Stadtbücherei – ein Ort für Begegnungen

Die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei lassen in Sketchen die letzten 50 Jahre Revue passieren. Foto: fch

Steinbach (fch) – Auf fünf Jahrzehnte Stadtbücherei Steinbach blickten Büchereinutzer und Personal mit Bürgermeister Steffen Bonk (CDU) am Freitagabend in einer Feierstunde im Bürgerhaus Steinbach zurück.

Die Veranstaltung war zugleich der Auftakt für die Jubiläumsfestwoche mit Lesungen, Kreativworkshop des Werkstattkreises und anschließender Vernissage, einer Schwarzlicht-Vorlesestunde für Kinder von drei bis sechs Jahren (30.09.26, 15 bis 17Uhr), einem gemütlichen Beisammensein mit Livemusik des Duos „Deux en route“ bei Kaffee und Kuchen (1.10.26, 15 bis 18 Uhr) und dem Ausklang mit einem Bibliotheksquiz mit Preisen für Groß und Klein samt anschließendem Umtrunk (2.10.26, 12 bis 15 Uhr).

Das Büchereijubiläum ist für die Bürger Steinbachs ein Grund zum Feiern und ein Anlass, gemeinsam zurück und nach vorn zu blicken. Die Rückschau gestaltete sich beim Jubiläumsauftakt im Bürgerhaus kurzweilig. Stadtverordnetenvorsteher Heino von Winning (CDU) sagte in seiner Begrüßung, dass es wichtig ist, Kindern zu zeigen, dass das Buch ein generationsübergreifendes Medium ist. Im Gespräch mit Büchereileiterin Nicole Kaluza und Bürgermeister Steffen Bonk (CDU) blickte Moderator Kai Hilbig zurück und auf die aktuelle Situation. Er betonte: „Lesen und Verstehen sind auch für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz wichtig, deshalb bleibt das Buch modern. Denn das Lesen eines Buches ist nicht nur Vergnügen, sondern wichtig für das Leben und die berufliche Karriere. Nur mündige Bürger können mitreden.“ Im Laufe des Gesprächs informierte die Büchereileiterin, dass sie als Kind vom Dorf eine Bücherei erst als Erwachsene kennenlernte und der Bürgermeister als Jugendlicher, der seinen Wissensdurst mit den Kinder- und Jugendsachbüchern „Was ist was“-Büchern stillte.

Stadtbüchereien sind wichtig, vor allem für Kinder betonte Steffen Bonk. Nicole Kaluza schilderte die Vielschichtigkeit ihrer Arbeit in der Stadtbücherei, die vom Einräumen und Ordnen der Bücher in den Regalen über Ausleihe, Recherche und Bestellungen bis zum Katalogisieren gehe.

Weitere Tätigkeitsfelder sind Leseförderung, seit 2021 Vernissagen mit dem Motto „Kunst trifft Literatur“ und das Bereitstellen zahlreicher digitaler Angebote wie Sprachlern-Apps. Der Bestand der Steinbacher Stadtbücherei beläuft sich derzeit auf 11.500 Medien, davon 9000 Bücher sowie 102.000 physische digitale Medien.

„Büchereien sind Orte der Begegnung“, sagte Nicole Kaluza. Sie selbst liest gerade „Eine Seite noch - Warum Lesen uns so glücklich macht“ von Meike Winnemuth. Der Bürgermeister hat auf seinem Nachtisch das Lehrbuch „Polnisch ohne Mühe“ und von Rita Süssmuth das Buch „Über Mut: Vom Zupacken, Durchhalten und Loslassen“ liegen.

Mit dem berühmten Zitat von Albert Einstein und Kurt Tucholsky „Lesen gefährdet die Dummheit. Der einzige Ort, den du unbedingt kennen musst, ist die Bibliothek“, endete die Gesprächsrunde. Danach gehörte die Bühne den Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei, unter ihnen die ehemalige Mitarbeiterin Gertrud Meier. Sie ließen in humorvollen Sketchen die letzten 50 Jahre lebendig werden. Schilderten wie sich die Ausleihe und der Medienbestand veränderten, sich die Arbeit mit Einzug der Technik wandelte.

Eröffnet wurde die Stadtbücherei am 24.09.1976 und bestand aus einer Bücherwand im Rathaus. Erste Leiterin war von 1976 bis 1990 Christa Fischer. Ihr folgten als Leiterinnen Ruth Libisch von 1980 bis 1986 und Petra Menzel-Hobeck von 2000 bis 2016 nach. Ab 2016 bis 2020 übernahm der Kultur- und Partnerschaftsverein mit Leiterin Elvira Schwintzer die Verantwortung für die Bücherei. Seit sechs Jahren hat die Stadt erneut die Trägerschaft inne und Nicole Kaluza ist Leiterin. Einen Blick auf die Zukunft der Bücherei warf Bürgermeister Bonk. Er stellte die drei Erstplatzierten des Architektenwettbewerbs vor, die ihre Entwürfe für die geplanten zukünftigen Entwicklungen im Rahmen des Städtebauprojekts „Lebendige Zentren“ und ihren Perspektiven für den „Kulturhof“ einreichten. Beteiligt hatten sich mehr als 100 Architektenbüros. Ausgelost wurden 15 Büros. Mit den Entwürfen von elf Planern für eine moderne Bücherei des 21. Jahrhunderts mit mehr Platz für Medien und den Heimat- und Geschichtsverein, inmitten des historischen Stadtkerns setzte sich eine Jury auseinander. Diese präsentiert die Stadt am Dienstag. Die drei ersten ausgewählten Entwürfe gehen in ein Vergabeverfahren. Danach erfolgt die zügige Umsetzung des Projektes, kündigte der Bürgermeister an.

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