Zwischen Tradition und Online-Handel

Alexander Immisch, Anja Jungerberg, Valentina Scheu, Oliver Schwebel, Dr. Alexander Theiss Katja Bachl-Matzke präsentieren die neuen „Heimat shoppen“-Taschen, die ab kommender Woche kostenlos erhältlich sind. Foto: Stadt Schwalbach

Schwalbach (sz). Unter dem Slogan „Heimat shoppen auf Rädern – mit dem ID.Buzz durch Hessen“, tourt die IHK Frankfurt aktuell durch die Region und machte dabei am vergangenen Mittwoch auch in Schwalbach halt. Mit der bundesweiten Initiative „Heimat shoppen“ wollen die Industrie- und Handelskammern den lokalen Einzelhandel, die Gastronomie und das Dienstleistungsgewerbe stärken. Ziel ist es, das Einkaufen vor Ort zu stärken und deutlich zu machen, wie wichtig lebendige Innenstädte, persönliche Beratung und regionale Wirtschaftskreisläufe für die Lebensqualität in der eigenen Heimat sind.

Die Delegation um IHK-Vizepräsident Oliver Schwebel besuchte in Schwalbach das im vergangenen Jahr neu gestaltete Geschäft „Blumen Scherer“ in der Gartenstraße. Dort traf sie auf Bürgermeister Alexander Immisch, auf Inhaberin Anja Jungerberg, auf die stellvertretende Vorsitzende des Gewerbevereins Schwalbach, Katja Bachl-Matzke, sowie auf den Wirtschaftskoordinator des Main-Taunus-Kreises, Frank Otters.

Alexander Immisch begrüßte die Delegation der IHK: „Mit Blumen Scherer stellen wir in diesem Jahr einen Betrieb in den Mittelpunkt, der Neues und Altes verbindet und der aufzeigt, dass auch Traditionsbetriebe nur durch beständige Weiterentwicklung Bestand haben.“ Aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts gegründeten Familienbetrieb, der zunächst vor allem Obst und Gemüse anbaute und den Großmarkt in Frankfurt belieferte, ist das heutige Fachgeschäft für Floristik entstanden. Die ausgebildete Floristin Anja Jungerberg führt den Familienbetrieb in der vierten Generation und hat sich inzwischen auf moderne Floristik mit Fokus auf aktuelle Farbtrends und harmonische Gestaltung spezialisiert. Zum Angebot gehören unter anderem Blumensträuße, Gestecke, Topfpflanzen, Trauerfloristik, saisonale Pflanzen sowie passende Accessoires. Zudem werden Veranstaltungen, Firmen und Hochzeiten mit Blumenschmuck und Tischdekorationen nach individuellen Wünschen ausgestattet.

IHK-Vizepräsident Oliver Schwebel zeigte sich begeistert für die hinter dem neuen Ladengeschäft noch sichtbare Tradition, der alten Hofreite mit Kühen und Schweinen, aus der der heutige Betrieb gewachsen ist. In Anbetracht der großen Herausforderungen für den Einzelhandel, den der wachsende Online-Handel, steigende Lohn- und Energiekosten und ein verändertes Konsumverhalten zunehmend unter Druck setzen, verdienten die Bemühungen, solche Betriebe in die Zukunft zu führen, besondere Anerkennung.

Bei einer kleinen Führung machte Anja Jungerberg deutlich, dass auch die Floristik einem ständigen Wandel unterliegt und Anpassungen erfordert. Dies gelte für den Blumenschmuck und die Brautsträuße von Hochzeiten ebenso, wie für die Trauerfloristik und den Grabschmuck zu kirchlichen Feiertagen. Ihre Idee, den Hof zukünftig auch als Aufenthalts- und Begegnungsort zu nutzen, konnte Anja Jungerberg bisher nicht umsetzen, hat das aber weiter im Blick. Mit ihrem vierköpfigen Team möchte die geborene Schwalbacherin einen Begegnungsort schaffen, der es insbesondere auch älteren Menschen ermöglicht, sich beispielsweise auf eine Tasse Kaffee zu treffen. Aktuell öffnet der Hof zweimal jährlich seine Pforten für besondere Veranstaltungen. Beim Frühlings-Hoffest und zum Lichterfest im Herbst lädt der Hof zum Besuch und auch für das leibliche Wohl ist dann gesorgt.

Kostenlose Einkaufstaschen

Bei der Kampagne „Heimat shoppen“ handelte es sich um die größte deutsche Imagekampagne für den Einzelhandel, erläuterte Dr. Alexander Theiss, Geschäftsführer für den Bereich Standortpolitik der IHK Frankfurt. Gemeinsam mit Wirtschaftsförderungen, Gewerbevereinen und weiteren lokalen Akteuren rücken bundesweit 43 Industrie- und Handelskammern den lokalen Handel in den Fokus und machen die Bevölkerung auf das Angebot vor der Haustür aufmerksam.

Katja Bachl-Matzke, stellvertretende Vorsitzende des Schwalbacher Gewerbevereins hob die gute Unterstützung hervor, die die Initiative „Heimat shoppen“ biete. Für den Einzelhandel sei es wichtig, sich zu vernetzen, Nischen zu besetzen und vor allem Aktivität zu zeigen.

Die IHK Frankfurt legt ihren Aktionsschwerpunkt der ganzjährig laufenden Kampagne „Heimat shoppen“ auf einen 14-tägigen Zeitraum nach den Sommerferien. Auch in Schwalbach verteilen zahlreiche Geschäfte ab der kommenden Woche die „Heimat shoppen“-Taschen in einem individualisierten Schwalbach-Design. Startschuss für die Aktion ist das Interkulturelle Marktplatzfest mit verkaufsoffenem Sonntag am 7. September.



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