Fulminantes Kammerkonzert in Steinbach

Die Streichergruppe der Musikmentoren für Hessen unter Leitung von Clemens Mohr.Foto: fch

Steinbach (fch) – Zu einer beschwingten musikalischen Reise durch fünf Jahrhunderte nahmen mehr als 50 Musiker und Sänger beim Kammerkonzert der evangelischen Sankt-Georgsgemeinde im großen Saal des Bürgerhauses Steinbach ihr Publikum mit. Die musikalische Leiterin Ellen Breitsprecher begrüßte das Publikum „zum Kammerkonzert mit freiem Eintritt der Kirchengemeinde mit anschließendem Empfang“, das Teil der Initiative „Musik für alle“ ist und von Spenden lebt. Bürgermeister Steffen Bonk wünschte sich, dass das seit 2005 stattfindende Kammerkonzert auch weiterhin von der Sankt-Georgsgemeinde angeboten wird, wenn diese zur Großgemeinde Oberursel-Steinbach gehört.

Durch das abwechslungsreiche Konzertprogramm führte die musikbegeisterten Besucher Sängerin Annika Baumgart vom „UnFugue Vokalensemble“. Das Programm spannte einen Bogen von der Renaissance bis in die Gegenwart. Zu den von Sängern und Musikern interpretierten Stücken gehörten unter anderem das vom „UnFugue Vokalensemble“ dargebrachte musikalische Porträt einer singenden Grille, „El Grillo“ von Josquins Madrigal, sowie die Vertonung des französischen Gebets „Cantique de Jean Racine“ von Gabriel Fauré, dargeboten vom Vokalensemble, Streicherquintett und Pianistin Breitsprecher. Zu den solistischen Gesangsbeiträgen gehörten aus dem Musical „Les Misérables“ die Lieder „I Dreamed a Dream“ und „On My Own“, die Anastasia Bosenko und Lucia Gronchi interpretierten, sowie das Lied „Over the Rainbow“ aus dem Jahr 1939, das Harold Arlen (Musik) und E. Y. Harburg (Text) für den Filmklassiker „Der Zauberer von Oz“ schrieben und das in Steinbach Nachwuchssängerin Valentina Violi sang. Das Kammerorchester der Musikmentoren für Hessen unter der Leitung von Clemens Mohr führte Edward Elgars „Serenade für Streicher“ auf. In einer Fassung für Querflöte (Caroline Bechtold) und Klavier (Katja Sattler) erklang zudem die selten zu hörende „Slawische Sonate“ der kroatischen Komponistin Dora Pejacevic. Auch ein Blockflötentrio, gebildet von Beate Ibietski sowie Angelika und Manuela Klinghammer, interpretierte klassische Werke namhafter Komponisten wie Mozart oder Telemann. Beiträge für Violoncello – Philipp Faitz, Elias Haas, William Keith, Jakob Lepetit, Micha Oertel und Lisa Weitzel – und Kontrabass (Ludwig Waler) von Edward Elgar sowie für Violoncello (Philipp Faitz) und Klavier (Katka Sattler), darunter das katalanische Volkslied „Song Of The Birds“, bereicherten das vielfältige Programm.

Das „Ukrainische Vokalensemble“ interpretierte, gefühlvoll von Streichern begleitet, das ukrainische Lied „Die Mondnacht“ von Mykola Lysenko aus dem Jahr 1870. Sängerin Iryna Volna machte die Zuhörer auf den am Montag, 24. August, stattfindenden 35. Jahrestag der Unabhängigkeit ihres Landes von der Sowjetunion und seine reiche Kultur aufmerksam. Aus diesem Anlass hatten Iryna Bondar, Kai Hilbig, Heidrun Möhle und Olena Vasiuk eine kleine Ausstellung im Foyer zusammengestellt, die den Konzertbesuchern einen „Blick in die Ukraine“ gewährte. Am Ende eines facettenreichen und klangvollen Konzerts bedankte sich eine strahlende Ellen Breitsprecher bei den Mitwirkenden und dem Publikum:

„Über die Jahre ist das Kammerkonzert zu einem Treffen unter Freunden geworden und allein das ist schon ein Grund, jetzt zu feiern.“ Musik mache aus dem Leben eine Melodie, verbinde Menschen auf und vor der Bühne, schaffe Begegnungen zwischen herausragenden Künstlerinnen und Künstlern und dem Publikum, aber auch mit großen Orchesterklängen und Meisterwerken der Musikgeschichte.

Das beim Schlusslied, dem israelischen Kanon „Schalom chaverim“, voller Inbrunst mitsingende Publikum bedankte sich bei den Mitwirkenden mit anhaltendem Beifall und Spenden, die schnell den Geigenkoffer von Musikerin Dorle Ellmers füllten.

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