Leichte Erholung bei den Finanzen

Für die Sanierung der Staufenstraße waren schon 2025 rund 430.000 Euro eingeplant. Wann die Arbeiten tatsächlich ausgeführt werden, ist weiterhin offen.Foto: Schlosser

Schwalbach (MS) – Die Stadt Schwalbach hat das erste Halbjahr des Jahres mit Überschuss von 2,22 Millionen Euro abgeschlossen. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Stadt zum Haushaltsvollzug hervor, den Kämmerer und Bürgermeister Thomas Milkowitsch (CDU) jetzt vorgelegt hat. Für das gesamte Jahr rechnet die Stadt allerdings weiterhin mit einem Fehlbetrag von rund 17,62 Millionen Euro. Die Finanzverwaltung warnt deshalb davor, das Zwischenergebnis als Entwarnung zu verstehen.

Vor allem die Steuereinnahmen haben sich besser entwickelt als erwartet. Bis Ende Juni nahm die Stadt 27,24 Millionen Euro an Steuern und ähnlichen Abgaben ein. Das waren rund 7,76 Millionen Euro mehr als der anteilige Planwert, der im Haushaltsplan steht. Die Mehreinnahmen gehen fast ausschließlich auf das Konto höherer Gewerbesteuereinnahmen.

Gleichzeitig gab die Stadt deutlich weniger Geld aus als geplant. Die Personalaufwendungen erreichten mit 4,91 Millionen Euro erst knapp 43 Prozent des Jahresansatzes. Ursache dafür sind nach Angaben von Thomas Milkowitsch unter anderem unbesetzte Stellen in der Verwaltung und in sozialen Einrichtungen sowie Langzeiterkrankungen. Bei den Sach- und Dienstleistungen waren Ende Juni rund 3,64 Millionen Euro und damit erst gut 36 Prozent der vorgesehenen Mittel ausgegeben. Hier wirkte sich unter anderem die vorläufige Haushaltsführung Anfang des Jahres aus. Schwalbach konnte in den ersten Wochen nur die nötigsten Ausgaben tätigen, weil der Haushalt noch nicht von Landrat Michael Cyriax genehmigt war.

Thomas Milkowitch weist in seinem Bericht darauf hin, dass sich die positivie Entwicklung nicht einfach auf das zweite Halbjahr übertragen lässt. Nachbesetzungen beim Personal und noch ausstehende Ausgaben könnten das Ergebnis verschlechtern. Beobachtet werden müssten außerdem die weitere Entwicklung der Gewerbesteuer und der gesetzlichen Umlagen.

Kaum Investitionen

Auffällig ist auch der geringe Mittelabfluss bei den Investitionen. Aus dem Jahr 2025 hatte die Stadt rund 26,74 Millionen Euro an nicht verbrauchten Geldern übertragen. Bis Ende Juni wurden davon erst 3,33 Millionen Euro ausgegeben, was nur etwa zwölf Prozent entspricht. Über die für 2026 geplanten Projekte macht der Bericht keine Angaben. Aus dem Vorjahr stehen unter anderem noch Millionenbeträge für das neue Feuerwehrgerätehaus, die Kindertagesstätte St. Pankratius und das Friedhoffunktionsgebäude zur Verfügung.

Zahlungsfähig war die Stadt im gesamten ersten Halbjahr, ohne dass sie Kredite aufnehmen musste. Ende Juni verfügte sie über einen Finanzmittelbestand von rund 64,41 Millionen Euro. Davon waren 52,8 Millionen Euro als Festgeld angelegt. Nach Abzug der so genannten „gebundenen Mittel“ weist die Übersicht von Thomas Milkowitsch eine freie Liquidität von rund 32,71 Millionen Euro aus.

Trotz des guten Halbjahresergebnisses bleibt die Haushaltslage laut Thomas Milkowitsch angespannt. Die Finanzverwaltung verweist ausdrücklich auf das für das Gesamtjahr geplante Defizit. Dessen weitere Entwicklung müsse im zweiten Halbjahr genau beobachtet werden.



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