Solistin Lorena Huber begeisterte die rund 1.000 Zuhörerinnen und Zuhörer im Heinrich-Kleber-Park. Foto: privat
Sulzbach(sa) – Es war einfach alles perfekt! Ein lauer Sommerabend, eine lauschige Atmosphäre im Heinrich-Kleber-Park, rund 1.000 Besucherinnen und Besucher und ein grandioses Konzert der „Neuen Philharmonie Frankfurt“ unter der Leitung des Dirigenten Jens Troester und mit den Solisten Lorena Huber und Karsten Stiers. Zum fünften Mal gastierte das Ensemble, das in großartiger Art und Weise Klassik, Rock und Pop präsentiert, seit 2019 in Sulzbach, und zum fünften Mal schlugen die Herzen der Besucher vor Begeisterung höher.
Bürgermeister Elmar Bociek dankte bei seiner Begrüßung am Samstagabend allen an der Organisation des Open-Air-Festivals Beteiligten, besonders der Nassauischen Sparkasse, die das Event erneut finanziell unterstützt hatte. Dann erfüllte die Musik den Park. Zehn Streicher, die Band, glänzend aufgelegte Solisten, „Klassik Crossover light“ vom Feinsten.
Mit dem „Sommer“ aus Antonio Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ mit Konzertmeisterin Veronika Hagemann als Solistin, wurde das musikalische Spektakel eröffnet, und dann gelang der Sprung in den Pop-Bereich mit „Bridge Over Troubled Water“ von Simon and Garfunkel, genial vorgetragen von Lorena Huber.
So ging es weiter. Das Orchester brillierte alleine mit dem ersten Satz von Mozarts „Kleiner Nachtmusik“, „Palladino“ von Karl Jenkins und „Miss Marple Theme“ von Ron Goodwin und begleitete das Solisten-Duo, das mit Stücken von Elton John, Pink Floyd, Robby Williams, Paul McCartney, Peter Gabriel, AC/DC und anderen ein musikalisches Feuerwerk abbrannte.
Das Publikum wurde eingebunden bei „Always Look on the Bright Side of Live“ von Monty Python, und viele Lichter leuchteten im Park bei „Hey Jude“ von den Beatles und bei der Zugabe mit dem grandiosen „Music“ von John Miles, bei der auch besonders das Orchester seine große Klasse zeigen konnte und beim Publikum Gänsehaut-Gefühl aufkam.
Die Meinung unter den zahlreichen Besuchern – die nicht nur aus Sulzbach gekommen waren – war eindeutig: „Diese tollen Musiker können wieder nach Sulzbach kommen.“ Zumal in Sulzbach im Rahmen des Kulturprogramms der Gemeinde der Eintritt frei ist. Wenn die „Neue Philharmonie Frankfurt“ an anderen Orten auftritt, werden Eintrittspreise von 60 Euro und mehr pro Ticket aufgerufen.
Begeistert war auch eine junge Physio-Therapeutin aus Frankfurt, die von einer Patientin den Tipp erhielt und mit ihrem Freund die Tour nach Sulzbach nicht bereute. Gefallen hat es auch dem früheren Sulzbacher Bürgermeister und späteren Landrat Berthold Gall, der mit seiner Frau Barbara die Musik und das Wiedersehen mit vielen ehemaligen Weggefährten und Freunden genoss. Unter seiner Ära wurde Pavillon im Heinrich-Kleber-Park erbaut, in dem die „Neue Philharmonie Frankfurt“ musizierte und der noch heute liebevoll „Gall-Tempel“ genannt wird. „Ein besonderes Anliegen war für mich, dass die schöne Brücke gebaut wurde, die vom Rathaus in den Park führt“, schwelgte Berthold Gall in Erinnerungen.
Auch sonst verfolgt der Alt-Bürgermeister das Geschehen in Sulzbach noch, auch wenn seine Amtszeit nun schon 40 Jahre zurückliegt. Das Vorgehen seiner CDU-Parteikollegen beim Bürgerhaus am Platz an der Linde hat Gall von Beginn an kritisch gesehen und beim Treffen im Park den „Reveluzzern“ gratuliert, die den geplanten Abriss des Gebäudes erstmal verhindert haben.
Für Speisen und Getränke sorgten der Akkordeon-Club, Lucas Schleß und sein Team vom Weindepot „Vino d`Italia“ sowie die beiden Caterer Bernd Schlosser und Unico Catering.
Überschattet wurde das Ereignis von der Nachricht vom plötzlichen Tod Gerhard Schöffels, der im politischen und gesellschaftlichen Leben der Gemeinde eine besondere Rolle einnahm. „Der Gerhard hätte doch heute Abend fotografiert und für den Sulzbacher Anzeiger berichtet“, sagten viele (siehe Bericht auf Seite 3).
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