Leise Texte aus einer lauten Welt

Schwalbach (sz). Im Rahmen des diesjährigen Lesefestes „Frankfurt liest ein Buch“ laden die Kulturkreis GmbH und die Stadtbücherei am Donnerstag, 23. April, um 19.30 Uhr zu einer besonderen literarisch-musikalischen Veranstaltung in die Stadtbücherei ein.

Unter dem Titel „Das Leise im Lauten“ – Text trifft Ton, zusammengestellt und präsentiert von Jo van Nelsen, steht das Werk der renommierten Autorin Marie Luise Kaschnitz im Mittelpunkt. In diesem Jahr widmet sich das Festival ihrem Buch „Gott und die Welt. Aufzeichnungen aus der Wiesenau“, das eindrucksvoll die gesellschaftlichen und städtebaulichen Umbrüche der späten 60er-Jahre beleuchtet. Besonders in Frankfurt vollzogen sich damals tiefgreifende Veränderungen: Historische Bauten wichen modernen Hochhäusern, vor allem im Westend – jenem Stadtteil, in dem Marie Luise Kaschnitz seit 1941 lebte.

Deren Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1966 und 1967 spiegeln diese Zeit auf sensible Weise wider. Sie verbinden persönliche Erinnerungen mit scharfsinnigen Beobachtungen und zeigen die Autorin sowohl als kritische Zeitzeugin als auch als offene und neugierige Persönlichkeit.

Der Vortragskünstler Jo van Nelsen präsentiert eine Auswahl dieser „leisen Texte“, die inmitten eines lauten, sich wandelnden Umfelds entstanden sind. Begleitet wird die Lesung von atmosphärischen Ton-Collagen, die eine eindringliche Verbindung zwischen Wort und Klang schaffen sollen.

Die Veranstaltung beginnt am 23. April um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei am Marktplatz. Karten sind in der Stadtbücherei im Vorverkauf und an der Abendkasse für 10 Euro erhältlich. Ermäßigt kostet der Eintritt fünf Euro.

Jo van Nelsen stellt die Tagebücher von Marie Luise Kaschnitz vor.Foto: van Nelsen



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