SPD fordert einen „Hitzeaktionsplan“

Schwalbach (sz) – Nachdem Ende Juni auch in Schwalbach 40 Grad im Schatten erreicht worden sind, hat die Schwalbacher SPD einen Antrag eingereicht, damit die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, einen Hitzeaktionsplan zu erstellen. Ein solches strategisches Konzept soll die Bewohnerinnen und Bewohner vor den gesundheitlichen Risiken extremer Hitze und UV-Strahlung schützen und Erkrankungen oder gar Todesfälle verhindern.

„Dazu gehören Vorsorge- und Akutmaßnahmen, die die Stadt selbst auf den Weg bringt. Orte zur Abkühlung sollen aufgelistet und neu geschaffen, Trinkbrunnen aufgestellt werden. Man muss aber auch Pflegeeinrichtungen und Privathaushalte unterstützen und Kontakte zu Beratungs- und Informationsstellen vermitteln“, konkretisiert Fraktionsvorsitzender Eyke Grüning den Vorstoß und ergänzt, dass auch Wärmeschutz und Energieeffizienz wichtige Faktoren seien.

Wie entscheidend alle diese Maßnahmen sein können, zeigt laut SPD ein Blick nach Frankreich. Dort habe es nach elf Tagen Extremhitze zwar rund 1.000 zusätzliche Tote und 40 Ertrunkene gegeben. Bei einer vergleichbaren Hitzewelle im Jahr 2003 seien in Frankreich aber 15.000 hitzebedingte Todesfälle zu beklagen gewesen – vor allem ältere Menschen. Damals hätte es im Nachbarland viel Kritik an der Unvorbereitetheit und dem Versagen von Regierung und Behörden gegeben.

Die SPD-Stadtverordnete Dr. Miriam Shabafrouz erklärt den Unterschied: „Natürlich ist jedes Todesopfer eines zu viel, aber dass die Zahl in Frankreich so drastisch gesenkt werden konnte, liegt nicht zuletzt an den umfangreichen Maßnahmen, die als Lehre der Katastrophe vor 23 Jahren in die Tat umgesetzt worden sind. Hiervon können wir lernen und müssen aktiv werden.“

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Claudia Ludwig bittet außerdem darum, bei hohen Temperaturen so viele Wasserschalen wie möglich für durstige Wildtiere aller Art aufzustellen und ergänzt: „Bei all diesen wichtigen, kurzfristigen und lebensrettenden Notmaßahmen für unsere Stadt dürfen wir aber natürlich nicht die Ursachen der Klimakatastrophe vergessen und müssen hier noch entschlossener politisch für größere Veränderungen kämpfen.“

Solche Tränken helfen im Sommer Wildtieren von Insekten bis zu Vögeln. Foto: Ludwig



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