Der Zirkus „Baruk“ ist am Kronberger Hang „gestrandet“ und musste dort sein Winterlager einrichten. Die Schwalbacherin Yvonne Hagenguth (kleines Bild) hat Artisten und Tiere mit einer Spendenaktion unterstützt.Fotos: Schlosser/privat
Schwalbach/Kronberg (MS). Im September und Oktober war der Zirkus „Baruk“ am Kronberger Hang zu Gast und die Vorstellungen waren recht ordentlich besucht. Nach einer Verlängerung bauten die Zirkusleute Ende Oktober das große Zelt mit der Manege ab. Doch dann mussten sie auf der Wiese bleiben und dort notgedrungen ihr Winterlager aufschlagen.
Denn weil ein Mitglied der Familie für längere Zeit ins Krankenhaus musste und letztlich verstarb, konnte die Artistenfamilie nicht weiterziehen und wie geplant in der Nähe von Kaiserslautern auf einem befestigten Platz das Winterquartier aufschlagen.
Für die Familie hat das auch wirtschaftliche Konsequenzen. Denn auf der Wiese am Kronberger Hang – die eigentlich schon zu Kronberg gehört – sind im Winter keine Vorstellungen möglich. Bei Regen wird die Wiese einfach zu schlammig. Folglich steht die Familie zurzeit ohne Einnahmen da.
Die Schwalbacherin Yvonne Hagenguth ist auf die Notlage der Zirkusfamilie aufmerksam geworden. Auf einer Social-Media-Plattform startete sie im Dezember eine Spendenaktion. Kurz vor Weihnachten überreichte sie dem Junior-Chef des Zirkus einen Umschlag mit 650 Euro, den dieser sehr gut gebrauchen konnte. Denn die Kosten für die Versorgung der Tiere, den Strom und vieles mehr laufen auch weiter, wenn der Zirkus keine Vorstellungen geben kann.
Und an den Tieren wollen die Zirkusleute nicht sparen. Sie sollen immer ausreichend Futter und die notwendige tiermedizinische Versorgung haben. Yvonne Hagenguth ist jedenfalls davon angetan, wie gut die Ziegen, Pferde und Trampeltiere behandelt werden. Dass die Tiere im Winter in nur teilweise geheizten Zelten statt in festen Ställen gehalten werden, ist grundsätzlich kein Problem. Die Trampeltiere etwa sind in ihrer zentralasiatischen Heimat ganz andere Temperaturen gewohnt. Und auch ein Schwalbacher Tierarzt hat laut Yvonne Hagenguth schon nach den tierischen Artisten geschaut und festgestellt, dass alles in bester Ordnung ist.
Wie lange der Zirkus Baruk noch am Kronberger Hang bleibt, steht noch nicht fest. Sobald wie möglich soll es im Frühjahr aber weitergehen, damit endlich wieder das große Zelt aufgebaut werden kann und es in einer anderen Stadt heißt: „Manege frei!“

