Schwalbach (sz). Die Trafo-Station am Albert-Richter-Weg ist seit Kurzem zu einem Ort des Erinnerns geworden. Der Mainzer Graffiti-Künstler German Siedler gestaltete das kleine Gebäude neben den Sportplätzen im Auftrag der Syna GmbH und in Abstimmung mit der Stadt Schwalbach. Das Werk erinnert an den Radrennfahrer und Weltmeister Albert Richter und soll Kunst, Geschichte und Wertevermittlung verbinden.
Das großflächige Graffito zeigt ein stilisiertes Porträt Albert Richters in schwarz-weiß, flankiert von seinem Namen, seinen Lebensdaten und Begriffen wie Freiheit, Toleranz, Frieden, Solidarität und Demokratie. Auf den Seitenflächen ergänzen Schlagworte wie Respekt, Zivilcourage und Engagement das Werk. Ein Gedenkstein neben der Station informiert über Albert-Richters Lebensweg.
Die Klasse 9b der Friedrich-Ebert-Schule besuchte gemeinsam mit ihrer Lehrerin Anke Wenderoth Ende Oktober das Kunstwerk. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von Bürgermeister Alexander Immisch und der Historikerin Dr. Claudia Ludwig, die die Umbenennung der früheren Straße „Am Sportplatz“ in „Albert-Richter-Weg“ angeregt hatte. Claudia Ludwig erzählte die Geschichte des Sportlers, der sich dem NS-Regime verweigerte, jüdischen Freunden half und 1940 im Alter von 27 Jahren von der Gestapo ermordet wurde.
Alexander Immisch betonte, wie wichtig es sei, Haltung zu zeigen. „Gerade in einer Zeit, in der Populisten Ausgrenzung und Abschottung propagieren, ist es wichtiger denn je, an die Opfer der Verfolgung im Nationalsozialismus zu erinnern“, sagte er. „Diese Populisten stellen auch das infrage, was ihr als Klasse lebt: ein gutes Team zu sein, das Vielfalt als Bereicherung versteht.“
Die Jugendlichen zeigten sich beeindruckt von der Geschichte des Radrennfahrers und der künstlerischen Gestaltung.
Ein Graffito auf der Trafo-Station am Albert-Richter-Weg erinnert jetzt an den gleichnamigen Radweltmeister, der 1940 von den Nazis ermordet worden ist.Foto: Stadt Schwalbach
