Steinbach (stw). Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat die Besucher bei der Ausstellung „Mobilität im Fokus – AiA“ in Oberursel gefragt, was sie gut finden und was ihnen fehlt beim Radverkehr in der Brunnenstadt. Die negativen Antworten waren auf der Pinnwand eindeutig zahlreicher bis hin zum Urteil „Fahrradfahren ist nicht entspannend“. Ein Grund dafür dürfte die fehlende gegenseitige Rücksichtnahme sein. Fahrradfahrer seien Fußgängern gegenüber rücksichtslos, Autofahrer hielten die Überholabstände nicht ein. Der Ruf nach mehr Kontrollen wurde mehrfach erhoben.
Der ADFC fordert immer wieder alle dazu auf, sich an die Verkehrsregeln zu halten und auf die anderen Verkehrsteilnehmer respektvoll zu achten. Großes Lob gab es für die neue Fahrradstraße am Gymnasium, aber auch die Forderung, ähnliches an allen Schulen einzurichten. Gelobt wurden die Abstellanlagen für Räder, die in der Innenstadt jetzt zahlreicher – wenn auch nicht für alle zahlreich genug – vorhanden sind. In der City wünscht sich eine große Anzahl der Antwortenden zudem weniger Autos, etwa eine autofreie Innenstadt und den Holzweg als Fahrradstraße. Kritisiert wurden die großen Lücken im Radverkehrsnetz. „Wo fahre ich weiter, wenn der Radweg aufhört“, fragte ein Besucher der AiA. Der fehlende Radweg an der Frankfurter Landstraße wurde immer wieder bemängelt, auch die Oberhöchstadter Straße und die Kreuzung Homburger Straße/An den drei Hasen waren Kritikpunkte. „Mehr Radwege und mehr Rücksichtnahme gegenseitig aufeinander im Verkehr“ – so lässt sich zusammenfassen, was den Oberurselern fehlt.
Der ADFC Oberursel/Steinbach betrachtet die Pinnwand-Abfrage als ein Stimmungsbild, das sicher abzugleichen sein wird mit den Ergebnissen des Fahrradklimatests, der im Juni veröffentlicht wird. „Wir hoffen, dass Politik und Verwaltung die richtigen Schlüsse aus solchen Erhebungen ziehen“, sagt Ulrike Heitzer-Priem, eine der Sprecherinnen der Ortsgruppe.
