Schwalbach (sz). Der Journalist und Buchautor Helmut Ortner war schon öfter in Schwalbach. Am 5. März hatte ihn die Deutsch-Ausländische Gemeinschaft Schwalbach (DAGS) und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Main-Taunus-Kreis (CJZ) eingeladen. Helmut Ortner begann in Schwalbach seine Lese-Tour, die ihn unter anderem auch nach Hamburg, Berlin, Wien, Görlitz, Chemnitz und Stuttgart führen wird. Er las verschiedene Abschnitte aus seinem Buch „Gnadenlos Deutsch – Täter, Helfer, Zuschauer und die Entsorgung der NS-Zeit“.
Ihm geht es darin vor allem um das Erinnern, „darum, wie es geschehen konnte, das aus einem braven Volk eine kollektive Maschinerie des Verbrechens wurde“. Das Buch handelt von Tätern, Komplizen und Zuschauern, von Fanatikern, Mitläufern und Weg-Sehern. Aber auch die Opfer und deren Lebensgeschichten nehmen einen breiten Raum ein.
Am Ende und in der anschließenden Diskussion folgte die Auseinandersetzung mit der AfD, die nach Meinung einiger Besucher am liebsten das Erinnern an die NS-Diktatur entsorgen möchte. Helmut Ortner versteht sein Buch „als Plädoyer gegen jede Verharmlosung Relativierung der NS-Vergangenheit“ und mahnt: „Die nationalsozialistische Vergangenheit verjährt nicht. Und deshalb gibt es eine Verpflichtung des Erinnerns.“
Der Autor Helmut Ortner las Anfang März in den Räumen der Evangelischen Limesgemeinde aus seinem Buch „Gnadenlos Deutsch“.Foto: Pabst
