmachkonzerte (KiMiKo) im Mehrzweckraum der Albert-Einstein-Schule. Und auch mit der Lego-Stadt und eigenen Freizeiten für Kinder wurde die Baptisten-Gemeinde bekannt. Im Jahr 2003 spaltete sich dann die heutige Christusgemeinde ab. Später ging die Mitgliederzahl durch Umzüge und Sterbefälle immer weiter zurück.
Die Räume im Atrium am Westring, die die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde bisher genutzt hat, werden nun komplett von der Christusgemeindeübernommen, mit der die Gemeinde bereits seit vielen Jahren wieder freundschaftlich kooperierte und gemeinsame Gottesdienste im 14-tägigen Wechsel veranstaltete. Ein evangelisch-freikirchliches Angebot wird es somit auch weiterhin in Schwalbach geben.
Grundsätzlich unterscheiden sich Freikirchen ohnehin nur wenig von den lutherischen Kirchengemeinden, wie etwa der Limesgemeinde. Wesentlicher Unterschied ist, dass es bei den Baptisten keine Kleinkind-Taufen gibt und dass die Gemeindemitglieder nicht der Kirchensteuer unterliegen.
Bestehen bleiben wird nach der Auflösung der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde auch das Engagement für die Schwalbacher Flüchtlingshilfe. Hanne Pöppel wird ihre Aufgaben dort künftig als Privatperson erfüllen. „Das liegt mir sehr am Herzen und da mache ich natürlich weiter“, sagt sie.
Immer komplett voll mit Kindern war der Mehrzweckraum der AES, wenn die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Anfang der 2000er-Jahre zum „KiMiKo“ einlud. Archivfoto: Schlosser
